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- Château de Picquigny | La Somme, mon Amour
Découvrez le château de Picquigny, témoin du traité de 1475 et joyau du patrimoine. Entre fouilles, restauration et événements historiques, ce lieu fascinant renaît grâce à la mobilisation d’une association de passionnés. Entdecken Sie das Schloss von Picquigny, Zeuge des Vertrags von 1475 und bedeutender historischer Ereignisse. Dank engagierter Restaurierung erwacht es zu neuem Leben. CHÂTEAU DE PICQUIGNY Am Scheideweg der Geschichte: Das Schloss von Picquigny, stummer Zeuge des Endes des Hundertjährigen Krieges und Schauplatz bedeutsamer Begegnungen. Entdeckt, wie dieser historische Ort, der die Jahrhunderte überdauert hat, heute noch fasziniert und Enthusiasten für seinen Erhalt und Wiederbelebung begeistert. Das Schloss von Picquigny – ein Epos durch die Jahrhunderte Wer erinnert sich daran – außer Historikern, Geschichtsenthusiasten und vielleicht ein paar französische Schüler–, dass der Hundertjährige Krieg am 29. August 1475 am Fuße einer Festung endete, die hoch über einem kleinen Dorf in der Picardie, Picquigny, thront? An jenem Tag, vor etwa 550 Jahren, schlossen der französische König Ludwig XI. und der englische König Eduard IV., begleitet von jeweils 60.000 und 30.000 Männern, den Vertrag von Picquigny auf der Île de la Trêve (der Insel des Waffenstillstands), genauer gesagt auf einer eigens dafür errichteten Brücke. Heute ragen noch die Überreste der Burg empor, die Zeuge dieses Ereignisses war. Unter François I. wurde sie zwischen 1539 und 1583 weiter ausgebaut und erhielt einen zunehmend wohnlichen Charakter. Die Vidames von Amiens, die Herren von Picquigny, die dort residierten, zogen sich schließlich im 18. Jahrhundert zurück. Verlassen diente die Burg ab 1795 den Einwohnern als Steinbruch. 1818 lag sie in Ruinen. Die Baronie wurde zum Verkauf angeboten und vom späteren König Karl X. zurückgekauft. Später, im Jahr 1912, wurde das Gelände der Société des Antiquaires de Picardie (Gesellschaft der Antiquaren der Picardie) vermacht, die sich um die Erhaltung kümmerte. Doch aus Geldmangel wurde die Burg 2013 an Michel Morange verkauft, der sich seither um ihre Rettung und Restaurierung bemüht. Eine illustre Gesellschaft Das Schloss hat viele illustre Persönlichkeiten gesehen: Heinrich IV. verweilte dort 1597, bevor er zur Belagerung von Amiens aufbrach, das von den Spaniern eingenommen worden war. Richelieu verbrachte dort 1636 eine Nacht auf dem Weg nach Abbeville, und Madame de Sévigné* blieb im April 1689 vier Tage lang und erwähnte es in einem ihrer Briefe an ihre Tochter. Der Sévigné-Pavillon, der zu ihren Ehren so benannt wurde, wird derzeit vom Wächter bewohnt, der das Gelände bewacht, das kürzlich Opfer von Vandalismus und Diebstählen wurde. Einsatz für den Erhalt des Geländes Als ich zu meinem Treffen mit Anaïs Berrier, der Archäologin, die den Verein des Schlosses Picquigny leitet, eintreffe, ist sie damit beschäftigt, eine Freiwillige zu begrüßen, die ihr Enkel ermutigt hat, beim Freischneiden des Exerzierplatzes zu helfen, wo bereits andere Helfer fleißig arbeiten. Ich nutze die Gelegenheit, mich umzusehen. Unterhalb erhebt sich die Stiftskirche, die auf einer Seite von Gerüstplanen umhüllt ist. Ich werfe einen Blick in einen Brunnen, dessen Dunkelheit von Hirschzungenfarnen durchbrochen wird. Château de Picquigny - Vestiges Château de Picquigny - Meurtrière Château de Picquigny - Anaïs Berrier Château de Picquigny - Vestiges 1/11 Ein engagierter Eigentümer, ein Verein und zahlreiche Projekte Anaïs erscheint lächelnd wieder. Sie erklärt mir, dass der Verein, der im April 2024 gegründet wurde und etwa fünfzehn Mitglieder zählt, die Aufgabe hat, das Burggelände aufzuwerten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dazu gehört unter anderem die Sicherung der Überreste, insbesondere der Keller und des Verlieses, die Besucher empfangen sollen. Die Burgküche ist bereits zugänglich – dort wurde im Herbst eine Vorführung von Harry Potter mit großem Erfolg organisiert. Die junge Frau, die seit 2021 Ausgrabungen auf dem Gelände leitet, konnte dabei unter anderem unterirdische Gänge freilegen, die als Unterschlupf für Fledermäuse dienen. Diese wurden 2024 in Zusammenarbeit mit Somme Nature Thema eines – ein Projekt, das 2025 fortgesetzt wird. Der Eigentümer hat außerdem Arbeiten in Auftrag gegeben, um ein großes hölzernes Vordach zu errichten, das an den Pavillon, die Fassade und die Küche anschließen wird. Es soll Besuchern bei schlechtem Wetter Schutz bieten und gleichzeitig die unterirdischen Gänge vor Wassereinbruch schützen. Außerdem wird es Besuchern den Zugang zur oberen Ebene der Küche ermöglichen, von der aus man einen atemberaubenden Blick über das Tal hat. An Projekten mangelt es jedenfalls nicht. Ein lebendiges Bindeglied zur Vergangenheit – und das Ende des Hundertjährigen Kriegs Anaïs und ich begeben uns zur Exerzierplatz und gesellen uns zu den Vereinsmitgliedern. Die Rodungsarbeiten gehen gut voran und die Stimmung ist ausgelassen. Der Eigentümer, der den Verein tatkräftig unterstützt, möchte später Schafe auf dem Gelände ansiedeln – eine ebenso ökologische wie charmante Art, die Burg zu pflegen und ein Highlight für zukünftige Besucher, ob groß oder klein. Im Lauf des Jahres hauchen zudem diverse Veranstaltungen den ehrwürdigen Ruinen neues Leben ein. So zum Beispiel die Gedenkfeier zur Unterzeichnung des Vertrags von Picquigny: Am 29. August 2025 wurde dieser Tag mit einem besonders festlichen Programm begangen – darunter die Nachstellung der Vertragsratifikation durch die beiden Monarchen auf der Catiche- Insel, ein historischer Umzug in Kostümen, ein Ball, ein mittelalterliches Bankett sowie eine Licht- und Tonshow. Zugegeben, nicht alle Veranstaltungen sind so spektakulär, doch sie bereiten den Teilnehmenden stets große Freude. Es lohnt sich, dem Verein auf Facebook oder Instagram zu folgen, um über kommende Veranstaltungen auf dem Laufenden zu bleiben. * Madame de Sévigné (1626-1696) war eine französische Adelige und Schriftstellerin, bekannt für ihre Briefe, die als Meisterwerke der französischen Literatur gelten. Ihre Korrespondenz, insbesondere mit ihrer Tochter, bietet ein lebendiges Bild des höfischen Lebens und der Gesellschaft des 17. Jahrhunderts. Ihre Briefe zeichnen sich durch ihre Eleganz, ihren Witz und ihre scharfsinnigen Beobachtungen aus. Madame de Sévigné wird oft als eine der größten Briefschreiberinnen der französischen Literaturgeschichte angesehen. Ihr Werk hat Generationen von Lesern inspiriert und bleibt ein wichtiger Teil des literarischen Erbes Frankreichs. Association du château de Picquigny Chemin de Fourdrinoy 80310 Picquigny Tel.: +33 636351253 Mail: contact@chateaudepicquigny.com Internet: chateaupicquigny.com Facebook: Association du château de Picquigny Instagram: asso_chateau_picquigny Kommentare Teilen Zurück
- LEBENSART Petits plaisirs. Feine Kleinigkeiten | La Somme, mon Amour
Genuss, Freude, Geschmack, Erlebnis, Vergnügen, Wohlbefinden, Gaumenfreude, Entspannung, Zufriedenheit, Vielfalt, délices, saveurs, gourmandise, plaisirs, plaisirs gustatifs, délices culinaires, raffinement, tentation, variété, sensations. Home DELIGHTS & THE ART OF LIVING Restaurants Products of the Somme Favourite Addresses Recipes
- Recette traditionnelle du welsch-frite - Traditionnelles Rezept des Welschs mit Pommes Frites | La Somme, mon Amour
