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Ein Streifzug durch Rue in drei Teilen

Kapitel 1

Die Heilig-Geist-Kapelle und ihre Legenden

 

Rue, eine Gemeinde mit etwa 3.000 Einwohnern, circa zehn Kilometer vom Meer entfernt gelegen, ist ein Ort der Legenden, Geheimnisse, Intrigen und Abenteuer. Um ihre verschiedenen Facetten zu entdecken, hatte ich mich im Tourismusbüro mit Karine Bellart verabredet, neben Virginie Demarest und Robin Frenel eine der drei für das Kulturerbe zuständigen Mitarbeiter der Stadt. Meine Stadtführerin wollte mir drei bedeutende Orte des lokalen Kulturerbes zeigen: die Kapelle des Heiligen Geistes, das Museum der Brüder Caudron und den Belfried. Bevor wir jedoch den Turm bestiegen, wollte Karine erst wissen, ob ich klaustrophobisch sei – oder zu Höhenangst neige. Obwohl beides auf mich zutraf, machte ich mir keine allzu großen Sorgen: einige Monate zuvor hatte ich ja schließlich die Grotten von Naours auch überlebt. Meine sehr sympathische Führerin, die unerschöpflich über die Geschichte ihrer Stadt erzählen konnte, entführte mich auf eine dreistündige Reise durch zwei Jahrtausende, deren drei Etappen ich Ihnen schildern möchte. Hier nun die erste.

 

Der gestrandete Christus und die Entstehung einer Wallfahrt

Verlassen wir nun das Tourismusbüro, überqueren die Straße und betreten die Heilig-Geist-Kapelle direkt gegenüber. Dieses religiöse Gebäude (errichtet von 1440 bis 1514) verdankt seine Errichtung einem wundertätigen Christus am Kreuz, der am ersten Sonntag im August 1101 in Rue strandete. Die Stadt, einst am Meer gelegen, versandete seit langem, was sie zu jener Zeit zu einem Strandhafen gemacht hatte, dessen Verschlammung die Hafenaktivität zunehmend bedrohte. Die Nachricht vom wundertätigen Christus verbreitete sich und zog Pilgerscharen an; die Wirtschaft der Stadt war gerettet.

 

Es heißt, dieser Christus sei Teil einer Dreieinigkeit gewesen, die im 1. Jahrhundert von Nikodemus, dem Jünger Jesu, geschnitzt wurde. Einige Jahrhunderte später soll ein Kreuzfahrer namens Étienne sie in Jerusalem bei einem Christen, einem gewissen Gregor, entdeckt haben. Dieser weigerte sich, sie ihm zu übergeben, und zog es vor, sie in die Hände Gottes zu legen. Er legte sie in drei Boote und übergab sie dem Willen Gottes. Der erste Christus jedoch, der um 742 in Lucca in der Toskana ankam, wo er

seitdem aufbewahrt wird, stellt diese Erzählung in Frage, wie die Kunsthistorikerin Claire Labrecque vermutet. Es scheint daher, dass die beiden anderen Christusfiguren – die von Dives-sur-Mer, die ebenfalls auf wundersame Weise in einem Boot an der normannischen Küste ankam, und das Kruzifix von Rue – eher zu einer ikonografischen Familie gehören, die vom italienischen Christus inspiriert ist, da dieser aus dem 8. Jahrhundert stammt, während die beiden anderen um das 12. Jahrhundert geschnitzt worden sein sollen. So fügen sie sich eher in die Tradition der hagiografischen* Erzählungen ein, die im Mittelalter sehr geschätzt wurden.

Die Heilig-Geist-Kapelle: ein steinernes Buch

Wie dem auch sei, Rue erlebte mit der Ankunft des Kruzifixes einen neuen Aufschwung. Bald reichte selbst die weitläufige Pfarrkirche nicht mehr aus, um die Pilgerströme aufzunehmen, ohne den liturgischen Alltag und die Andacht der Gläubigen zu stören. Es dauerte jedoch bis zum 14. Jahrhundert, bis der Bau der Heilig-Geist-Kapelle in Angriff genommen wurde, die bis 1525 reiche Spender wie Isabella von Portugal oder Ludwig XI. anzog. Rechts in der Kapelle befand sich einst der untere Schatzraum, in dem das Kruzifix ausgestellt war. Heute ist die Nische leer, doch der Raum lebt weiter – bevölkert von Statuen, die einst die Fassade schmückten. Vor der Witterung und dem Zahn der Zeit gerettet, warten diese steinernen Gestalten nun auf eine neue Bestimmung. Ganz hinten rechts führte eine dunkle, enge Treppe mit flachen und ungleichmäßigen Stufen den Pilger, der sie (wie Claire Labrecque betont) möglichst auf Knien erklomm, zum oberen Schatzsaal, wo er seine Gaben hinterlegte, bevor er über eine andere, deutlich besser begehbare Treppe wieder hinabstieg.

