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  • Le Gît’Âne | La Somme, mon Amour

    Offrez-vous une escapade bucolique au Gît’Âne, un gîte éthique et poétique à Sorel-en-Vimeu, en plein cœur de la Somme. Animaux en liberté, nature, accueil chaleureux. Entdecken Sie Le Gît’Âne in Sorel-en-Vimeu: Ein liebevoll geführtes Natur-Ferienhaus in der Somme mit freilaufenden Tieren, Permakultur und ländlichem Charme. Stay at Le Gît’Âne in Sorel-en-Vimeu: a peaceful countryside guesthouse in the Somme, with free-roaming animals, permaculture garden, and bohemian charm. Le Gît’Âne Alte Bäume, eine halbwilde Vegetation. Ein Hund, zwei schwarz-graue Schweine, die scheue Rosie und der gemütliche Max, ein Dutzend Hühner, Katzen und sogar ein Lamm, alle kommen neugierig auf mich zu, als ich mich heute Morgen dem Tor der Gît’Âne nähere, einem wunderschönen Backsteinanwesen aus dem Jahr 1850, dem ehemaligen Schloss von Sorel-en-Vimeu. Le Gîte’âne – mehr als nur eine Ferienunterkunft: ein Zufluchtsort Klarer und durchdringender aventuringrüner Blick, lockiges, nach hinten gebundenes Haar, jugendliches Lächeln, energisches Auftreten – Anne Carpentier, von Perle, einem weißen Schweizer Schäferhund, gewarnt, kommt, um mir das Tor zu öffnen. Ich folge ihr ins Haus, wo uns die Hündin Lola begrüßt. Zwei Katzen schlafen, eingekuschelt auf einer Decke. Wir setzen uns an einen hohen Tisch, gegenüber dem großen Kamin in der Schlossküche. Hier leben die Tiere frei auf dem 6.500 Quadratmeter großen Gelände, wo sie ein Dasein voller Unglück wieder in Ordnung bringen. Oscar, das Lamm, der jüngste Zugang, der noch mit der Flasche gefüttert wird, kam erst vor einem Monat im Alter von fünf Tagen dazu, was die Abwesenheit der sehr territorialen Esel erklärt, die auf eine Weide in Airaines, ein paar Kilometer entfernt, geschickt wurden. Anne erklärt mir, dass die Tiere eine Mittlerfunktion bei den Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen, die bei ihr wohnen, haben, denn Anne ist nicht nur Gastgeberin einer Ferienunterkunft, sie ist auch Pflegemutter, Schutzengel für in Not geratene Tiere, aber auch Mutter und Großmutter. Daher wird sie stark beansprucht: Das Telefon klingelt häufig und Nachrichten ertönen regelmäßig auf ihrem Handy. Die Ferienunterkunft hat Anne 2018 eröffnet. Für die Kinder in ihrer Obhut ist das eine gute Schule: Rücksicht nehmen, sich an Regeln halten – zum Beispiel leise sein, wenn andere Ruhe brauchen. So lernen sie ganz nebenbei, was Zusammenleben bedeutet. Es kratzt an der Tür – es ist Oscar, das Lämmchen. Es sucht Gesellschaft – und Streicheleinheiten –, dann legt es sich auf den Teppich neben den Hund; sein Köpfchen kippt nach hinten, die Augen flackern und schon schläft es. Anne und ich plaudern. Sie erzählt mir von ihrem Werdegang, von Pharma-Referentin über Krankenschwester bis hin zur Pflegemutter und Gastgeberin einer Ferienunterkunft. Der menschliche Kontakt ist der Schlüssel zu ihrem erfüllten Leben. Hier ist das Paradies – ein Aufenthalt voller Poesie Gefolgt von einer bunten Tiertruppe, gehen wir hinaus, um das Ferienhaus zu besichtigen, das in einem Flügel des Herrenhauses untergebracht ist und gerade von einem Gast verlassen wurde, der seinen Aufenthalt spontan verlängert hatte. Rosensträucher und Kletterpflanzen rahmen auf idyllische Weise das Fenster und die Tür ein, die in den Wohnraum im Erdgeschoss führt – ein gemütlicher Raum mit voll ausgestatteter Küche. Hier verbinden sich ländlichen Charme mit praktischem Komfort. Ein kleines Schild mit der Aufschrift „Hier ist das Paradies“ verspricht nicht zu viel, wie das Gästebuch eindrucksvoll bestätigt – ein Ort, an dem man lieber Gummistiefel als Stilettos trägt, um im Park rund ums Herrenhaus zu spazieren. Natürlich leben Wenn man das Leben in der Natur liebt, kann ein Aufenthalt hier eigentlich nur entspannend wirken. Nach einem Blick im Obergeschoss, wo ein Bett mit romantischen Spitzenvorhängen den Gast erwartet, gehen wir zu einem gemütlich und stilvoll eingerichteten Zirkuswagen. Hier zieht sich