Un plat réconfortant à base de cheddar, de moutarde, de bière brune et de pain de campagne, inventé par un Gallois : le welsh. Servi avec un œuf au plat, des frites et une salade verte, un régal ! Ein wohltuendes Gericht auf der Basis von Cheddar, Senf, dunklem Bier und Landbrot, erfunden von einem Waliser: Welsh. Serviert mit einem Spiegelei, Pommes frites und grünem Salat – ein Genuss! WELSH Das Gericht, das ich heute vorstellen möchte, verdanken wir zwar ursprünglich Wales und dem Pas-de-Calais (das Nachbardepartement der Somme), aber man findet es auf den Speisekarten vieler Restaurants an der Somme, insbesondere an der Küste, unter anderem in Fort-Mahon, im treffend benannten Restaurant Les Délices, auf Deutsch: die Köstlichkeiten (1318 avenue de la Plage). Der Legende nach entstand Welsh 1544 während der Belagerung von Baincthun in der Nähe von Boulogne-sur-Mer durch eine walisische Garnison, daher der Name dieses stärkenden, nahrhaften Gerichts. Der englische König Heinrich VIII. und seine Truppen hatten nicht damit gerechnet, dass die Einwohner von Boulogne ihnen sich ihnen so tapfer widersetzen würden. Nach drei Monaten gingen den Truppen allmählich die Lebensmittel aus. Die Waliser hatten jedoch noch altes Brot und Cheddar-Käse übrig. Sie schmolzen den Käse mit Bier und gossen ihn über das Brot. Es war die Geburtsstunde des Welshs. Aber Legende hin oder her, was zählt ist, dass Welsh ein recht einfach herzustellender Leckerbissen ist. Zutaten für 4 Personen Landbrot, Toastbrot (je nach Geschmack. Letzteres sollte jedoch getoastet werden, damit es beim Kontakt mit dem Bier nicht zu weich wird) in Scheiben. 320-400 g Cheddar-Käse 25 cl dunkles oder bernsteinfarbenes Bier + einige Löffel Bier, um das Brot zu tränken 2 Esslöffel (vorzugsweise) grobkörniger oder scharfer Senf + etwas Senf zum Bestreichen des Brotes 4 Scheiben Schinken (nicht unbedingt erforderlich, wenn man kein Fleisch isst) 4 Eier (optional) Pfeffer 4 einzelne flache Auflaufformen Zubereitung In einem Topf den Cheddar mit 2/3 des Bieres und den 2 Esslöffeln Senf bei geringer Hitze schmelzen lassen, bis eine glatte Masse entsteht. Das restliche Bier hinzufügen, wenn diese Creme zu dickflüssig ist. Mit Pfeffer würzen. Die Brotscheiben in die Auflaufformen verteilen, leicht mit Senf bestreichen und mit einigen Löffeln Bier beträufeln (nicht zu viel, sie sollen nicht schlaff werden). Das Brot mit dem Schinken bedecken (oder auch nicht) und mit der Cheddarmasse bestreichen. Etwa 10 Minuten lang bei 180 °C in den Ofen schieben, bis der Käse goldbraun ist. Für einen „Welsh complet“ belegt man den Welsch mit einem Spiegelei und reicht dazu Pommes Frites (zugegeben, das ist keine Diätkost, aber man isst es ja auch nicht jeden Tag). Ein grüner Salat dazu wäre eine willkommene Abwechslung, um diesem nahrhaften Gericht eine frische Note zu verleihen. Lasst es euch schmecken. Eure Kommentare
- Tout pour l’Ouvrier | La Somme, mon Amour
Tout pour l’Ouvrier, Abbeville, Berufskleidung, Funktionalität, Komfort, Schutz, Qualität, Tradition, Familienunternehmen, Le Crotoy, Filmproduktionen, Reenactments, Traditionsgeschäft, Malerkittel, boutique, Tout pour l’Ouvrier, centenaire, Ludovic Lefilattre, atelier, Colette, duchesse de Morny, vêtements professionnels, ouvriers, fonctionnalité, confort, protection, vêtements de ville, qualité, tradition, productions cinématographiques, reconstitutions historiques, groupes folkloriques. TOUT POUR L'OUVRIER Zurück Ein Jahrhundert Geschichte im Herzen von Abbeville In Abbeville feierte das Geschäft Tout pour l’Ouvrier im Jahr 2024 sein hundertjähriges Bestehen. Tief in der lokalen Geschichte verwurzelt, hat es es verstanden, die Zeiten, die Kriege und den Wandel des Handels zu überstehen – und dabei seine Identität sowie seinen Anspruch an Qualität zu bewahren. Begegnung mit Ludovic Lefillatre, dem Hüter dieses lebendigen Erbes. Hundert Jahre Tradition Die Boutique Tout pour l’Ouvrier in Abbeville kenne ich schon mein ganzes Leben. Und das aus gutem Grund: Es gibt sie seit 100 Jahren. Nicht einmal der Zweite Weltkrieg konnte ihr etwas anhaben. Den Bombenhagel 1940 überlebt Nach dem Bombenhagel, der im Mai 1940 auf Abbeville niederging, wurde das Gebäude, in dem sich das Geschäft seit seiner Gründung im Jahr 1924 befand, ausgelöscht. Nach dem Krieg wurde an seiner Stelle ein neues Gebäude errichtet, in dem das Geschäft wieder untergebracht wurde, so dass es, trotz Zerstörung, seit den 1920er Jahren eigentlich nie den Standort gewechselt hat. Noch sehr klein zu Beginn des 20. Jahrhunderts besaß es jedoch eine Schneiderwerkstatt im erste Stock. Der Laden wurde allerdings nach Ludovics Ankunft sukzessive vergrößert. Eine Sache ist allerdings seit meiner Kindheit unverändert geblieben: Das Firmenschild. Zum Glück! Es ist ein Teil der Seele dieses Ortes – ein beruhigender Orientierungspunkt in einer Zeit, in der sich alles immer schneller dreht. Die Vergangenheit ist hier überall spürbar in Form von Postern, eingerahmten Löschblättern, alten Werbeobjekten, Schwarz-Weiß-Fotos und sogar einem Porträt von Ludovics Urgroßvater, als er mit seinem Hund in Le Crotoy auf die Jagd ging. Die Schriftstellerin Colette, die sich damals bei der Herzogin von Morny aufhielt, war von dem gutaussehenden Mann mit den hellen Augen angetan, den sie eines Tages an der Theke eines Cafés lehnen sah. Als sie ihn fragte, ob er Fischer sei, antwortete er keck, er stünde Modell für Fotografen. Tradition und Qualität, Innovation und Authentizität: die Säulen einer hundertjährigen Identität Tout pour l’Ouvrier ist weit, meilenweit entfernt von den standardisierten modernen Geschäften, deren Schaufenster jede Woche wechseln, um eine Kundschaft zu ködern, die nach schnell verblassenden Neuheiten giert, deren Qualität ebenso kurzlebig ist. Hier nimmt man sich Zeit den Kunden zu beraten. Er soll den Laden verlassen, ohne an seinem Kauf zu zweifeln. Anders als es der Name vermuten lässt, richtet sich Tout pour l’Ouvrier (Alles für den Arbeiter) längst nicht mehr ausschließlich Arbeiter oder Handwerker, obwohl sie noch seine Kernkundschaft bilden. Doch ein Name ist eine Unterschrift, verkörpert eine Identität, einen Geist, eine Philosophie, die die Zeit überdauert: Neben Funktionalität, Komfort und Schutz muss die Berufskleidung vor allem langlebig sein. Diese Eigenschaften finden sich auch in der Stadtkleidung wieder, die das Geschäft anbietet und die seinen Anspruch widerspiegelt: Qualität und Tradition in den Vordergrund zu stellen. Dabei stützt sich das Unternehmen auf renommierte Marken, einige der ältesten Europas, wie etwa die Baskenmützen von Laulhère, deren Produktion 1840 von diesem im Jahr 1792 gegründeten Haus im Béarn aufgenommen wurde, oder den Handschuhhersteller Santacana aus Madrid, der 1896 gegründet wurde. Ludovic Lefillatre – Händler aus Leidenschaft und Visionär Als ich Ludovic Lefillatre treffe, bin ich sofort von seiner Verbundenheit mit Tradition und nachhaltiger Qualität beeindruckt – einer Verwurzelung in der Vergangenheit, die ihn jedoch nicht daran gehindert hat, den technologischen Wandel frühzeitig zu erkennen. Bei meinem Treffen mit Ludovic Lefillatre ist es genau diese Liebe zur Tradition und zur Qualität, die durchscheint - was ihn nicht daran gehindert hat, als einer der ersten in der Gegend eine Internetseite einzurichten, ein