Dieser Raum, der in der Blütezeit der Wallfahrten zweifellos einer Schatzhöhle aus Tausendundeiner Nacht glich, enthält heute nur noch eine Pietà, einen Messgewandschrank und eine Statue des Heiligen Wulphi, dessen Reliquien man in der danebenliegenden Kirche aus dem 19. Jahrhundert (nach der Zerstörung der vorherigen erbaut) besichtigen kann, die seinen Namen trägt. Vielleicht ist es sogar besser so, denn nichts lenkt den Blick ab vom Reichtum der Dekoration: Hier verschmelzen späte Gotik und Renaissance zu einem filigranen Spitzwerk aus Stein, aus der eine pflanzliche und tierische Welt hervorgeht – mal fantastisch, mal Abbild des regionalen Lebens. Der Weinstock, Symbol des Weinbaus, und der Hopfen, Zeichen des Bierbrauens, gesellen sich zum Meerkohl und bilden den Rahmen, in dem ein fantastisches Bestiarium und außergewöhnliche Gestalten sich tummeln: So begegnet man hier etwa dem Traubenmann, einem Skelett, einem Salamander, einem Fasanenhuhn – oder ist es gar ein Phönix? –, der einen geflügelten Fuchs füttert. Ein Drache lauert indes einer Schnecke auf, bereit, sie zu verschlingen, sobald sie ihr Haus verlässt, während ein anderer Salamander bereits eine weitere Schnecke verspeist.

 

Alles hier erinnert an die Buchmalereien mittelalterlicher Werke; ein Gebäude wie ein steinernes Buch, reich an Symbolen und Erzählungen. Ganz wie die Randverzierungen in Handschriften bilden Pflanzen, Tiere und Fantasiegestalten hier eine visuelle Sprache, die die Gläubigen im Mittelalter noch zu deuten wussten. Mit Ausnahme der heute im oberen Saal aufbewahrten polychromen Pietà wurden während der Revolution alle Figuren der Tympanon-Szenen über das Leben Jesu sowie die des heiligen Wulphi enthauptet. 

Die Hand Christi: Von der revolutionären Raserei zu Napoleons Feldzügen

Das Kruzifix wurde 1793 verbrannt. Von Reue ergriffen, rettete ein Soldat die rechte Hand Christi und vertraute sie einer Nachbarin, Madame Dupont, an, die sie mehrere Jahrzehnte lang aufbewahrte. Der Daumen wurde davon abgetrennt und Joseph Charlet, genannt Morand, übergeben, der zu den Armeen aufbrach. Madame Dupont nähte ihn für die napoleonischen Feldzüge in den Saum von Josephs Hose. Der Mann, der unversehrt in seine Heimat zurückkehrte, war anwesend, als die Hand Christi in der Kapelle aufgestellt wurde. An dieser Hand, die sich heute hinter dem Altar der Kapelle befindet, fehlte jedoch weiterhin der Daumen.

Wenn man von der Annahme ausgeht, dass sich die Ikonographie am Santo Volto von Lucca orientiert – dargestellt stehend, in einer langen Tunika, mit offenen Augen und waagrecht sowie symmetrisch ausgestreckten Armen –, ließ sich der aus Rue stammende Künstler Albert Siffait de Moncourt davon in einem seiner auf Leinwand aufgezogenen Wandbilder mit dem Titel „Die Ankunft des wundertätigen Kruzifixes“ inspirieren, obwohl das Kruzifix von Rue zum Zeitpunkt der Entstehung seines Werkes bereits nicht mehr existierte. Dagegen entspricht der Christus, der auf dem geschnitzten Holzaltar zu sehen ist, der von den Brüdern Duthoit bei der Restaurierung der Kapelle im 19. Jahrhundert geschaffen wurde, vermutlich dem Stil des Kruzifixes von Rue, wenn man das in der hängenden Schlusssteine eines der drei

5a Chapelle du Saint-Esprit - Représentation de l'échouage du Christ sur l'autel des frère
4a Saint-Esprit - Vestibule - Isabelle de Portugal
4 Saint-Esprit - Vestibule - Louis XI
1a Chapelle du Saint-Esprit - nef
1b Chapelle du Saint-Esprit - clefs tombantes

Gewölbe des Kirchenschiffs geschnitzte Kruzifix oder jene betrachtet, die in der Archivolte des Eingangsportals des Kirchenschiffs dargestellt sind. Dieser Hochaltar wurde 1850 von den Brüdern Duthoit geschaffen und gestiftet. Da jedoch keine detaillierte Beschreibung des ursprünglichen Kruzifixes von Rue vor seiner Zerstörung existiert, bleibt jede Aussage über sein genaues Aussehen hypothetisch – und das Geheimnis ungelüftet. 