Anne manchmal zurück. Langfristig soll er aber als Ferienunterkunft genutzt werden. Und mal ehrlich: Wer würde nicht davon träumen, sich in ein so charmantes Boho-Vintage-Nest zurückzuziehen? Wir beenden unseren Rundgang am eingezäunten Permakultur-Garten, eingebettet in diese grüne Oase. Ringsherum wachsen Obstbäume, etwas weiter entfernt steht eine Gans – „verstoßen“, weil sie die Hühner angegriffen hatte. Gleich nebenan grasen Schafe auf der Weide des Nachbarn. Überall umgibt uns eine Natur, die nicht beherrscht, sondern geliebt wird. Ich verabschiede mich von der herzlichen Anne und fahre davon – berührt vom Zauber eines Ortes voller Geborgenheit, der an die bukolischen Illustrationen alter Kinderbücher erinnert. Le Gît'âne 1 rue de l’Église 80490 Sorel-en-Vimeu Tel.: +33 6 24 73 37 13 Internet: LeGîteÂne Kommentare Teilen Zurück

  • Chinesischer Friedhof Nolette Somme – Chinese Labour Corps Erster Weltkrieg | La Somme, mon Amour

    Chinesischer Friedhof von Nolette in der Somme: Gedenkstätte des Chinese Labour Corps aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichte, Bedeutung und Besuch dieses besonderen Ortes in Frankreich. DER CHINESISCHE FRIEDHOF VON NOLETTE Unter den unzähligen Militärfriedhöfen, die sich in der Somme entlang der Dörfer aneinanderreihen, gibt es einen, der – allen Anschein zum Trotz – nicht ganz als solcher gelten kann. Mitten in der offenen Landschaft gelegen, empfängt der chinesische Friedhof von Nolette, ein Weiler der Gemeinde Noyelles-sur-Mer, den Besucher auf der linken Seite mit einem Garten der Erinnerung, poetisch „Die Dimensionen des Friedens“ genannt. Dieser schlichte Ort erschließt sich über einen sanft ansteigenden, gepflasterten Weg, der zu einer kleinen Anhöhe führt, auf der sich eine steinerne Bank befindet. Sie ist mit Ideogrammen und französischen Worten versehen, entnommen dem Tagebuch von Gu Xingqing, dem Dolmetscher des Labour Corps, der darin das Schauspiel der Feierlichkeiten zum Ende des Krieges schildert. Im Winter scheint dieser massive Block über dem Horizont zu schweben; im Sommer hingegen, an die Maisähren des benachbarten Feldes gelehnt und beiderseits von zarten Gräsern gesäumt, lädt er dazu ein, Platz zu nehmen und sich der Ruhe dieses friedvollen Ortes hinzugeben, der sich zu allen vier Himmelsrichtungen öffnet. Kommt mit an diesen außergewöhnlichen Ort auf eine kurze Reise in Bildern und Worten, durch zwei Jahreszeiten und mehr als ein Jahrhundert Geschichte hinweg. Die chinesischen Arbeiter des Ersten Weltkriegs: Nolette, eine wenig bekannte Episode Der chinesische Friedhof von Nolette erinnert an eine wenig bekannte Episode des Ersten Weltkriegs, als die britischen Alliierten im Jahr 1917 das Chinese Labour Corps rekrutierten, um die kämpfenden Truppen logistisch zu unterstützen. Diese Arbeiter, auf fünf Jahre verpflichtet, waren keine Soldaten. Sie lebten jedoch in Lagern, in denen sie einer nahezu militärischen Disziplin unterstanden – davon zeugen unter anderem die Matrikelnummern, die ihnen zugewiesen wurden und ausnahmslos auf allen Grabsteinen verzeichnet sind. Diese als „Coolies“ bezeichneten Arbeiter – ein abwertender, rassifizierter und häufig beleidigender Begriff für chinesische Arbeitskräfte – wurden zudem sorgfältig von der lokalen Bevölkerung ferngehalten. Um den gravierenden Arbeitskräftemangel im kriegsverwüsteten Europa auszugleichen, arbeiteten diese Männer täglich zehn Stunden, sieben Tage in der Woche – mit Ausnahme des chinesischen Neujahrs. Sie wurden im rückwärtigen Frontgebiet eingesetzt. Dort übernahmen sie unter anderem Be- und Entladearbeiten und Transporte, errichteten und unterhielten Infrastrukturen, setzten Material instand oder bargen die Toten von den Schlachtfeldern. Nach dem Krieg räumten sie nicht nur die Felder von Blindgängern und verfüllten die Schützengräben, sondern beteiligten sich auch am Wiederaufbau, etwa beim Bau der Dorfschule von Nolette. In einem Klima gegenseitigen Misstrauens zwischen Europäern und Chinesen waren gewaltsame Übergriffe keine Seltenheit. Von