Schritt, den dieser Mann, der sich seit seinem siebzehnten Lebensjahr für Computer interessiert, mit Leichtigkeit ging, was damals wahrscheinlich sein Geschäft im aufkommenden digitalen Zeitalter, in dem die traditionellen Geschäfte in der Umgebung zu sterben begannen, rettete. Tout pour l’Ouvrier ist streng genommen keine Familienunternehmen, aber fast. Ludovic trat 1992 in die Firma ein; heute vor fast 33 Jahren. Damals war er 20 und folgte seiner Mutter, die den Laden übernommen hatte und ihn 17 Jahre lang leitete. Die kinderlosen Vorbesitzer suchten einen Nachfolger, und die Frau aus Le Crotoy, einem Fischerdorf an der Küste, die bald von ihrem Sohn unterstützt werden sollte, wählte diese Herausforderung. Schon mit siebzehn entdeckte er seine Leidenschaft für Informatik und gehörte zu den ersten Geschäftsleuten der Stadt, die zu Beginn des digitalen Zeitalters eine eigene Internetseite einrichteten – zu einer Zeit, als die digitale Welle viele Traditionshäuser Abbevilles nach und nach untergehen ließ. Tout pour l’Ouvrier ist zwar streng genommen kein Familienbetrieb, aber fast. Ludovic stieg 1992 mit zwanzig Jahren in das Unternehmen ein, um seine aus Le Crotoy, einem Dorf an der Küste, stammende Mutter zu unterstützen. Sie hatte das Geschäft von den früheren Eigentümern übernommen – einem kinderlosen Ehepaar, das einen Nachfolger suchte. Sie leitete das Geschäft siebzehn Jahre lang, bevor sie das Ruder an Ludovic übergab. Robust genug für den Bau, stylisch genug für Stadt, authentisch genug für Filmproduktionen Ludovic erzählt mir mit seiner sanften, ruhigen Stimme die mit vielen Anekdoten gespickten Geschichte und präsentiert mir fachkundig die Produkte und Stoffe für die verschiedenen Berufe, vom Zimmermann über den Steinmetz bis hin zum Holzfäller. Seine hochspezialisierte Produktpalette ist zwar traditionell für Arbeiter, Handwerker und Künstler gedacht, aber heute wenden sich auch Filmproduktionen, historische Reenactments, Folkloregruppen oder Privatkunden, die Qualität schätzen, an ihn. Und das Konzept geht auf, den er verkauft in ganz Europa und sogar auf dem amerikanischen Kontinent. Um ihn herum gab hingegen ein Traditionsgeschäft nach dem anderen auf. Eines der letzten, der Schuhhändler Deguerville, war seit 1964 in Abbeville ansässig. Ein wenig von seiner Tradition wird weiterleben, denn Ludovic konnte die Marke Gatine übernehmen, einen französischen Hersteller von Schuhen für Landarbeiter und Viehhändler, die gleichzeitig so schön und bequem sind, dass sie sich als Freizeitschuhe eignen. Qualität, Einfallsreichtum, Menschenliebe: das Markenzeichen von Tout pour l’Ouvrier Was Ludovic verkauft, muss ihm gefallen, ihm Spaß machen. Ob „seriöse“ Marken für die Arbeit oder „Fun“-Marken im sportlich-eleganten Stil, alle haben eines gemeinsam: ihre tadellose Qualität. Außerdem lässt er bestimmte Artikel unter anderem nach praktischen Gesichtspunkten herstellen, wie zum Beispiel einen Malerkittel, den man nur bei ihm findet. Was ihm auch gefällt, ist die Zusammenarbeit mit kleinen Unternehmen, die den Vorteil einer flexiblen Gestaltung bieten und zweifellos einen ausgeprägten menschlichen Charakter haben. Genau das macht Tout pour l’Ouvrier aus: In der Tradition verankert bleiben und sich weiterentwickeln, ohne seine Identität zu verlieren. Die Treue der Generationen: Den Schulanfang vorbereiten… und die Nachfolge sichern 2024 fiel der Schulanfang auf den 2. September – wenig Zeit also für Familien, die erst am 31. August aus dem Urlaub zurückkehrten, um noch Schulsachen zu besorgen. Für Ludovic ein guter Grund, am Sonntagnachmittag zu öffnen und so den Nachzüglern die Möglichkeit zu geben, ihre Sprösslinge mit Kitteln auszustatten. Unter diesen Kunden waren vielleicht auch einige, die früher selbst mit ihren Eltern oder Großeltern kamen – eine Verbindung zwischen den Generationen, die Ludovic nur zu gut kennt. Denn eins weiß er genau: Die Kinder von heute sind die Kunden von morgen – die, die sein Geschäft am Leben erhalten werden. Und er hat alle Trümpfe in der Hand, um sie langfristig zu binden. Tout pour l’Ouvrier Depuis 1924 17 place Max Lejeune 80100 Abbeville Offnungszeiten Dienstag bis Samstag von 9:00 bis 12:30 Uhr und von 14:00 bis 18:45 Uhr sowie montags von 9:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 18:45 Uhr Tel.: +33 3 22 24 28 43 E-Mail: toutpourlouvrier@wanadoo.fr Internet : www.toutpourlouvrier.fr Facebook: Tout Pour l’Ouvrier Instagram: toutpourlouvrier Eure Kommentare Facebook Zurück
- L'Hirondelle– Chambres d’hôtes cosy avec jardin, Somme. L’Hirondelle: Charmantes B&B nahe Abbeville & Baie de Somme. L’Hirondelle – Cozy Guesthouse with Garden in the Somme | La Somme, mon Amour
Trois chambres d’hôtes cosy dans une maison familiale au cœur de la Somme. Confort moderne, jardin intimiste et accueil chaleureux garantis. L’Hirondelle, ein charmantes B&B in einem Familienhaus in Érondelle. Genießen Sie Ruhe, Gartenidylle und ein hausgemachtes Frühstück. Stay at L’Hirondelle, a welcoming B&B in Érondelle, just minutes from Abbeville and the Bay of Somme. Garden, homemade breakfast and warm family atmosphere. Zurück Bed and Breakfast L’Hirondelle – die Schwalbe Sinnbild für Heim, Geborgenheit und Familie die Schwalbe ist auch der Name eines charmanten Bed and Breakfast. Es liegt halb verborgen hinter der Kirche des Dorfes Érondelle – einer stillen Gemeinde von rund 500 Seelen, jeweils etwa eine halbe Stunde von der Küste oder von Amiens entfernt, und nur wenige Kilometer von Abbeville. Gleich um die Ecke sprudelt die „source bleue“ (die blaue Quelle), ein zauberhafter, idyllischer Ort, wie geschaffen für ein Picknick. Von der Dorfmetzgerei zum Bed and Breakfast L’Hirondelle L’Hirondelle, einst die Dorfmetzgerei von Érondelle, gehörte früher Monique und Marcel Pailloux, den Großeltern von Fanny Pailloux, der heutigen Gastgeberin. In den sechziger Jahren betrieben Monique und Marcel zunächst das Dorfcafé, bevor sie beschlossen, ein neues Geschäft zu eröffnen, das zugleich ihr Familienzuhause werden sollte; ein Haus, das Fanny beinahe für immer verloren hätte: Nach dem Tod der Großeltern wurde es verkauft. Der Verlust dieses Ortes, der für sie untrennbar mit Kindheit und Familie verbunden war, traf sie tief. Während ihrer zwölf Jahre in Lille kehrte sie regelmäßig zurück, um mit ihrem kranken Großvater Zeit zu verbringen, und hier, in diesem Haus, verbrachte sie auch den Lockdown. Diese Zeit führte sie endgültig zurück in die Heimat. Ein Wink des Schicksals? Das Käuferpaar, das das Haus übernommen hatte, trennte sich nur zwei Monate nach dem Kauf – ohne je eingezogen zu sein. So begann die Geschichte des B&B L’Hirondelle. Zunächst war der geforderte Preis zu hoch, doch nach zwei Jahren des Wartens konnte Fanny das Haus endlich zu fairen Bedingungen zurückkaufen. Ein Herzensprojekt, von der ganzen Familie getragen Um den Hauskauf finanzieren zu können, entwickelte Fanny die Idee, drei Gästezimmer einzurichten, wo sie heute ihre Besucher mit viel Hingabe und persönlichem Engagement empfängt. Langfristig träumt sie davon, ihre geheimen Lieblingsrouten mit ihren Gästen bei geführten Wanderungen zu teilen. Doch es wird noch etwas dauern, denn im Augenblick arbeitet sie noch in Vollzeit. Ohne die tatkräftige Unterstützung ihrer Eltern Danièle und Frédéric, die überglücklich waren, das alte Familienhaus zurück in Familienbesitz zu wissen, ließe