Die anderen Fresken der Kapelle: Königliche Huldigung und mittelalterliches Wunder

Der Künstler, der mit der Ausschmückung der Kapelle beauftragt war, hatte zudem zwei weitere Fresken geschaffen: die Wallfahrt Ludwigs XI. – eines großen Gönners der Kapelle – und das Pferdewunder, das eine mittelalterliche Episode schildert. Damals hatten die Bewohner von Abbeville vor dem Pariser Verwaltungsgericht die Übergabe des Kruzifixes gefordert: Sie argumentierten, Rue sei nicht in der Lage Angriffen potentieller Feinde standzuhalten und riskiere so, das wundertätige Kreuz zu verlieren. Die Legende erzählt, dass die vier Pferde, die vor den Karren gespannt waren, um das Kruzifix nach Abbeville zu bringen, sich plötzlich weigerten, weiterzugehen – als wären sie von Gottes Hand festgehalten. Stattdessen drehten sie um und brachten ihre kostbare Fracht zurück auf den Kirchplatz von Rue. Gott hatte entschieden: Das Kruzifix blieb in Rue.

Heute bietet sich die Heilig-Geist-Kapelle dem Besucher als eine fesselnde Erzählung dar, abwechselnd Hommage an Gott, fantastisches Märchen oder Kapitel der Geschichte, die uns durch ihre Legenden bis in die Zeit der Jünger Christi entführt und es uns ermöglicht, durch die Epochen zu navigieren. Dafür muss man nicht einmal die gesamte Kapelle besichtigen, es genügt einfach einzutreten, im Narthex** stillzustehen und die Ruhe und das Wunderbare auf sich wirken zu lassen.

 

Hier endet der Besuch der Heilig-Geist-Kapelle. Im zweiten Teil meines Streifzugs durch Rue werden wir 76 Stufen erklimmen und dem Maler Albert Siffait de Moncourt wieder begegnen.

 

* Die Hagiographie bezeichnet erbauliche Erzählungen aus dem Leben von Heiligen, die Legenden, Wunder und Tugenden dieser Personen vermischen.

** Eingangshalle

Kapitel 2

Der Belfried

Kommt mit zum Belfried von Rue, wo ich dem Maler Albert Siffait de Moncourt wieder begegnet bin und ich die 76 Stufen der Wendeltreppe zum Wehrgang erklommen habe.

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Eine Stadt emanzipiert sich

Nach der Kapelle des Heiligen Geistes zeigte mir meine unermüdliche Stadtführerin Karine Bellart den Belfried von Rue – im Mittelalter ein Symbol der Emanzipation, wenn auch nur teilweise, von der herrschaftlichen Gewalt. Bereits 1147 oder1170 verfügte die Stadt Rue über Freiheiten, die Jean de Ponthieu ihr gewährt hatte. Erst 1211 jedoch bestätigte sein Sohn Guillaume diese Rechte durch eine Stadturkunde (die in den 1990er Jahren unglücklicherweise entwendet wurde). Diese Urkunde räumte den Bürgern der Stadt das Privileg ein, sich selbst zu verwalten, Recht zu sprechen, Steuern zu erheben und sogar Glocken zu läuten. Diese Rechte führten zur Errichtung eines ersten hölzernen Turms. Wohl während des Hundertjährigen Krieges zerstört, wurde er 1448 in Stein wieder aufgebaut – ob genau am selben Ort wie der erste, lässt sich heute nicht mit Sicherheit sagen.

Vom gotischen zum neugotischen Stil

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Belfried auf der Rückseite erweitert. Dort entstand ein Sitzungssaal für die Verhandlungen des Friedensrichters sowie eine Wohnung für den Hausmeister. Umbauten in den 1860er-Jahren gaben dem Belfried sein heutiges Erscheinungsbild im damals vorherrschenden neugotischen Stil. Der Turm erhielt vier Ecktürmchen in Kragbauweise mit spitzen Dächern sowie einen Dachreiter, der eine Uhr und die Glocke des eingestürzten Kirchturms aufnahm.

Albert Siffait de Moncourt – ein Liebhaber seiner Stadt

Beginnen wir am Anfang, genauer gesagt in der ehemaligen Gerichtsstube, wo ich Albert Siffait de Moncourt wiederbegegnet bin. Der postimpressionistische Maler wurde 1858 in Nantua, im Département Ain, geboren und kam im Alter von etwa zwei Jahren nach Rue, wo er den Rest seines Lebens verbrachte.

 

Der leidenschaftliche Geschichtsfreund und Kenner seiner Region, der bereits drei Fresken für die Kapelle des Heiligen Geistes geschaffen hatte, bot 1898 an, den Saal zum Selbstkostenpreis auszuschmücken. So sind heute acht auf Leinwand aufgezogene Wandbilder zu sehen, die zwischen 2022 und 2023 restauriert wurden und das lokale Leben darstellen.

 

Sie entführen uns in das späte 19. Jahrhundert, das der Künstler mit beinahe fotografischer Genauigkeit in einem rustikalen, lebendigen und detailreichen Stil einfängt – fast wie eine Erzählung. Nur das Bild zur Industrie zeigt eine düstere Szene: Schornsteine stoßen dichten schwarzen Rauch aus und erinnern an Motive der realistischen Literatur jener Zeit. Tatsächlich handelt es sich um eine Darstellung der Zuckerindustrie, im Spätherbst oder im frühen Winter, wenn die Rüben geerntet werden – daher die Szene in gedämpftem Licht, in der sich ein unruhiger Himmel in großen, stillen Wasserlachen spiegelt.