den rund 130 000 Chinesen, die nach Frankreich gekommen waren, blieben lediglich etwa 2 000 dauerhaft – sie bildeten den Keim der chinesischen Gemeinschaft in Frankreich. Nolette, letzte Ruhestätte der chinesischen Arbeiter des Ersten Weltkriegs Der chinesische Friedhof von Nolette, der größte seiner Art in Frankreich und Europa, wurde 1921 von der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) nach den Plänen des britischen Architekten Edwin Lutyens errichtet, der unter anderem auch das Thiepval-Denkmal entwarf. Er bietet mehr als 840 dieser zivilen Arbeiter eine letzte Ruhestätte. Die meisten von ihnen starben an Krankheiten, insbesondere an der Spanischen Grippe, die von 1918 bis 1919 wütete; andere kamen bei Arbeitsunfällen ums Leben oder fielen Unterernährung, Kälte oder mangelnder Hygiene zum Opfer. Einige verloren ihr Leben zudem bei Einsätzen in den Kampfzonen oder in deren unmittelbarer Nähe. Das Denkmal für die Vermissten des Chinese Labour Corps In die Umfassungsmauer des Friedhofs integriert, erinnert ein Denkmal an rund vierzig chinesische Arbeiter ohne bekannte Grabstätte. Auf den Grabsteinen wie auch auf dem Denkmal selbst finden sich zahlreiche Inschriften. So ist auf den Grabsteinen etwa zu lesen: „A good reputation endures for ever“ („Eine gute Reputation währt ewig“) oder „Faithful unto death“ („Treu bis in den Tod“). Auf der Umfassungsmauer finden sich unter anderem die Inschriften „Their glory shall not be blotted out“ („Ihre Ehre soll nicht ausgelöscht werden“) sowie „1914 – The missing of the Chinese Labour Corps – 1918“ („1914 – Die Vermissten des Chinese Labour Corps – 1918“). Nolette: ein Ort des Gedenkens und der Würdigung Der Architekt Edwin Lutyens hat dem Friedhof von Nolette unter Wahrung der stilistischen Vorgaben der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) eine wahrhaft chinesische Seele verliehen. Schon am Eingang offenbart sich dieser Geist in einem Tor fernöstlicher Prägung, bewacht von zwei Zedern – stillen Hütern der Schwelle. Sie weisen den Weg zu einer großen, altehrwürdigen Kiefer, eingebettet in einen dichten Teppich aus Bergenien. Eine halbkreisförmige Steinbank umgibt den Baum und bietet im Sommer einen willkommenen Platz im wohltuenden Schatten seiner weit ausladenden Äste. Seit 2002 finden Mitglieder der chinesischen Gemeinschaft in Frankreich am ersten Sonntag im April auf den Friedhof von Nolette zusammen, um das Qingming-Fest zu begehen. Zu diesem Gedenkfest der Toten versammeln sich Historiker, lokale Mandatsträger, chinesische Vereinigungen sowie Diplomaten; so nahm etwa der chinesische Botschafter an der allerersten Zeremonie teil. Heute treffen die Verstorbenen und die Geschichte im Herzen von Nolette aufeinander, wo sich eine Bronzestatue erhebt, die 2023 von der chinesischen Gemeinschaft gestiftet wurde. Auf einem Granitsockel weithin sichtbar, zeigt sie drei chinesische Arbeiter inmitten ihrer Arbeit. Der erste hält eine Hacke, der zweite trägt einen Holzschbalken, der dritte eine Trage – ein Sinnbild für die Tätigkeiten, die diesen Männern zugewiesen waren. Zwei Marmorlöwen wachen über diese Szene, die im Zentrum eines kleinen französischen Dorfes zunächst befremdlich wirken mag. Doch sie ruft in Erinnerung, dass diese Männer, einst ausgegrenzt, heute einen Ehrenplatz innerhalb einer Gemeinschaft einnehmen, die ihnen die verdiente Anerkennung zollt. Januar 2026 Cimetière chinois de Nolette Chemin rural 80860 Noyelles-sur-Mer Um mehr über den Ersten Weltkrieg in der Somme zu erfahren, lohnt sich ein Besuch der unterirdischen Stadt von Naours sowie des Interpretationszentrum Vignacourt 14-16 . Kommentare Teilen Zurück

  • StudioLivres | La Somme, mon Amour