sich das Bed and Breakfast nicht parallel zu ihrem Beruf als Werbekauffrau führen. Mit leuchtenden Augen erzählt Fanny, dass ihr Projekt eine echte Familienangelegenheit sei. Das Grundstück der Eltern liegt auf der anderen Seite des Gartens – mit einem kleinen Gemüsegarten dazwischen. Jeder übernimmt eine feste Rolle: Frédéric besorgt frisches Brot und Gebäck für die Gäste, und pflegt den Außenbereich; Danièle ist verantwortlich für die Wäschepflege; und Fanny erledigt den Rest. Ein Abendessen wird nur auf speziellem Wunsch angeboten, doch das Frühstück – üppig und liebevoll aus hausgemachten oder regionalen Produkten zusammengestellt – ist immer inbegriffen. Wenn Fanny doch einmal selbst zum Kochlöffel greift, zaubert sie etwa „Ficelles picardes“ oder Quiches – stets mit einem Hauch Picardie oder Zutaten frisch aus dem Garten. Samstags gibt’s auch mal Pizza von Jéjé, der an diesem Tag seinen Pizzawagen bei sich zuhause stehen lässt. Praktisch und lecker! Ein behagliches Nest voller Erinnerungen und liebevoller Details Dieses Haus strahlt Wärme aus: Mit Familienmöbeln und liebevoll ausgesuchten Flohmarktfunden eingerichtet, fühlt man sich hier sofort zuhause. Den Großteil der Renovierung haben Fanny, ihre Eltern und ihr kleiner Cousin selbst gestemmt – lediglich die Wasser- und Stromleitungen wurden von Fachleuten modernisiert. Fanny hat dabei an jedes noch so kleine Detail gedacht: Nichts wirkt anonym. Im Esszimmer wird man von einem farbenfrohen Metallvogel namens Paulette begrüßt, im Wohnzimmer wacht ein Stoffdackel mit Namen Victor, an den Wänden tummelt sich ein Schwarm von Porzellanschwalben, auf Moniques Nähtisch liegt das Gästebuch, Marcels Vintage-Sessel lädt zum Verweilen ein und ein Garderobenständer mit zwei Strohhüten weckt die Lust auf Mußestunden im Garten. Alles, vom Erbstück über liebgewonnene Fundstücke bis zu modernen Akzenten, verschmilzt zu einem harmonischen Ganzen und verwandelt das Haus in ein behagliches Nest, das weit mehr ist als eine einfache Unterkunft. Überall begegnen einem kleine Erinnerungen an Fannys Kindheit: das gerahmte Einwickelpapier der ehemaligen Metzgerei von Marcel Pailloux oder der große Marienkäfer aus rotem, schwarzem und goldenem Porzellan, der beinahe auf dem Sperrmüll gelandet wäre, hätte Fanny es sich im letzten Moment nicht anders überlegt. Zum Glück, denn Marienkäfer sind Glücksbringer. Genau wie die Schwalben. Die Zimmer im Obergeschoss – voller Charme und Charakter Über die originale Holztreppe, die den unverwechselbaren Geist der Sechzigerjahre bewahrt, gelangt man in die Gästezimmer des Obergeschosses. Das erste und zugleich größte Zimmer verfügt über ein Bett, das sich bei Bedarf in zwei Einzelbetten verwandeln lässt. Ideal für Paare oder schlicht für Freunde, die zusammen reisen und sich zwar ein Zimmer aber kein Bett teilen möchten. Das zweite Zimmer schmückt ein kunstvoll gearbeitetes Bett, ein Familienerbstück. Beide Zimmer sind mit eigenem Bad und Toilette ausgestattet. Das dritte Zimmer ist kleiner, verfügt aber trotzdem über eine eigene Dusche. Zwar befindet sich die Toilette auf der Etage, ist jedoch räumlich so klar getrennt von den übrigen Zimmern, dass so die Privatsphäre der Gäste perfekt gewahrt ist. Zwei der Zimmer blicken auf die Kirche, deren Schlüssel Fanny anvertraut sind. Am Ende meines Besuchs wird sie mir diese gerne zeigen – den Gästen, die es wünschen, bietet sie auch eine Besichtigung an. Das dritte Zimmer liegt oberhalb des Gartens, in den sie mich nun führt. Ein intimer Garten – einladend und beruhigend zugleich Im Garten werden wir von Violette begrüßt – einer fröhlichen, verschmusten Dackeldame. An sonnigen Tagen lässt es sich hier wunderbar verweilen: am Tisch beim Frühstück oder entspannt auf einem der gelben Liegestühle, den Blick gerichtet auf die angrenzende Weide, wo Kühe friedlich grasen. Über all dem wacht die Heilige Anna, eine farbenfrohe Heiligenfigur, die einst vor dem Sperrmüll gerettet nun dem Ort ihren stillen Segen gibt. Links spähen die Hühner des Nachbarn neugierig über den Zaun, doch kein fremder Blick stört die geschützte Ruhe dieses kleinen Rückzugsortes, abseits der Welt. Auch an Radreisende hat Fanny gedacht: Der Véloroute (die Fahrradstraße) verläuft in der Nähe und in der offenen Garage können E-Bikes geladen oder repariert werden. Dort hängt auch eine große Papierkarte des Départements Somme – denn, wie Fanny lächelnd bemerkt: Eine Landkarte lädt mehr zum Reisen ein als ein iPhone: Sie eröffnet mit einem einzigen Blick die ganze Region. Die Kirche von Érondelle, eine schlichte, authentische Nachbarin Zum Abschluss unseres Rundgangs führt uns Fanny zur benachbarten Kirche, deren Glocken, wie sie schmunzelnd betont, zwischen 22 Uhr und 7 Uhr schweigen. Hier wurde sie selbst getauft. Es ist ein kleines, schlichtes Gotteshaus aus Naturziegeln, die einst eine strohgedeckte Kapelle ersetzte, in der man, wie der Abt Le Sueur schrieb, „Salve-Regina und Vespern des Magisters“ sang. Le Sueur wirkte 69 Jahre lang als Pfarrer in Érondelle und verstarb hier 1951. Der mit Schiefer gedeckte, schlanke und unaufdringliche Kirchturm verleiht dem breiten, fest verwurzelten Kirchenschiff eine überraschende Leichtigkeit. Auch im Inneren herrscht dieselbe Bescheidenheit: schwarz-weiße Steinplatten, die von den Schritten unzähliger Gläubiger erzählen, eine schlichte Kanzel, einige wenige Statuen. Unter der himmelblauen Decke wirkt das Gotteshaus wie ein Schiff auf ruhiger See: Friedvoll, zeitlos und fern von aller Hektik. Ein stimmungsvoller Abschluss meines Besuchs bei Fanny. Chambres d’hôtes L’Hirondelle Fanny Pailloux 1 rue André Mauduit 80580 Érondelle Tel.: +33 6 75 72 55 28 Instagram: lhirondelle80_580 Facebook: L’Hirondelle Chambres d’hôtes Eure Kommentare Facebook Zurück
- Office du Tourisme Nièvre et Somme Office de tourisme Picquigny maison éclusière Übernachten mal anders | La Somme, mon Amour
Plongez dans l’univers du tourisme à Picquigny : nature, patrimoine, vélo, hébergements insolites et projets engagés au bord de la Somme. Un office vivant, au cœur d’un territoire en pleine effervescence. Entdecken Sie das Tourismusbüro in Picquigny: Natur, Geschichte, Radfahren und kreative Unterkünfte am Kanal. Ein lebendiger Ort der Begegnung im Herzen einer aufblühenden Region an der Somme. Zurück OFFICE DU TOURISME NIÈVRE ET SOMME Das Tourismusbüro Nièvre et Somme Von der Insel der Waffenruhe bis zum ehemaligen Schleusenhaus – lasst euch vom sanften Wind der Somme tragen und entdeckt ein lebendiges und inspirierendes Tourismusbüro. Zwischen geschichtsträchtigen Erinnerungen und mutigen Projekten: Begegnung mit Gwendoline Brazier-Duval, einer leidenschaftlichen Botschafterin des touristischen Aufschwungs von Nièvre und Somme. Auf königlichen Pfaden: die Insel der Waffenruhe Bei einem Spaziergang durch die Ruinen des Schlosses von Picquigny kam mir die Idee, nach der Insel des Waffenstillstands zu suchen – jenem Ort, an dem sich vor fünfeinhalb Jahrhunderten Ludwig XI. und Edward IV. von England, jeweils begleitet von Tausenden Soldaten, unter gegenseitigem Misstrauen trafen, um einen Vertrag zu unterzeichnen, der die Feindseligkeiten des Hundertjährigen Krieges – der tatsächlich 115 Jahre andauert hatte – beendete (siehe den Artikel über das Schloss von Picquigny ) . Ein glücklicher Zufall führte mich zur Brücke, die heute zur „Île de la Catiche“ führt, umspült