Ein Kriegstagebuch verbindet ehemalige Gegner

Albert war ein echter Zeuge seiner Zeit: Zu jung, um im Krieg von 1870 eingezogen zu werden, meldete er sich 1914 im Alter von 55 Jahren freiwillig – in der Hoffnung, seinem Sohn folgen zu können. Dieser Wunsch erfüllte sich erst 1917, und auch nur für wenige Monate. Sein Sohn wurde dem Senfgas ausgesetzt und starb leider kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.

 

Albert, der als Meldegänger eingesetzt war, führte ein Kriegstagebuch, in dem er seine Eindrücke während seiner zahlreichen Wege zu Pferd festhielt. Darin schrieb er unter anderem: „Ich hörte einen Soldaten sagen, als ich an ihm vorbeiritt: ‚Der Alte da reitet wie ein Zivilist.‘ Von all den Lobesworten, die ich während des Krieges erhalten habe, hat mich dieses besonders berührt.“* Daraus lässt sich schließen, dass Albert – anders als viele in der Kavallerie – bereits vor 1914 reiten konnte.

Die Jahre vergehen. 1940 wird Rue besetzt. Ein deutscher Soldat, Martin Damm, entdeckt das Kriegstagebuch, das in Alberts Haus zurückgeblieben war, und nimmt es mit nach Deutschland. Martins Witwe findet es 2002 auf dem Dachboden ihres Hauses in einem Möbelstück wieder.

 

Dank der französischen Ehefrau von Martin Damms Enkel und der beharrlichen Nachforschungen der Familie Damm findet das Tagebuch schließlich den Weg zurück nach Frankreich. Am 14. Juni 2003 wird es in Abbeville bei der Eröffnung einer Ausstellung über Albert Siffait de Moncourt offiziell an die Nachfahren des Malers übergeben – durch Helmut Damm, den Sohn Martins, gemeinsam mit seiner Frau sowie ihrem Sohn Stefan Damm und dessen französischer Ehefrau Nadia.

 

So haben die zwei größten Konflikte des 20. Jahrhunderts am Ende doch einstige Feinde zusammengeführt.

Ein Ort wie ein offenes Buch

Verlassen wir nun die Welt von Albert Siffait de Moncourt und beginnen den Aufstieg über die ungleichmäßigen Stufen der Wendeltreppe, ursprünglich dazu gedacht, mögliche Angreifer auszubremsen, hinauf in einen Raum mit gotischem Gewölbe. Dort kann der Besucher unter anderem eine Nachbildung der Befestigungsanlagen von Rue sowie die Siegel der Stadt entdecken.
 

Im zweiten Stock gelangt man in die ehemalige Wachstube mit angeschlossener Gefängniszelle. Der Überlieferung nach hieß es damals: „Morgens verhaftet, mittags gerichtet, abends gehängt“ – zweifellos eine Übertreibung.

 

Die Wände dieses Raumes tragen noch heute Spuren vergangener Zeiten: historische Graffiti in Form von Windmühlen oder einem Schiff, Maskarons, die gekrönte Köpfe darstellen, und – aus jüngerer Zeit, aber nicht weniger bewegend, da sie uns mit der modernen Epoche verbinden – kleine Fläschchen des feinen Öls „La Jurassienne“, ordentlich auf einem Regal aufgereiht. Dazu kommen, mit Kreide auf das rohe Holz geschrieben, die Besuchsdaten und die Namen der Handwerker, die die Uhr warteten – bis zu jenem Tag, an dem der letzte von ihnen „elektrische Anlage 1964“ vermerkte.

Nach der Anstrengung die Belohnung

Nur wenige Stufen weiter betritt der Besucher den Wehrgang – breit genug und mit einem ausreichend hohen Geländer ausgestattet, sodass ich nicht Gefahr laufe, vor Schwindel gleich die Flucht zu ergreifen. Die Belohnung nach den 76 Stufen? Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den Kreidefelsen der Côte d’Albâtre (Alabasterküste), zu den bewaldeten Dünenzügen von Saint-Quentin-en-Tourmont, zum Wohnhaus von Albert Siffait de Moncourt und sogar zum Verlauf der ehemaligen Stadtmauer, der heute durch eine Anreihung von Nachkriegsbauten sichtbar wird. Nach dieser erfrischenden Pause machten meine Begleiterin und ich uns wieder an den Abstieg und steuerten die letzte Etappe meines Streifzugs durch Rue an: das Museum der Brüder Caudron. 

Im dritten Teil erzähle ich die Geschichte von Gaston und René Caudron. Sie beginnt auf dem Bauernhof von Romiotte, wo sie – von der Luciole, ihrer Stute, gezogen – ihren ersten Flug unternahmen, und führt über den Aufstieg ihres Unternehmens bis nach China. Außerdem geht es um die Piloten und Pilotinnen, die in Le Crotoy ausgebildet wurden, sowie um ihre Leistungen und Schicksale.