    librairie, Somme, Abbeville, Studio Livres, Duclercq, Ternisien, Oise, Beauvais, Amiens, disques, ateliers, Amélie Nothomb, Grégoire Delacourt, Marc Lévy, Michel Bussi, Céline Ghys, piano, imaginaire, régionalisme, Alfred Manessier, polar, science-fiction, BD, mangas, Buchhandlung, Widerstand, Schallplatten, Spiele, Signierstunden, Klavier, Kochbücher, Regionalromane, Schreibwaren, Bastelbedarf, Scrapbooking, Konzerte, Eintrittskarten, Kriminalromane, Science-Fiction, Comics, Jugendliteratur. STU[DIO] LIVRES Zurück Stu[dio] Livres, eine Herzensangelegenheit Undenkbar für mich an der Somme zu sein, ohne Stu[dio] Livres zu besuchen – stets mit einem liebevollen Gedanken an Marie, meine bezaubernde vierbeinige Gefährtin, die mich stets begleitete und die Jean-Claude Diot, der Inhaber der Buchhandlung, regelmäßig zu sich nahm, um mir zu ermöglichen nach Herzenslust durch die Regale zu schlendern. Diese Buchhandlung mit ihrem besonderen Charme ist eng mit meinen Erinnerungen, der lokalen Geschichte und einer Familie leidenschaftlicher Buchhändler verbunden. Eine Buchhandlung, tief verwurzelt in der Geschichte Abbevilles Schon vor vielen Jahren war mein Vater Kunde bei Stu[dio] Livres, damals firmierte die Buchhandlung, die später zu Duclercq-Ternisien wurde, noch unter dem Namen Duclercq. So setzt diese Buchhandlung, obwohl sie mehrfach den Besitzer gewechselt hat, eine fast 150 Jahre alte Tradition fort. Eine Plakette am Übergang zum alten Geschäftsteils zeigt, dass man den Marie-Thérèse- und Philippe-Duclercq-Bereich betritt. So wird hier die Erinnerung an einen Helden des Abbeville-Widerstands und seine Frau geehrt. Philippe Duclercq, geboren 1920, arbeitete von Oktober 1938 bis zum 20. Mai 1940, dem Tag, an dem die Buchhandlung bei den Bombenangriffen zerstört wurde, im Familienunternehmen. Gegründet 1882 von Paul Duclercq, wurde die Buchhandlung 2002 von Arlette und Jean-Claude Ternisien übernommen und 2016 von Jean-Claude und Virginie Diot gekauft. Auch unter der jetzigen Führung entzieht sich das Unternehmen nicht der Familientradition, da Tochter Jeanne und Ehemann Marc-Antoine das Team schon seit ein einigen Jahren verstärken. Ein Paar startet beruflich neu – mit voller Hingabe Die aus der Champagne stammende Familie Diot lebte einige Jahre berufsbedingt im Département Oise, in Beauvais, also rund 90 Kilometer südlich von Abbeville. Wie das Leben manchmal so spielt, beschlossen Virginie, die damals ein Geschäft für Heimtextilien führte, und Jean-Claude, als dieser seinen Job im medizinischen Diagnostikbereich verlor, ihrer Leidenschaft für die Literatur zu folgen und in die Buchbranche einzusteigen. Sie hatten sich bereits in die Somme verliebt, als sie ihre Kinder, damals Studenten in Amiens, regelmäßig besuchten. Ihr allmählich reifendes Projekt der beruflichen Umorientierung nahm plötzlich Gestalt an, als sie einen Anruf von der Industrie- und Handelskammer erhielten, die ihnen mitteilte, dass die Buchhandlung Ternisien in Abbeville zum Verkauf stand. 2016 schlugen sie zu. Eine mutige junge Frau für ein vielfältiges und ambitioniertes Programm 2021 wurde Stu[dio] Livres auf der rechten Seite um einen Bereich für Schallplatten, regionale Werke, Gedichtsammlungen und Spiele erweitert. Die Buchhandlung begeistert ihre Kundschaft weiterhin durch ihre Vielfalt, ihre Qualität und ihre Veranstaltungen. Außerdem hat Jeanne, die Tochter, es geschafft, renommierte Autoren wie Amélie Nothomb, Grégoire Delacourt, Marc Lévy und Michel Bussi, aber auch Céline Ghys, den aufstrebenden Star des historisch-regionalen Krimis (den ich sehr empfehle), anzuziehen, während sie auch weniger bekannte, aber ebenso interessante Autoren einlädt. Um die Hürden der Sekretären und Assistenten der Verlage zu umgehen, denen ihre Eltern oft gegenüberstanden, kam Jeanne vor ein paar Jahren auf die Idee, die Autoren direkt über die sozialen Netzwerke zu kontaktieren. Eine Idee, die offensichtlich funktionierte. Die Signierstunden finden nahe dem Eingang des Ladens statt, wo ein hübscher alter Schreibtisch, umgeben von gelben Designerstühlen, steht. Dahinter lädt ein Klavier Musiker zu einem spontanen Auftritt ein, am Fuße einer goldenen Treppe, die ins Nichts führt – außer vielleicht ins Reich der Fantasie. Regionale Wurzeln und ein unerschütterlicher Wille zur Freiheit So trägt jede Generation ihren Teil dazu bei, dass die Buchhandlung