vom lebhaften Lauf der alten Somme. Eine große Tafel, leicht von der feuchten Luft grünlich überzogen, erinnert Spaziergänger an die Bedeutung dieses historischen Ereignisses. Die Soldaten sind längst fort – nur ein Angler und eine Schar schwatzender Vögel vervollständigen das Bild dieses sanften Frühlingstages. Das alte Schleusenhaus: ein verlorener Ort ins Leben zurückgeholt Auf dem Rückweg beschloss ich, noch einen Abstecher zum ehemaligen Schleusenwärterhaus zu machen, das nach den Hochwassern von 2001 im Zuge der Uferneugestaltung und der Schleusenautomatisierung aufgegeben aber dann in letzter Minute vor dem kompletten Zerfall gerettet wurde, um im Januar 2022 als „Maison du Tourisme Nièvre et Somme“ neu zu eröffnen. Zwischen Segelboot, Hütten und Fahrrädern: Versprechen einer Auszeit Wie groß war meine Überraschung, dort Handwerker zu entdecken, die um ein Segelboot mitten in einem Garten und zwei entstehende Hütten herum emsig arbeiteten. Vor dem Gebäude mit seinem Schieferdach standen bereits ordentlich aufgereihte Fahrräder, die auf ihre ersten Mieter warteten. Zwei belgische Radfahrer, die eine Pause einlegten und ihren Durst löschten, ermunterten mich freundlich, einzutreten und dieses besonders einladende Tourismusbüro kennenzulernen. Während sie ihre Fahrt auf dem Leinpfad in Richtung Abbeville fortsetzten, machte ich die Bekanntschaft von Gwendoline Brazier-Duval, der Leiterin des Tourismusbüros Nièvre et Somme, einer jungen Frau voller Energie und Leidenschaft für ihre Heimat. An diesem Tag verabredeten wir uns zu einem Interview über diesen Ort, an dem die Liebe zur Somme zum Ausdruck kommt. Gwendoline Brazier-Duval: Porträt einer leidenschaftlichen Botschafterin der Somme So kehre ich an einem strahlenden Morgen Mitte März zurück. Ich hätte mich nicht vom azurblauen Himmel täuschen lassen sollen: ein eisiger Wind kroch unter meine Kleidung und erinnerte mich daran, dass der Winter noch nicht ganz verschwunden war. Umso wohltuender empfinde ich es, in die warme, gemütliche Atmosphäre des alten Schleusenwärterhauses einzutreten, wo Gwendoline mir einen dampfenden Kaffee anbietet, der mich endgültig mit dem trügerischen Wetter versöhnt. Gemütlich auf einem Sofa im Hinterraum des Office du Tourisme Nièvre et Somme unterhalte ich mich mit dieser dynamischen jungen Frau, die davon träumt, hier Urlauber, Spaziergänger, Radfahrer und vielleicht sogar die Begleitpersonen der Physiotherapiepatienten aus der Praxis um die Ecke willkommen zu heißen. Ihr Ziel ist es, das Tourismusbüro zu einem Ort der Begegnung zu machen, an dem man die Zeitung lesen, in Büchern über die Region schmökern, einen in Picquigny gerösteten Kaffee, eine im Norden hergestellte Limonade oder ein handgemachtes Eis von der Ziegenfarm in Ailly-sur-Noye genießen kann. Vielleicht bliebe dabei auch Zeit, sich eines der vom Tourismusbüro produzierten Videos auf dem großen Flachbildschirm anzusehen. Hier gibt es keinen Kaufzwang – jeder kann einfach vorbeikommen, um zu stöbern, um die von einem lokalen Künstler geschnitzten Vögel zu bewundern, die Funktionsweise einer Schleuse zu entdecken oder die mutmaßliche Rekonstruktion des Schlosses von Picquigny mithilfe der Hologrammstation zu bestaunen – derselben wie in der Mühle Basile in Flixecourt, die dort allerdings die Funktionsweise einer Mühle zeigt. Wenn der Winter die schönsten Ideen erblühen lässt Gwendoline kam 2021 nach Picquigny, getrieben von der Leidenschaft und dem Bewusstsein, dass es hier an Projekten und Möglichkeiten nicht mangelt. Auch wenn die "tote Saison" dem Namen nach ruhig sein sollte, ist sie in Wirklichkeit eine Zeit intensiver Vorbereitung: Im Winter, verrät sie mir, werden alle Aktivitäten für die kommende Tourismussaison geplant. In dieser Zeit entstehen Ideen, zum Beispiel für die beiden neuen Wanderwege, die jedes Jahr eingeweiht werden – das Ergebnis gemeinschaftlicher Arbeit vieler Beteiligter und sorgfältiger Organisation, insbesondere in der Kommunikation. Ein Ort zum Verweilen, Staunen und Genießen – und zum Übernachten auf ungewöhnliche Weise Der Winter bringt also keineswegs Ruhe, sondern eine Vielzahl anderer Aufgaben, die drei Vollzeitkräfte – und später in der Hochsaison zusätzlich zwei Saisonarbeiter –beschäftigen. Die Arbeit des Tourismusbüros stützt sich auf vier Hauptsäulen: erstens die Information und Beratung von Besuchern, die Organisation von Veranstaltungen, Führungen durch Dörfer und Schlösser sowie die Ausarbeitung von Entdeckungstouren; zweitens die Vermietung von Elektrobooten, Fahrrädern und Cross-Rollern mit der entsprechenden Ausrüstung; drittens ein Laden, der ausschließlich lokale Produkte anbietet – gerösteter Kaffee aus Picquigny, handgemachte Eiscreme, Fruchtsäfte, Limonaden, Chips und Kekse, zum Mitnehmen oder zum Genuss auf der Terrasse, im Garten oder im liebevoll regional gestalteten Innenraum; und viertens die Unterkünfte, die bei meinem Besuch noch im Entstehen waren: Ab Juni 2025 wird das Büro Übernachtungen in zwei Cyclo-Lodges anbieten, die Platz für Fahrräder bieten und eine oder zwei Nächte am Kanalufer ermöglichen, sowie an Bord eines alten, von Asbest befreiten und über 2000 Stunden umgebauten Segelbootes mit separaten Dusche und Sanitäranlagen draußen im umgedrehten Heck eines Bootes. Diese außergewöhnliche Unterkunft wird Platz für sechs Personen (vier Erwachsene und zwei Kinder) bieten, die an Deck unter einer leichten Segelplane entspannen, von der weiten See träumen und sich vom sanften Flüstern des Kanals wiegen lassen können – ohne fürchten zu müssen, seekrank zu werden. Ein aufblühender Landstrich: Tourismus, Kulturerbe und gemeinschaftliches Engagement Gwendoline unterbricht unser Gespräch, um einen Besucher auf der Suche nach einem Kaffee zu begrüßen. Ich nutzte die Gelegenheit, um diesen Ort genauer zu betrachten, an dem Blau – eine Anspielung auf die Bucht der Somme – und Holz – der Wald von Crécy ist ganz nah – dominieren. Eine charmante Geste: Ein Drehständer stellt alte Postkarten, die beim Umzug von Ailly-sur-Somme nach Picquigny auf dem Dachboden gefunden wurden, kostenlos zur Verfügung. Das Büro arbeitet außerdem aber auch zusammen mit einer lokalen Illustratorin, um Postkarten zu entwerfen, die hier verkauft werden. Unermüdlich spricht Gwendoline weiter von ihren Projekten. Dank der Unterstützung der Kommunalpolitiker, des Gemeindeverbands Nièvre et Somme, des Generaldirektors und der Techniker – und nicht zu vergessen der Saisonarbeiter – finden ihre sprühende Fantasie und ihre Energie, sowie die ihrer Kollegen, hier einen fruchtbaren Boden. Diese gebündelten Anstrengungen garantieren einen hochwertigen Empfang und machen die Region noch attraktiver, indem sie das kleine Kulturerbe, den Grundstein der regionalen Identität, in den Vordergrund rücken. Begegnungen entlang des Kanals: ein europäisches Flair Das Hereinkommen eines Hamburger Ehepaars, das seinen Sohn besucht. Er hat sich in eine junge Frau aus Amiens verliebt, als er Japan bereiste. Unser Gespräch, das längst zu einer lebhaften Unterhaltung geworden ist, bricht ab. Da ich selbst viele Jahre in Hamburg gelebt habe, nutzte ich die Gelegenheit, um sie kennenzulernen und ihnen meinen Blog zu empfehlen 😊. Bevor ich aufbreche, überreicht mir Gwendoline noch eine Liste lokaler Akteure, die ich für zukünftige Artikel unbedingt kontaktieren sollte. Beim Hinausgehen zeigt sie mir noch mit Stolz die interaktive Panoramatafel mit Mini-Bildschirmen. Ich danke ihr herzlich für die Fülle an neuen Ideen, ihr unermüdliches Engagement für die Region und – über alles hinaus – für ihren herzlichen Empfang und ihre ansteckende gute Laune. Eure Kommentare Maison du Tourisme Nièvre & Somme 5 chemin de Halage 80310 Picquigny Mobil: + 33 6 35 15 12 03 Festnetz: +33 3 22 51 46 85 E-Mail: g.brazier@nievresomme.fr Internet: www.nievresomme-tourisme.fr Ab Mai täglich geöffnet Von 9:30 bis 12:30 und von 13:30 bis 17:30 Facebook Zurück