 

Quellen

Plateforme ouverte du patrimoine 
https://pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/IA80001214
 

* Albert Siffait de Moncourt

https://www.daras.eu/asm/vie-peintre/

Eine Besichtigung des Belfrieds ist nur im Rahmen einer Führung möglich (Siehe Infos am Ende)                                    

3. Kapitel
Das Museum der Gebrüder Caudron

Das Fremdenverkehrsamt von Rue und das Caudron-Museum teilen sich ein Gebäude gegenüber der Heilig-Geist-Kapelle. Um zu den Sammlungen zu gelangen – bestehend aus Modellen, Trophäen und Fotografien – durchquert man zunächst das Touristenbüro, über dem ein Ornithopter schwebt und seine Flügel aus Baumwolle und Weidenholz zum Willkommensgruß ausbreitet. Dieses Modell im Maßstab eins zu zwei eines Flugapparats, den der preußische Ingenieur Otto Lilienthal entworfen hatte, erinnert zugleich daran, dass auch Lilienthal das Schicksal vieler Luftfahrtpioniere teilte: Am 9. August 1896 stürzte Lilienthal bei einem Flugversuch am Gollenberg tödlich ab. Doch das Museumsmodell lädt den Besucher dazu ein, in die Geschichte der Fliegerei einzutauchen – an der Seite zweier Brüder, denen eine Karriere als Flugzeugbauer kaum vorherbestimmt schien. Lassen wir diese Flugmaschine, diesen Ikarus-Traum, der wie aus einem Kodex von Leonardo da Vinci entsprungen scheint, hinter uns und begrüßen wir die beiden Hauptfiguren unserer Geschichte.

Musée des frères Caudron - Ornithoptère d'Otto Lilienthal
Musée des frères Caudron - Portrait de René
Musée des frères Caudron - Portrait de Gaston

Unzertrennlich

Am Eingang des Museums stehen zwei Marmorbüsten, die nichts von dem außergewöhnlichen Abenteuer der unzertrennlichen Brüder erahnen lassen: rechts Gaston, der ältere, mit noch leicht kindlichen Gesichtszügen und ernstem Ausdruck; links René, jugendlicher und, man möchte fast sagen, verführerisch. Zwei Brüder aus bäuerlichem Milieu, denen keine Laufbahn als Flugzeugbauer vorherbestimmt schien und die dennoch 10.330 Flugzeuge bauten und in ihren Flugschulen (Le Crotoy, Ambérieu en Bugey, Guyancourt-Voisins-le-Bretonneux, Royan et Rochefort-sur-Mer) nahezu 9.000 Piloten ausbildeten.

Im Jahr 1900 sind Gaston sechzehn und René vierzehn Jahre alt, als die Familie die Ferme du Thurel verläßt – wo die Eltern als Landarbeiter tätig waren –, um die Ferme de Romiotte in Ponthoile zu pachten. Jahre später werden sie dort ihre ersten Flüge unternehmen. Gaston, ein fleißiger und exzellenter Schüler, träumt davon, Ingenieur zu werden. René hingegen interessiert sich vor allem für Sport. Doch beide entwickeln eine Leidenschaft für Mechanik und für die verschiedensten und mitunter gefährliche Experimente.
 

Die Luftfahrt steckt noch in den Kinderschuhen, doch Konstrukteure und Piloten wecken bereits die Begeisterung der Öffentlichkeit. Das Publikum verfolgt fasziniert die Leistungen von Clément Ader, dem die Erfindung des Wortes „Avion“ – der französischen Bezeichnung für Flugzeug – zugeschrieben wird, von Louis Blériot, der 1909 den Ärmelkanal überquert, oder von den Brüdern Wright, Orville und Wilbur, die 1903 das erste motorisierte Flugzeug erfolgreich erproben. 1904 erhalten die Brüder Wright in Frankreich ein Patent für ihre Flugzeuge. Vier Jahre später reist Wilbur nach Le Mans, um dort Vorführungen zu geben, insbesondere kontrollierte Kurvenmanöver und längere Flüge.

Optimismus und Beharrlichkeit

Zu jener Zeit befinden sich Gaston und René noch in ihrer „Bastelphase“. Ihr Wunsch, ein zweimotoriges Flugzeug zu bauen, scheitert: Die bestellte Lieferung trifft nicht ein. Um 1908 hat Gaston, seit einem Jahr mit Charlotte Devisme verheiratet und Vater der kleinen Odette geworden, den Wein- und Spirituosenhandel seines Schwiegervaters im nahen Städtchen Rue übernommen. René hingegen ist auf dem Hof von Romiotte geblieben.

 

Doch ihr Traum lebt weiter: Nachdem der Bau eines motorisierten Flugzeugs gescheitert ist, beschließen die Brüder 1909, ihre Stute Luciole vor dem Segelgleiter zu spannen. René nimmt darin Platz, während Gaston, vorsichtiger Familienvater, die Zügel hält. Noch heute erinnert eine Stele gegenüber dem ehemaligen Familienhof an die ersten, noch geradlinigen Flüge der beiden Pioniere, die sie immerhin auf eine Höhe von rund fünfzehn Metern führten. Errichtet wurde die Stele im Mai 1938 von Freunden und Bewunderern der Caudron-Brüder unter der Schirmherrschaft des Aéro-Club de France und auf Initiative ehemaliger Angehöriger der Escadrille 202. Sie trägt folgende Inschrift:

 

„Ihr, die ihr hier vorbeikommt, sollt wissen, dass an diesem Ort im Jahr 1909 zwei Männer aus der Picardie, Gaston und René Caudron, ihre ersten Flüge mit einem von ihnen selbst entworfenen und gebauten Flugapparat unternahmen.