mit der Zeit geht und eine äußerst vielfältige Kundschaft aller Altersgruppen anzieht. Die Familie Diot legt Wert auf diese Vielfalt. So bietet die Abteilung für Regionalismus Kochbücher und Regionalromane, Bücher über die Weltkriege, die die Region stark gezeichnet und geprägt haben, oder Werke über das Natur- und Kulturerbe der Somme, insbesondere über den Maler Alfred Manessier, das Kind von Abbeville, sowie Reiseführer an. Und inmitten dieser Fülle an vielfältigen Büchern legt die Familie Diot, die ihre Kunden mithilfe von speziell gestalteten Wir-haben-uns-verliebt-in-Schildchen orientiert und individuell berät, besonderen Wert auf die Freiheit ihrer verlegerischen Entscheidungen, um Werke anzubieten, die im Masseneinzelhandel nicht zu finden sind. Ein Ort, wo Kreativität Generationen verbindet Im Stu[dio] Livres finden regelmäßig zahlreiche Veranstaltungen statt, die über soziale Medien und Aushänge im Laden angekündigt werden. Besonders im Untergeschoss, wo sich die Abteilungen für Schreibwaren, Bastelbedarf und Schulliteratur befinden, werden verschiedene Workshops organisiert: Scrapbooking-, Gartenarbeit- und, jüngst mit großem Erfolg, Aquarell-Workshops unter der Leitung einer Künstlerin aus Abbeville. Zurzeit wird auch an einem Vorlesestundenprojekt für Kinder gearbeitet, und regelmäßig finden hier auch kleine Konzerte statt. Man kann hier ebenfalls Eintrittskarten für Veranstaltungen erwerben. Im Obergeschoss – zwischen Fiktion und Erinnerung Den Laden sollte man nicht verlassen, ohne die Treppe hinaufzusteigen, die sich vom Keller bis in den ersten Stock windet, dem Reich der Kriminalromane, Science-Fiction, Comics, Mangas und Jugendliteratur, das von Matthieu, einem leidenschaftlichen Kenner, mit Hingabe geleitet wird. Hier holte ich vor wenigen Jahren noch regelmäßig die Perry-Rhodan-Bücher ab, die mein Vater bestellte. Sie haben es sich vermutlich schon gedacht: Für mich ist Stu[dio] Livres weit mehr als nur eine einfache Buchhandlung – sie verkörpert einen wertvollen Teil meiner Erinnerungen. Und ich bin überzeugt, dass außer mir viele Menschen eine große Verbundenheit zu ihr empfinden. Stu[dio] Livres 33 place Max Lejeune 80100 Abbeville Tel.: + 33 3 22 19 22 22 Facebook: Studio Livres Instagram: studio.livres Öffnungszeiten Virginie, Jean-Claude, Jeanne, Marc-Antoine, Matthieu, Pauline, Brice und Julie begrüßen Sie montags von 14.00 bis 19.00 Uhr und dienstags bis samstags von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 14.00 bis 19.00 Uhr. Eure Kommentare Facebook Zurück

  • La Villa dans les Pins, des gîtes dans les dunes, au milieu des arbres. La Villa dans les Pins, Ferienwohnungen in den Dünen, zwischen den Bäumen | La Somme, mon Amour

    Évadez-vous à la Villa dans les Pins, un gîte niché au cœur de la petite Californie à Quend-Plage-les-Pins. Trois appartements et une tiny house idéals pour se ressourcer à deux pas de la mer et du centre-ville de Quend-Plage. Animaux acceptés. La Villa dans les Pins – eine Oase des Friedens in Quend-Plage-les-Pins. Im Herzen der Dünen bietet die stilvolle Architektenvilla lichtdurchflutete Apartments mit Naturblick. Ruhe, Meeresrauschen & Komfort für Naturliebhaber und ihre Vierbeiner. La Villa dans les Pins La petite Californie, Klein-Kalifornien, eine Oase des Friedens Klein-Kalifornien – ein Name, der zum Träumen einlädt und ein Ort, wo sich zwischen den Dünen Häuser schmiegen: von großzügigen Villen bis hin zu bescheideneren Bungalows, die seit den 1950er Jahren gebaut wurden. Dadurch wurde ihnen die monotone Architektur von Wohnsiedlungen erspart, wie sie bei der letzten neu entstandenen Chaletreihe zu sehen ist. Die Villa dans les Pins – die Villa zwischen den Pinien – erwartet ihre Gäste am Ende einer Sackgasse mit dem ebenso rätselhaften wie poetischen Namen "Avenue des Boules d'Azur" – Avenue der azurfarblauen Kugeln. Vor ihr erstreckt sich in den Dünen ein Pinienwald, als natürliche Barriere gegen das Meer, dessen Brandung bei Flut deutlich zu hören ist. Dem Tosen der Wellen jenseits der