- Die Demeure in Croixrault – außergewöhnlicher Ort zwischen Kunst und Glaube | La Somme, mon Amour
Die Demeure in Croixrault (Somme): ein einzigartiger Ort, wo Natur, Glaube und Kunst aufeinandertreffen. Entdecken Sie Père André-Marie und seine bewegende Geschichte. Zurück LA DEMEURE Wo Natur, Glaube, Kunst und Optimismus aufeinandertreffen Prolog An diesem Augustmorgen sammeln sich die Schwalben und brechen dann anmutig auseinander – wie ein Feuerwerk vor blauem Himmel. Plötzlich sind sie verschwunden, und die Stille kehrt zurück, nur unterbrochen vom Zwitschern unsichtbarer Vögel und dem fernen Ruf eines Hahns. Schon als Kind liebte ich das Ballett der Schwalben, die sich Ende August auf den Stromleitungen versammelten – ein sicheres Zeichen, dass die großen Ferien bald vorbei waren. Heute, da die Leitungen unterirdisch verlaufen, lassen sie sich auf den alten Fernsehantennen der Häuser nieder – soweit es sie noch gibt. Wohin werden sie fliegen, wenn auch diese verschwinden? Wer weiß – vielleicht verabreden sie sich in Croixrault, beim Père André-Marie. Als wir ihn besuchten, behauptete er, die zu hassen, die sich auf einem Dachbalken eines Ausstellungsraums der Demeure eingenistet hatte. Obwohl einige der zarten ausgestellten Krippen unter diesem bleibenden Gast – einem Sinnbild für Glück und Familie – gelitten hatte, griff er nicht ein, denn wenn man die Natur wirklich lieb, lässt man sie gewähren. Auf Entdeckung der Demeure „Familie“ – das ist das Wort, das mir in den Sinn kommt, um diesen Ort zu beschreiben, den meine Freundin Élisabeth und ich aufgesucht haben. Einige Tage zuvor hatten wir in Ault, einem kleinen Badeort an der Alabasterküste, dort wo die Normandie und die Somme aufeinandertreffen, die Werke von Père André-Marie entdeckt, ausgestellt an einem ungewöhnlichen Ort: dem „Bar-Crêperie Fromager und Kunstgalerie“. Wir klingeln. Wir läuten. An der Tür prangt eine Fayence-Plakette der Aufschrift „Namaste“. An diesem frühen Nachmittag sind die Straßen des Dorfes wie ausgestorben. Man öffnet uns und wir betreten eine Welt, wie einem Märchenreich entsprungen. Schon das Äußere des Hauses bot ein Vorgeschmack: Ein Krug über einem Torbogen, wie das Schild eines Töpfers, Kilometersteine als Gartenmauer, eine Madonna mit Kind, so jugendlich, als wäre sie selbst kaum der Kindheit entwachsen, und Backsteinarkaden, wie eine Grenze zwischen der Welt draußen und der Demeure. Und über allem ragt eine Säule empor, ein wie ein Obelisk gen Himmel strebendes Monument, auf dem das Wort „Frieden“ in allen Sprachen geschrieben steht – ein unbeweglicher, in den Himmel geschossener Pfeil, entsprungen der Idee von Jana, einer idealistischen jungen Rumänin, die Anfang der 90er Jahre einige Monate in der Demeure lebte. Von Freiheitsdrang und Gerechtigkeitssinn erfüllt, wollte sie Familien in ihrer Heimat vor dem Hunger retten und organisierte gemeinsam mit dem Père Hilfskonvois, bis sie ihr Leben verlor, ermordet von den Nachfolgern Ceausescus. Wie Jana sind Hunderte, ja Tausende von Menschen durch die Demeure gegangen, für ein paar Tage, einige Monate, manchmal sogar für Jahre. André-Marie empfängt sie mit Wärme – so wie auch uns. Begegnung mit Père André-Marie – ein Weg voller Prüfungen und unermüdlichem Engagement Er begrüßt uns mit einem Kuss auf die Wange – als kennten wir uns seit jeher – und bittet uns in sein Büro. Dabei ersucht er meine Freundin, ihm ihren Arm zu reichen. Mit seinem eingeschränkten Sehvermögen, so erklärt er, fühle er sich dadurch sicherer. Und doch spürt man sofort: Dieses Haus kennt er mit jedem Schritt, mit jedem Stein. Er hat es mit eigenen Händen geschaffen und jahrzehntelang durchwandert. Wenn man ihn beobachtet, fragt man sich unwillkürlich – wer führt hier eigentlich wen? André-Marie, damals junger Mönch im nordfranzösischen Kloster Wisques, wurde im Rahmen seines Militärdienstes in den Algerienkrieg entsandt und erkrankte dort an Hepatitis – erschöpft von der aufopfernden Pflege Kranker und Verwundeter auf beiden Seiten. Ein Ausdruck seines unerschütterlichen Gerechtigkeitssinns, der ihn bis heute prägt. Nach einer Zeit der Genesung in Frankreich schickte man ihn im Mai 1962, unmittelbar nach der Ausrufung der algerischen Selbstbestimmung, erneut nach Algerien. Dort arbeitete er wieder unermüdlich im Krankenhaus von Bône (das heutige Annaba), bis sein geschwächter Körper unter der Last zusammenbrach. Es folgten ein schwerer Rückfall und drei Jahre intensiver medizinischer Behandlung. Erst 1967 konnte er das Krankenhaus verlassen, mit angeschlagener Gesundheit. Die Geburt der Demeure: vom Schutthaufen zur Werkstatt des Zusammenlebens Genau dies führte schließlich zur Gründung eines Ortes zur Aufnahme von kranken und behinderten Ordensleuten. Nach Croixrault wurden André-Marie und sein Lehrmeister, Père Guilly, von ihren Oberen geschickt, um dort das Priorat Notre-Dame d’Espérance zu gründen. André-Marie, ein durch und durch Pragmatiker, stürzte sich mit Leib und Seele in dieses Unternehmen, während sein Vorgesetzter sich stärker der Theologie und der Kontemplation zuwandte. Bald tat sich zwischen ihnen ein Graben auf, der schließlich zur Trennung führte: Père Guilly teilte André-Marie mit, dass das Bistum ihm ein neu erworbenes Haus im Dorf als Werkstatt zur Verfügung stelle. Es war nun seine Aufgabe, losgelöst vom Priorat, es bewohnbar zu machen. In dem Schutthaufen, der ihm anvertraut wurde – in diesem „dépotoir“, wie er ihn nennt, erkannte er Schönheit. Er begann zu reparieren, zu richten, zu säubern und zu verwandeln, und legte so die Schienen für das, was später die Demeure werden sollte. Dieser „erste Entwurf“ wurde bei einem Brand zerstört. Doch André-Marie ließ sich keineswegs entmutigen. Im Gegenteil: Er nahm die neue Herausforderung an und errichtete mit Hilfe einiger der Tausenden Ausgegrenzten, die durch diesen Ort gingen, die Demeure erneut – stets mit dem Anspruch, das Weggeworfene aufzuwerten, zu verwandeln, zu veredeln und ihm einen Platz zu geben. Denn genau dieses Weggeworfene, das, was andere ausstoßen und verwerfen, nimmt er auf, um ihm seine Würde zurückzugeben. In einem offenen Gespräch vertraut André-Marie uns seine Sehnsucht nach Liebe und Vergebung an und stellt uns zwei seiner Gefährtinnen vor. Sie seien „scheu und flatterhaft“, wie er scherzhaft erklärt, während er weiße Tauben auf unsere Hände setzt – Vögel, denen er eine grenzenlose Zuneigung entgegenbringt und die ihn hier überall umgeben. Mit 88 Jahren dreht er immer noch unermüdlich Töpferwaren, schafft Kunstwerke und widmet sich neuerdings der Herstellung von Lebensbäumen, die er mit seinen Händen schleift und poliert und die er mit Worten wie Liebe, Güte, Sanftheit, Zärtlichkeit und Leidenschaft segnet. Seine Werke verkauft er, um Bedürftige zu ernähren. André-Marie zeigt sich abwechselnd von einer fast kindlichen Heiterkeit und