Seit jenem denkwürdigen Tag ist ihr Name für immer in die Geschichte der Luftfahrt eingegangen.“

Der Aufstieg

Dank ihrer Hartnäckigkeit und der finanziellen Unterstützung ihrer Eltern verbessern Gaston und René stetig ihren Flugapparat. So gelingt es ihnen erstmals, zehn Kilometer am Stück zu fliegen. Im Frühling desselben Jahres gründen sie ihre Fabrik in Rue, über deren Eingang stolz die Aufschrift „AÉROPLANES CAUDRON FRÈRES“ prangt. Gleichzeitig eröffnen sie eine Flugschule in Le Crotoy, direkt am Meer, wo weder Vegetation noch Geländerelief die Flugübungen der angehenden Piloten behindern. Die Schüler werden in Le Crotoy ausgebildet und erwerben dann ihre Flugzeuge in Rue. Nun floriert das Geschäft – auch wenn die Produktion noch handwerklich geprägt bleibt. Es waren jedoch das Interesse der Armee an Caudron-Flugzeugen und der Krieg, die das Unternehmen zur Großindustrie katapultierten, seinen Ruhm begründeten und zur Zusammenarbeit mit Renault führten.

Zuvor waren etwa 9.000 Piloten bei Caudron ausgebildet worden: Flieger wie der legendäre Jules Védrines, der 1919 auf dem Dach der Galeries Lafayette landete, Adrienne Bolland, die 1921 als erste Frau die Anden mit dem Flugzeug überquerte, der Schweizer François Durafour, der im selben Jahr auf dem Mont Blanc landete, oder Bessie Coleman, eine Ikone des Kampfes gegen die Rassentrennung, die als erste afroamerikanische Pilotin und als erste schwarze Frau überhaupt 1921 einen Pilotenschein erwarb. Zu den Schülern der Flugschule in Le Crotoy gehörte auch ein junger Mann aus dem Dorf Longpré-les-Corps-Saints: Philippe Marty, dem nur eine kurze, wenn auch kometenhafte Karriere beschieden war. 1911 als Mechaniker angestellt, erhielt er 1912 im Alter

Musée des frères Caudron - La jument Luciole tire le planeur avec René à bord
Musée des frères Caudron - Gaston présente le biplan Caudron à Raymond Poincarré et à Alfo
Musée des frères Caudron
Musée des frères Caudron - Les frères Caudron et leur équipe

von 19 Jahren seinen Pilotenschein und wurde im gleichen Jahr Chefpilot. Für eine glänzende Zukunft bestimmt, führte er schon bald Flugvorführungen durch, die ihn bis nach Schottland brachten, wo seine kühnen Kunstflüge ihm jubelnden Beifall einbrachten.  Doch diese vielversprechende Karriere endete tragisch in England. 1913 verließ Marty die Caudron-Werke, um als Chefpilot zu der Grahame White Company in London zu wechseln. Während einer Kunstflugvorführung in Hendon kam er am 26. April 1914 ums Leben, als er einen Spiralsturzflug ausführte. Wenige Tage zuvor war er 21 geworden. Sein Leichnam wurde nach Longpré überführt, wo er neben seinem älteren Bruder Maurice ruht, der für Frankreich am 29. Oktober 1914 im Alter von 33 Jahren fiel.

 

Vom Ersten Weltkrieg bis in die Zwischenkriegszeit

1913 nehmen die Spannungen in Europa zu und der Krieg zeichnet sich am Horizont ab. Allmählich beginnt sich auch das Militär für die Gebrüder Caudron zu interessieren. Im selben Jahr stellen sie ihren Doppeldecker dem französischen Staatspräsidenten Raymond Poincaré und dem spanischen König Alfons XIII vor. Der wachsende Ruf der Caudron-Flugzeuge erreicht China, das 12 Maschinen bestellt. Während die Flugzeuge in Einzelteilen mit dem Schiff transportiert werden, reist René mit einigen Arbeitern aus der Fabrik in Rue mit der Transsibirischen Eisenbahn ins Reich der Mitte. Vor den staunenden Augen ihrer chinesischen Kunden gelingt dem Schreiner Boffa und dem Mechaniker Martinèche das Kunststück, jedes Flugzeug innerhalb von dreißig Minuten zusammenzubauen. Der französische Konstrukteur und sein Testpilot Émile Obre führen anschließend die Flugtests durch. Bei diesen Tests entstehen die ersten Luftaufnahmen der Verbotenen Stadt – ein Ereignis, das einen Meilenstein in der Geschichte der Fotografie darstellt.
 