Dünen antwortet der Gesang der Vögel, die selbst im Winter die leichte Meeresluft verzaubern. Ein Fenster zur Natur in komfortablen und lichtdurchfluteten Apartments Hélène Legru, ebenfalls Inhaberin des Gästehauses "La Tour Blanche" in Forest-Montiers, stellt mir diese Architektenvilla im Herzen eines Pinienwaldes vor, der heute als ZNIEFF, also als ökologisch wertvolle Schutzzone für Flora und Fauna ausgewiesen ist. Die Villa wurde in drei Apartments (70, 60 und 40 Quadratmeter) unterteilt, speziell geeignet für Familien, deren Vierbeiner, Hunde oder Katzen, hier willkommen sind. Die ehemalige Garage des Hauses wurde in ein 15 Quadratmeter großes Tiny House umgewandelt, humorvoll "das Loft" genannt – ein kleiner, aber lichtdurchfluteter Raum, sobald die Jalousien hochgezogen werden. Alle Räume der Wohnungen bieten Ausblicke auf die Pinien, wie sich stetig im Rhythmus der Jahreszeiten wandelnde Bilder. Eine von Hélènes Töchtern hatte die schöne Idee, diese Natur in einem Herbarium festzuhalten. Nun schmücken ihre gerahmte Pflanzenkreationen die Wände der Apartments. Draußen sind Erweiterungen der Terrassen und Balkone bereits in Planung. Etwas abseits lässt ein kleiner Ruhebereich, wie eine Insel oder ein Floß zwischen Pinien und Sanddornbüschen, Entspannungsmomente erahnen, die die Gäste erwarten. Sobald die schöne Jahreszeit beginnt, werden hier Liegestühle herausgeholt. Und wie Hélène betont: Wenn der Herbst naht – etwa im September oder Oktober –, können die Gäste die leckeren leuchtend orangefarbenen Beeren des Sanddorns genießen, die voller wertvoller Nährstoffe stecken. Eine zauberhafte Auszeit in Quend-Plage-les-Pins Eines der charmantesten Details für mich ist vielleicht das Erkerfenster im Elternschlafzimmer der größten Wohnung, das dazu einlädt, sich hinauszulehnen und vom Rauschen des Meeres und dem Vogelgesang in den Baumkronen verzaubern zu lassen. An diesem Ort, der Naturliebhaber und Komfortsuchende gleichermaßen begeistert, ist es nicht ungewöhnlich, Rehe, Mufflons oder Wildschweine zu sehen. Zudem liegt die Villa nur wenige Schritte vom Meer und dem Stadtzentrum von Quend-Plage entfernt und wird somit zweifellos die Erwartungen ihrer Gäste voll und ganz erfüllen. La Villa Dans Les Pins 6 Avenue des Boules d’Azur 80120 Quend-Plage-les-Pins Mobil: +33 6 88 61 31 62 E-Mail: helene.legru@gmail.com Website: www.lavilladanslespins.com/fr Instagram: lavilla_danslespins Facebook: Le Loft et la Villa dans les Pins

  • Histogame Escape-game laser-game Abbeville. Banque de France Abbeville. | La Somme, mon Amour

    Seconde Guerre mondiale, raid, prison, résistants, Banque de France, FFI, escape game, Histogame, patrimoine, immersion, scénarios historiques, laser game, sorcellerie, graffeurs, créativité, manufacture de drap, énigmes, ambiance immersive, tunnels, coffres, réhabilitation, loisirs, histoire vivante, Zweiter Weltkrieg, Widerstandskämpfer, Alliierten, Escape-Game, kulturelles Erbe, Immersion, Laserspiel, Zauberei, Graffiti-Künstler, Zeitreise, Tunnel, Tresorraum, Restaurierung. Zurück HISTOGAME Eintauchen in einen Ort mit ereignisreicher Vergangenheit: Im Herzen Abbeville erhebt sich das Gebäude der ehemaligen Banque de France, einst Zentrum von Reichtum und Verschwiegenheit. Heute pulsiert es im Takt der Rätsel von Histogame. Dort vermischen sich Geschichten, die Vergangenheit atmen: Résistance, Templer, Hexerei, mit Laserschwert-Duellen in den labyrinthartigen alten Archiven. Erinnerung wird Spiel. Spiel wird Erinnerung. Räuber einer anderen Art – wenn Geschichte zum Spiel wird Der Krieg neigt sich dem Ende zu. Die Alliierten sind einige Tage zuvor gelandet. In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1944 wird ein Überfall auf das Gefängnis von Abbeville verübt, wo 171 Gefangene, darunter 70 Widerstandskämpfer, einsitzen. Mindestens vier sollen nach Amiens verlegt und dort erschossen werden. Ein aus elf Männern bestehende Kommando befreit sie. Im darauffolgenden Monat wird die Banque de France angegriffen: Die FFI, die französischen