einer Ernsthaftigkeit voller Kampfgeist; er trägt in sich Vergebung, Güte und Liebe – doch auch Empörung. Er entrüstet sich über die Kultur der Verschwendung, die ganze Industrien am Leben hält, und über Menschen, die ihm vorwerfen, seine Hilfe nach Afrika zu tragen; warum nicht in Frankreich, wo es doch so viele Notleidende gebe? Seine Antwort: Dort habe er angefangen. Dann fragt er sein Gegenüber, was es getan habe, und fügt hinzu, dass in jedem Vorwurf immer auch ein Stück von einem selbst stecke. Der Mann, der mir gegenüber sitzt, ist ein leidenschaftlicher Mensch, der Maurice Zundel zitiert, einen Schweizer Priester und Theologen, der sinngemäß sagte: Wenn glauben bedeutet, in ein Dogma zu verfallen, dann verlässt du dich selbst. Und er ist ein unerschöpflicher Meister des Humors, den er virtuos einsetzt, um seine Gedanken zu veranschaulichen oder einfach ein Lächeln hervorzurufen. Das ist seine schelmische Seite. Die Demeure, eine Lebenshymne Die Demeure ist eine Werkstatt, in der man nicht nur die Werke André-Maries kaufen kann, sondern auch seine Schriften – gerade hat er sein 95. Buch mit dem Titel „Dialog mit meinem Baum“ vollendet, eine Rückbesinnung auf eine seiner ersten Lieben: die Natur, die ihm von seinem Vater vermittelt wurde, den er innig liebte. Mit 88 Jahren reist André-Marie noch immer durch die Welt, hält Vorträge und organisiert Ausstellungen, um – wie er es ausdrückt – „Kohle zu machen“, damit er seine Tausenden Notleidenden Kindern ernähren kann. Seit Jahren unterstützt er auch besonders Vater Pedro auf Madagaskar, der dort Dörfer gegründet hat, um Familien aus den Müllhalden von Tananarive zu holen, in denen sie lebten. Der große Raum, den man beim Betreten der Demeure als Erstes durchschreitet, ist von einer umlaufenden Galerie umrahmt, auf der sich eine Fülle verschiedenster Gegenstände zum Verkauf findet: Gemälde, Bücher, Metallfiguren aus Granaten des Ersten Weltkriegs – einst Werkzeuge des Todes, nun zu Friedensboten verwandelt –, kalligraphierte Blätter, Miniaturkrippen und vieles mehr. Jeder Zentimeter der Demeure zeugt von einem Reifungsprozesses; nichts hier ist zufällig, alles folgt einer inneren Ordnung, einer harmonischen Gesamtkomposition. Ein Gang in die Kapelle genügt, um das zu spüren. Dazu durchquert man einen Garten, ein wahres kleines Paradies mit schillernden Teichen voller bunter Karpfen, mit einem bunten Vogeltreiben: Weißen Tauben, einer Gans, einem Schwan, Pfauen, Hähnen, Hühnern und ihren niedlichen Küken, die friedlich frei umherlaufen. Dort steht auch ein riesiger, fruchtbeladener Kiwi-Baum – André-Marie erzählt stolz, dass er im letzten Jahr 400 Kilo Früchte geerntet hat. Am anderen Gartenende erhebt sich die Kapelle. In diesem kleinen Juwel, das ebenfalls aus dem Müll geboren wurde, zelebriert Vater André-Marie jeden Tag um elf Uhr die Messe, außer er befindet sich auf Reisen. Über dem Altar schweben aus Holz gefertigte Fische, darunter ein Ziborium, und ringsum Glocken, die er mit seinem Gehstock erklingen lässt, ein Läuten, das an die Almglocken erinnert. Auf dem Altar steht ein kleines Bild mit der Aufschrift MIR; das bedeutet „Frieden“ auf Ukrainisch und Russisch. Nachdem wir uns in die Atmosphäre der Kapelle hineingefühlt haben, die mit ihren Dekorationen alle Religionen der Welt vereint, nimmt der Vater unsere Hände und betet mit uns. Unser Besuch geht zu Ende, denn er muss eine Ausstellung in Le Touquet vorbereiten – nicht ohne uns eingeladen zu haben, noch die Galerien zu erkunden. Schon ist er wieder in seine Arbeit vertieft, ganz in Sorge um jene, die Hunger haben. Epilog Wenn ich mein Thema nur streifen konnte, dann deshalb, weil es Seiten um Seiten bräuchte, um die Demeure und ihren Schöpfer zu beschreiben, seine Vision eines Glaubens, der niemanden ausschließt, ungeachtet von Religion, Herkunft oder Lebensumständen, sein Leben im Dienst am Nächsten oder diesen Ort voller Staunen und innerem Frieden. Darum mein Rat: Gehen Sie selbst hin und entdecken Sie ihn. Wenn ich mein Thema hier nur streifen konnte, so liegt das daran, dass es vieler Seiten bedürfte, um die Demeure und ihren Schöpfer wirklich zu erfassen: seine Vision eines Glaubens, der niemanden ausschließt, gleich welcher Religion, Herkunft oder Lebensumstände, sein Leben, das ganz dem Anderen gewidmet ist und diesen Ort, der Staunen weckt und Frieden schenkt. Darum mein Rat: Gehen hin und entdeckt ihn selbst. Für Liebhaber religiöser Bauwerke und Kunst in der Somme empfiehlt sich ein Besuch des Prieuré d’Airaines (Öffnungszeiten und Ausstellungen im Artikel). August 2025 Kommentare Teilen Zurück La Demeure Père André-Marie 16, Rue du Faubourg 80290 Croixrault Tel.: +33 3 22 90 00 25 Mail: pereandremarie73@gmail.com Internet: lamourestmaparoisse.org Facebook: Œuvres et vie du Père André-Marie Öffnungszeiten: täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr
- Alt’Hair Nativ : le coiffeur végétal d’Abbeville. Alt’Hair Nativ: Ihr Pflanzenfriseur in Abbeville. Alt’Hair Nativ: Your vegetal hairdresser in Abbeville | La Somme, mon Amour
Découvrez Alt’Hair Nativ, salon de coiffure végétale à Abbeville : expertise, bien-être et couleurs naturelles dans une atmosphère chaleureuse. Alt’Hair Nativ in Abbeville: Pflanzenfarben, Wohlbefinden und professionelle Beratung in einer warmen, entspannten Atmosphäre. Discover Alt’Hair Nativ in Abbeville: natural hair coloring, expert care and a relaxing, welcoming salon experience. Zurück ALT'HAIR NATIV Was in aller Welt hat ein Friseursalon in einem Blog über die Somme zu suchen? Ganz einfach: Alt’Hair Nativ gehört zu meinen absoluten Lieblingsadressen in der Region – ein echtes Muss! Vor ein paar Jahren fiel mir auf der Schaufensterscheibe der Schriftzug „Coiffeur végétal“– also „pflanzlicher Friseur“ – ins Auge. Als großer Fan von Naturprodukten und nach dem Ableben meines langjährigen Stammfriseurs, war ich zur „Haarnomadin“ geworden. Also fackelte ich nicht lange – eine spontane Entscheidung, aus der eine treue Beziehung entstanden ist. Heute möchte ich meine Lieblingsadresse mit euch teilen. Eintreten und wohlfühlen Kaum hat man den Salon betreten, wird man von der Inhaberin und ihrem Team freundlich begrüßt – eine kleine Geste, die sofort für eine entspannte Atmosphäre sorgt. Sophie Lechevallier, eine dynamische Frau Anfang 50 mit kurz geschnittenem, aschblondem und natürlich gestyltem Haar, empfängt mich herzlich und führt mich in die Küche. Wie sie mir erklärt, gleicht das Anmischen der natürlichen Farbpigmente eher dem Kochen als der Arbeit in einem Labor, weshalb sie den Begriff „Küche“ dem eher technischen „Labor“ vorzieht. Passend dazu lautet der Slogan ihrer Lieblingsmarke MARCAPAR: „Les cuisiniers du cheveu“ – „Die Köche des Haares“. Nachdem sie mir einen Kaffee angeboten hat (auch dafür ist die Küche da!), ziehen wir uns in einen ruhigen kleinen Raum im hinteren Bereich zurück. Der Weg zum pflanzlichen Färben Sophie ist seit rund 40 Jahren Friseurin, doch ihre Leidenschaft für Pflanzenfarben wurde durch zwei besondere Begegnungen entfacht. In den 1980er-Jahren betrat eine Kundin mit atemberaubend dunklem Haar, durchzogen von roten Strähnen, ihren Salon. Der Effekt stammte von Henna – damals noch tabu, weil es oft Blei enthielt und dauergewelltes Haar brechen ließ. Ein Jahrzehnt später, im Jahre 2011 – in der Zwischenzeit hatte sie sich selbstständig gemacht – erzählte ihr eine