Im August 1914 bricht der Krieg aus, und die deutschen Truppen rücken in Richtung Küste vor (im September erreichen sie Amiens). Um dem Vormarsch der deutschen Armee zu entgehen, wird die Verlegung der Fabrik nach Lyon angeordnet. Gaston, der das Unternehmen leitet, wird beauftragt, Prototypen zu entwerfen, die den Anforderungen des Militärs entsprechen, während René in die Nähe von Paris, nach Issy-les-Moulineaux, abkommandiert wird, um eine zweite Fabrik aufzubauen, die bis zu 1.300 Arbeiter beschäftigen wird. Ab 1915 arbeitet er dort mit Henry Potez und Marcel Bloch – dem späteren Marcel Dassault – an der Serienproduktion des Flugzeugs G3 zusammen.

Angesichts der wachsenden militärischen Nachfrage und des Bedarfs an einer raschen Produktionssteigerung stellen Gaston und René ihre Konstruktionen aus patriotischem Pflichtgefühl und zur Unterstützung der Kriegsanstrengungen auch ausländischen Herstellern zur Verfügung. Dabei verzichten sie auf Lizenzgebühren. So werden Caudron-Flugzeuge in England, Italien, dem Russischen Reich, den Vereinigten Staaten, Spanien und Belgien gefertigt, allerdings jeweils mit lokalen Anpassungen.

Am 12. Dezember 1915 testet Gaston, wie gewohnt, einen seiner Prototypen. Doch an diesem Tag zerbricht das Flugzeug in der Luft, fängt Feuer und stürzt ab. Der ältere der Caudron-Brüder kommt dabei ums Leben – im Alter von nur 33 Jahren. Er hinterlässt seine Ehefrau Charlotte und seine damals erst sieben Jahre alte Tochter Odette.

Trotz dieses schmerzhaften Verlustes bleibt René an der Spitze des Werks in der Pariser Vorstadt. Die Caudron-Staffeln setzen den Kampf mit den in Issy-les-Moulineaux gebauten Flugzeugen fort, während Überführungspiloten die Maschinen testen und anschließend zu den Ausbildungsstätten oder an die Front fliegen. Die seit August 1914 geschlossene Flugschule von Le Crotoy, nimmt 1915 den Unterricht wieder auf, um dem erhöhten Bedarf an Piloten nachzukommen, und führt ab 1917 eine spezielle Bombenabwurf-Schulung ein.

Luftasse

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Bessie Coleman

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François Durafour

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Adrienne Bolland

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Philippe Martys Grab in Longpré-les-Corps-Saints

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Sadi-Joseph Lecointe

Vom Kriegsende zum Aufschwung von Caudron

Der Krieg endet, und das Unternehmen Caudron floriert weiter – selbst nach der Schließung der Flugschule 1928, als die Gemeinde Le Crotoy beschließt, den Strand für Badegäste zu öffnen und den Tourismus zu fördern. Das Ende des Ersten Weltkriegs, von dem man gehofft hatte, er werde der letzte aller Kriege sein, bedeutet zugleich das Ende der militärischen Aufträge. René schließt die Fabrik in Lyon und sieht sich gezwungen, zwei Drittel der Belegschaft zu entlassen. In Issy-les-Moulineaux läuft das Geschäft unter den schwierigen Bedingungen der internationalen Konkurrenz wieder an.

René passt seine Strategie an und diversifiziert die Produktion: Wasserflugzeuge, Transportmaschinen, Reise- und Sportflugzeuge und –  zurück zu den Wurzeln – Schulflugzeuge. So entsteht der Caudron Luciole, eine Hommage an die Stute, die die ersten Schritte des Luftfahrtabenteuers der Gebrüder begleitet hatte. Dieses robuste Flugzeug, ausgestattet mit einem Renault-Motor, ist speziell dafür konzipiert, Fehler von Flugschülern zu verzeihen. Es wird zu einem der beliebtesten Schulflugzeuge seiner Zeit.

Trotz der hervorragenden Qualität der Flugzeuge, des Innovationsgeistes und des guten Rufs der Société des avions Caudron bleibt die Luftfahrtindustrie durch den Börsenkrach von 1929 geschwächt. Das Unternehmen benötigt frisches Kapital, um sich zu modernisieren. Zu dieser Zeit möchte Louis Renault, der bereits seit dem Ersten Weltkrieg Flugmotoren herstellt, sein Engagement in der Branche ausbauen. So entsteht die Société Anonyme des Avions Caudron (SAAC), an der Renault mit 55 % eine Mehrheitsbeteiligung übernimmt. Obwohl René nun Minderheitsgesellschafter ist, setzt er die Arbeit mit seinem technischen Leiter Marcel Riffard und sechs brillanten Ingenieuren fort. Gemeinsam produzieren sie Flugzeuge, die den kühnsten Leistungen der großen Pilotinnen und Piloten ihrer Zeit gerecht werden. An ihren Steuerknüppeln werden zahlreiche Rekorde in Geschwindigkeit, Reichweite und Flughöhe aufgestellt.