Streitkräfte des Inneren, sollen eine Summe, die heute achtzehn Millionen Euro entsprechen würde, und ein Kunstwerk, das die Besatzer nach Deutschland bringen wollen, erbeuten. Dieses Spiel basiert auf einer Episode des Zweiten Weltkriegs und zählt zu den Szenarien, die sich Histogame und sein Team ausgedacht haben. Die Kulisse dafür, die ehemalige Banque de France, ist imposant. Ein Familienabenteuer, das aus dem Rahmen fällt Histogame ist nicht nur Nicolas Franquevilles Fantasie entsprungen, sondern auch aus seiner tiefen Vorliebe für Geschichte und seiner Erfahrung mit Escape-Games, die er im Schloss von Picquigny und in Eaucourt-sur-Somme gesammelt hatte. Leidenschaft allein reicht jedoch nicht immer aus: Ende 2020, nach der Coronakrise, sind die Banken zurückhaltend. Doch die Familie Franqueville hält zusammen und ein von den Eltern des jungen Mannes aufgenommenes Privatdarlehen ermöglicht es, das Erdgeschoss und einen Teil des Untergeschosses der Banque de France zu erwerben, die seit 2005 leer standen. Der Traum wird schließlich 2021 Wirklichkeit – eine Wirklichkeit, die sofort viel Einsatz erfordert, denn die Räumlichkeiten bedürfen einer großen Auffrischung, die hauptsächlich von der Familie in drei Monaten harter Arbeit, sieben Tage die Woche, in insgesamt 1.500 Stunden, durchgeführt wird. Flohmarktstücke als Zeitmaschinen – Inszenierte Epochen und Welten Flohmärkte, Antikhändler und Recyclinghöfe in der ganzen Region werden nach Möbeln und Gegenständen durchstöbert, um die äußerst lebendige und authentische Atmosphäre zu erschaffen, in die die Teilnehmer der Escape- und Laserspiele eintauchen, ob sie nun in die Zeit zurückreisen, als Widerstandskämpfer in Abbeville 1944, auf den Spuren des Templerschatzes wandeln oder in die magische Welt der Hexerei eintauchen. Die Kulisse ist von Roselyne, Nicolas Mutter, mit viel Liebe erschaffen und nachgebildet worden, wobei sie sogar die Wände mit edlen selbstentworfenen Schablonenmotiven verziert hat. Für das Lasergame, das sich im Archiv und im Kohlenkeller im Untergeschoss der Bank befindet, hat die Familie zudem auf das Talent von zwei Graffiti-Künstlern gesetzt: Kévin Fléchelle und Fabien „Fab“ Kans aus Blangy-sur-Bresle bzw. Le Tréport. Ein Magier am Werk: Zeremonienmeister Nicolas Heute erwartet Nicolas eine Gruppe, die er begleiten wird, um in der Zaubererbank das Rätsel der Zaubersprüche zu lösen, die aus den Grimoires verschwinden. Die Rätselliebhaber können immer auf seine Unterstützung zählen, insbesondere, wenn sie sich in einer ausweglosen Lage befinden. Das Erlebnis soll spielerisch bleiben und vor allem die Lust nach mehr wecken. Nicolas, der sich umziehen wollte, erscheint wieder, verwandelt in einen Zauberer, der, wie es sich gehört, einen langen Umhang und einen spitzen Hut trägt und sich selbstbewusst auf einen langen, knorrigen Stab mit einem Totenschädel stützt. Die angekündigte Gruppe trifft ein. Jagd im unterirdischen Labyrinth: das Upcycling-Lasergame In der Zwischenzeit führen mich Alain, Nicolas Vater, und Roselyne in den Keller, wo sie mir stolz die Kulisse des Laserspiels präsentieren, für das sie unter anderem Regale aus dem Archiv oder ein Garagentor zu Wänden eines Labyrinths recycelt haben. Das Ganze ist mit den Werken der beiden Graffiti-Künstler Kévin Fléchelle und Fabien „Fab“ Kans geschmückt, deren Kreatur, ein freundliches, Geldscheine knabberndes Monster trotz eines mürrischen Gesichtsausdrucks zum Knuddeln einlädt. Die Atmosphäre ist gelungen und ich habe gehört, dass die lautesten Schreie bei den Verfolgungsjagden durch die Labyrinthe dieses ungewöhnlichen Ortes nicht unbedingt die von Kindern sind. Spaß, Entspannung und Loslassen garantiert! Kreativer Dauerstrom: Histogame kennt keine Pause… Roselyne auch nicht! Der Besuch geht ohne Roselyne weiter, die sich wieder mit der Dekoration des Empfangstresens beschäftigt: Halloween steht vor der Tür. Auch hier gibt es immer etwas zu tun. Selbst die Szenarien der Spiele werden ständig weiterentwickelt und hier und da angepasst, um Authentizität