Stammkundin, dass sie sich zwar bei ihr die Haare schneiden ließ, aber ausschließlich mit pflanzlichen Produkten färbte. Sophies Neugier war endgültig geweckt, denn sie hatte sich schon immer für Naturfärben interessiert. Nach einigen Recherchen fand sie einen Salon, der mit MARCAPAR arbeitete, informierte sich im Internet und beschloss schließlich, eine dreitägige Schulung in Lyon bei der auf pflanzliche Haarfärbemittel spezialisierten Marke zu absolvieren. Diesen Sprung ins Ungewisse hat sie nie bereut. denn sie arbeitet noch heute mit diesem Spezialisten für pflanzliche Pigmente. Es gibt natürlich noch Kundinnen, die auf eine chemische Färbung bestehen. Diese „working girls“, wie sie sie nennt, die noch ca. 20 Prozent der Kundschaft ausmachen, haben wenig Zeit und keine Lust sich mit dem natürlichen Weg auseinanderzusetzen. Das, erklärt Sophie, ändert sich oft, wenn sie schwanger werden und sich von der Chemie verabschieden. Vom Geheimtipp zur etablierten Adresse Durch Mundpropaganda hat sich der Salon kontinuierlich weiterentwickelt. Acht Jahre nach ihrem Einstieg in die Pflanzenfärbung und vier Jahre nachdem sie es offiziell auf ihrem Schaufenster bekannt gemacht hat, strahlt Sophie das Selbstbewusstsein einer Expertin für Haarfärbemittel aus, die ihr Wissen und Können weitergeben möchte. Man spürt ihre Leidenschaft und ihre Bodenständigkeit. Und auch wenn sie die chemische Coloration nicht vollständig verbannt hat, freut sie sich über den wachsenden Erfolg der pflanzlichen Alternative. Feinfühlig und klar: Sophies Gespür für Menschen und Farben Sophie übt ihr Handwerk mit viel Fingerspitzengefühl aus – nicht nur was Haarfarben angeht, sondern auch im Umgang mit Menschen. Sie analysiert ihre Kundschaft und ihr Team mit einem klaren, ungeschönten Blick. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, bleibt dabei aber immer respektvoll und wohlwollend – selbst, wenn sie mal deutlich wird. Balanceakt Unternehmertum: Zwischen Leidenschaft und Leadership Und die Zukunft? Sie plant nicht gerne langfristig, wünscht sich aber, den Salon eines Tages in die Hände einer Mitarbeiterin zu legen. Denn auch wenn sie ihren Beruf liebt, bedeutet Unternehmertum eben auch: Psychologin, Managerin, Trainerin, HR- und PR-Expertin in einer Person zu sein – und dabei den Spaß an der Sache nicht aus den Augen zu verlieren. Keine leichte Aufgabe, aber Sophie meistert sie mit Bravour. Alt’Hair Nativ – Rückzugsort für Kopf und Seele Was ich an Alt’Hair Nativ besonders mag? Man wird nicht zum Erwerb von Produkten gedrängt – aber wenn man doch zugreift, wird man nicht enttäuscht. Egoistisch betrachtet hoffe ich, dass Sophie irgendwann die perfekte Nachfolgerin findet. Bis dahin genieße ich weiter die Behandlung durch ihre erfahrenen Hände, oder die von Marion, wenn ich es mir auf dem Massagesessel bequem mache und dabei die wohltuende Haarwäsche und den Friseurbesuch in familiärer Atmosphäre auskoste – ein Moment, der sich anfühlt wie eine kleine Wellness-Auszeit. Alt'Hair Nativ 7 rue Jean de Ponthieu 80100 Abbeville Tel.: +33 3 22 24 65 82 Mail: sophielechevallier@icloud.com Facebook: Alt Hair Nativ Instagram: althairnativ_coiffure Öffnungszeiten: Dienstag 09:00–19:00 Mittwoch 09:00–19:00 Donnerstag 09:00–19:00 Freitag 09:00–19:00 Samstag 09:00–18:00 Sonntag Geschlossen Montag Geschlossen Eure Kommentare Facebook Zurück
- La Grotte de Picquigny. Die Grotte aus Picquigny | La Somme, mon Amour
Assistez à l’Assomption à Picquigny, devant la splendide réplique de la grotte de Lourdes. Entre ferveur, histoire et convivialité, ce lieu chargé d’émotion vous plonge dans une tradition séculaire au cœur d’un site exceptionnel. Erleben Sie Mariä Himmelfahrt in Picquigny vor der prächtigen Nachbildung der Grotte von Lourdes. Ein Ort voller Geschichte und Glaube, wo Tradition und Spiritualität lebendig werden – gekrönt von warmen Chouquettes, einem Glas Sekt und herzlicher Atmosphäre. LOURDES IN PICQUIGNY Zurück Jedes Jahr, am 15. August, ergreift ein ganz besonderer gläubiger Elan Picquigny, wenn vor der Nachbildung der Grotte von Lourdes eine zugleich feierliche und innige Messe zu Mariä Himmelfahrt zelebriert wird – ein Moment, der diesen einzigartigen Ort volkstümlicher Frömmigkeit zum Vibrieren bringt. Dieses Jahr bin ich dabei. Eine sengende Sonne, Weihrauchschwaden und der Duft von Gebäck Die Sonne brennt, die Luft flirrt über dem Platz doch eine Frau lächelt mir zu und sagt: „Am 15. August ist das Wetter immer schön zur Messe.“ Die Menschenmenge ist groß und fröhlich – noch vor dem Gottesdienst werden Rosenkränze ausgeteilt. Man drängt sich, um in der Grotte Kerzen anzuzünden. Dieser Ort mit der Marienstatue in der Höhe erinnert wirklich an Lourdes. Die Inbrunst ist während des gesamten Gottesdienstes spürbar. Kurz bevor die Messe zu Ende geht, stellen Freiwillige Tische auf und der Duft von noch warmen Chouquettes* und Brioche kitzelt meine Nase, und weckt dabei eine ferne Erinnerung an Daudets „Die drei stillen Messen“, in denen die Gläubigen von der verlockenden Aussicht einer reich gedeckten weihnachtlichen Tafel abgelenkt werden. Gebete in Stein gemeißelt Zwei Chouquettes und ein Glas Sekt später mache ich mich auf den Weg zur Grotte, in der ein paar Frauen beten und Kerzen anzünden. Einige Votivtafeln in der Felswand drücken Dankbarkeit aus, eine davon wahrscheinlich, weil deren Auftraggeber den Sitzkrieg zwischen 1939 und 1940 überlebt hat. Ich zünde ebenfalls eine Kerze an, denke an meine Verstorbenen und schließe mich den Gläubigen an, die sich nun in alle Winde zerstreuen. Lourdes, nicht nur in Lourdes Es gibt zahlreiche Nachbildungen der Grotte von Massabielle in Lourdes. 2015 gab es 765 davon in Frankreich. Die Somme bildet mit ihren Grotten in Ramburelles, Vron, Hérissard, Nouvion usw. keine Ausnahme. Besonders prächtig ist jedoch die Grotte in Picquigny, dem Dorf, in dem der französische Herrscher Ludwig XI. und der englische König Edward IV. 1475 den sogenannten Frieden von Picquigny unterzeichneten, der den Hundertjährigen Krieg offiziell beendete. Eine göttlich Zuflucht im der Felswand Diese natürliche Grotte im Kreidefelsen, der von der Stiftskirche Saint-Martin und den Überresten des Schlosses der Vidamen von Amiens überragt wird, ist Ausdruck des Glaubens einer ländlichen Bevölkerung, deren einzige Reise manchmal die Pilgerfahrt nach Lourdes war. Sie befindet sich am ehemaligen Ausgang eines Kreidebruchs, wo seit dem Mittelalter Steine abgebaut wurden, die zum Bau von Schlössern, Kirchen, Kapellen usw. verwendet wurden. Es handelt sich jedoch nicht bloß um eine einfache Höhle: Hier suchten die Bewohner des Dorfes während der Bombenangriffe bei der Befreiung im August/September 1944 Schutz. 1938: Beten, um den Krieg abzuwehren Anlässlich eines Marienjubiläums am 7. August 1938 gesegnet, zog die Grotte mit ihrer Statue der Jungfrau Maria gleich darauf in den Tagen vor Mariä Himmelfahrt viele Gläubige an. In dieser besonderen Zeit, in der das Säbelrasseln von Tag zu Tag immer lauter wurde, wurde am 18. September eine Prozession veranstaltet. Etwa 500 Gläubige aus den Gemeinden Belloy-sur-Somme, La Chaussée-Tirancourt und Picquigny flehten die Madonna an, die bedrohliche Geißel des Krieges von der Welt abzuwenden – leider vergeblich. * Brandteigbällchen mit Hagelzucker ** Achim Hall - Alphonse Daudet - Die drei stillen Messen (YouTube) Eure Kommentare Facebook Zurück