Musée des frères Caudron - Le Luciole
Musée des frères Caudron - Le Luciole et ses avantages
Musée des frères Caudron - Publicité pour l'école de pilotage du Crotoy
Musée des frères Caudron - Illustration Arlette Sanchis - Guide des baigneurs
Musée des frères Caudron - Caudron Simoun
Musée des frères Caudron - Bronze

Dem Zweiten Weltkrieg entgegen und darüber hinaus

Noch vor der Schließung der Flugschule in Le Crotoy 1928 hatte René bereits 1926 die Schule in Ambérieu-en-Bugey übernommen. Nun eröffnet er drei weitere. Die Vorboten eines neuen Krieges zeichnen sich ab, und die Spannungen in Europa nehmen zu. René, frisch verheiratet, verkauft seine restlichen Anteile an Renault und verlässt die SAAC 1937. Die Fabrik wird im Juni 1940 beschlagnahmt und arbeitet fortan unter der Kontrolle der Besatzer. Nach der Befreiung wird das Unternehmen verstaatlicht und in die Ateliers aéronautiques d’Issy-les-Moulineaux umgewandelt. Doch der Kreis schließt sich erst wirklich nach dem Krieg, als 300 Segelflugzeuge des Typs Caudron Épervier – ein Modell, das bereits 1940 entworfen worden war – produziert werden. Sie erinnern daran, dass einst zwei junge, von Begeisterung getragene Pioniere und eine Stute namens Luciole mit einem motorlosen Fluggerät den Himmel eroberten.

 

Fast 45 Jahre nach Gaston stirbt René am 27. September 1959 in der Somme. An einem Sonntag mit der Familie, während die Männer auf der Jagd sind und die Frauen in der Küche arbeiten, legt er sich für ein Nickerchen hin – und schläft für immer ein. Wenige Monate zuvor hatte er mit Weggefährten noch das fünfzigste Jubiläum seines ersten Fluges mit seinem älteren Bruder gefeiert.

In Rue wurde die ehemalige Fabrik der Gebrüder Caudron (Aéroplanes Caudron Frères) abgebaut. Aber das Musée des frères Caudron ehrt sie sowie alle Männer und Frauen, die sie bei der Eroberung des Himmels begleiteten. Auch die nahe Stadt Le Crotoy hat sie nicht vergessen: Straßennamen, das Hôtel Les Aviateurs oder der Chemin des Avions in Strandnähe erinnern daran, dass dieser Badeort einst eine Wiege und ein bedeutendes Zentrum der Luftfahrt war.

Danksagungen

Musée des frères Caudron - Arlette Sanchis.JPEG

Ich danke Arlette Sanchis, dass sie mir erlaubt hat, einige ihrer Illustrationen zu verwenden, um Kapitel 3 über das Musée des frères Caudron zu bereichern.

Ein herzliches Dankeschön an die Mitarbeiter:innen des Denkmalpflegeteams der Stadt Rue: Karine Bellart für ihre wertvollen Informationen und ihre wohlwollenden Korrekturen; Virginie Desmarest dafür, dass sie mir geholfen hat, den Kontakt zu Karine herzustellen – und darüber hinaus; Robin Frenel für seinen Empfang und seine Höflichkeit.

Allen dreien danke ich für ihren Elan, ihr Engagement und ihre Freundlichkeit.

Karine Bellart

Robin Frenel 

Virginie Desmarest

Denkmalschutz & Tourismusbüro

10 Place Anatole Gosselin

80120 Rue
 

Karine Bellart, Virginie Demarest und Robin Frenel bilden das Denkmalpflege-Team. Im Tourismusbüro, das sich seine Räume mit dem Museum der Brüder Caudron teilt, heißen Ihnen Virginie und Robin das ganze Jahr über mit einem Lächeln willkommen: Dienstag bis Samstag von 9:30 bis 12:30 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr.

Geschlossen sonntags, montags und an Feiertagen.

Telefon: +33 3 22 25 69 94

E-Mail: servicedupatrimoine.rue@gmail.com

Website: www.rue-baiedesomme.com

Facebook: Rue en Baie de Somme

 

Kapelle zum Heiligen Geist (Chapelle du Saint-Esprit)
Place Anatole Gosselin
80120 Rue

Öffnungszeiten:
Von Mitte Januar bis Mitte Dezember,
Dienstag bis Samstag, 10:00-16:30 Uhr


Belfried (Beffroi)

Rue des Remparts
80120 Rue

 

Sankt-Wulphy-Kirche (Église Saint-Wulphy)

1bis Rue Ernest Dumont

80120 Rue

Um die Kirche Saint-Wulphy zu besichtigen, in der die Reliquien des heiligen Wulphy aufbewahrt werden, geht man einfach rechts an der Kapelle vorbei, längs am Fachwerkhaus – die Kirche befindet sich direkt dahinter.

Öffnungszeiten: Täglich von 10:00–17:00 Uhr. Die heilige Messe findet jeden Sonntagmorgen (außer in Ausnahmefällen) um 11:00 Uhr statt.

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