und Perfektion zu gewährleisten; der kreative Geist schläft nie. Wenn Mauern erzählen: Vom Hôtel van Robais zur lebenden Abenteuerkulisse Die ehemalige Villa van Robais, die ursprünglich Maison neuve oder Maison van Robais hieß, wurde zwischen 1752 und 1754 von Abraham van Robais erbaut. Sie diente auch als Unterkunft für die Direktoren der Tuchmanufaktur van Robais und ihre Familien. In den 1920er Jahren ging sie in den Besitz der Banque de France über und wurde mehrfach umgebaut, eh sie 2005 aufgegeben wurde. Während das Erdgeschoss und das Untergeschoss von Histogame genutzt werden, wurden das Obergeschoss, das Pförtnerhaus, die ehemaligen Garagen und das Büro des Direktors in Wohnungen umgewandelt. Alain zeigt mir einen Tunnel, der einst die Concierge-Wohnung mit dem Keller der Bank verband, um im Notfall einen Zugang zu bieten. Heute ist er auf der Seite des Pförtnerhauses zugemauert, doch würde sich auch dieser Durchgang hervorragend für ein spannendes Szenario eignen. Anschließend nehmen wir eine sanft geschwungene Treppe, wie sie die alten Architekten meisterhaft zu bauen verstanden, die zu der Wohnung des Direktors führt. Alles an diesem Ort, bis hin zu den Markenschildchen des Roux-Combaluzier-Aufzugs oder der schweren Fichet-Tür, die sich zum Tresorraum hin öffnet, erinnert an eine vergangene Epoche, die dank der Fantasie der Hausherren durch wahre und erfundene Geschichten wiederbelebt wird. Die Banque de France erwacht zum neuen Leben: Hoffnung für andere schlafende Schätze… Das Abenteuer in der Zaubererbank ist zu Ende, Roselyne macht eine kurze Pause von ihren Dekorationsarbeiten; ich nutze die Gelegenheit, um die ganze Familie zu fotografieren und meinen drei Gastgebern herzlich dafür zu danken, dass sie sich die Zeit genommen haben, mich durch diese „Zeitkapsel“ zu führen. Histogame hat die Banque de France aus ihrem langen Schlaf erlöst und ihr eine neue Existenz geschenkt. Auch andere Orte in Abbeville, wie das Musikkonservatorium oder die ehemalige öffentliche Badeanstalt, warten darauf, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt zu werden. Hoffen wir, dass auch ihnen das Glück beschert wird, gerettet zu werden. Histogame 22 rue Lesueur 80100 Abbeville Öffnungszeiten Auf Reservierung* Schulferien: Dienstag bis Sonntag Außerhalb der Schulferien : mittwochs, samstags, sonntags Außerhalb der Öffnungstage: Geöffnet für Gruppen >10 Personen (Teambuilding, private Veranstaltungen, usw.) nach Kostenvoranschlag und auf Reservierung. Kontakt: - contact@histo-game.com - Alle weitere Informationen werden über E-Mail kommuniziert. Für weitere Fragen: FAQ ( Frequently Asked Questions). - Tel.: +33 9 88 52 30 81 - Reservierungen sind nur über die Website https://www.histo-game.com/contact/ möglich. * Man kann jedoch auch direkt vorbeikommen und seinGlück versuchen. Wenn ein Termin frei und ein Spielleiter verfügbar ist, ist es kein Problem. Eure Kommentare Zurück Facebook

  • Saint-Riquier | La Somme, mon Amour

    Saint-Riquier, Abbeville, historische Umgebung, Kulturprogramm, Karl der Große, Abtei, religiöse Zentren, Abteikirche, Denkmal, Flamboyantgotik, Park, Obstgarten, Gottesdienst, Trödel, cadre historique, programme culturel, Centule, Charlemagne, Abbaye, centre religieux, intellectuel, culturel, Europe, Beffroi, chiens admis, style gothique, parc arboré, Picardie, verger historique, arbres fruitiers, entrée gratuite, accès libre, café de l’Abbaye, La Grange, Préô de Saint-Riquier, brocante. Zurück SAINT-RIQUIER Saint-Riquier, etwa zehn Kilometer von Abbeville entfernt, besitzt viele Vorzüge: Seine historische Umgebung, sein Panorama auf das Tal, sein vielfältiges Kulturprogramm und seine Bummel- und Unterbringungsmöglichkeiten. Saint-Riquier, das in gallo-römischer Zeit Centule hieß, verdankt seinen heutigen Namen dem heiligen Eremiten Richarius, der im 7. Jahrhundert das Ponthieu evangelisierte. Karl der Große machte seine im Jahr 625 gegründete Abtei zu einem der größten religiösen, intellektuellen und kulturellen Zentren Europas. Trotz mehrerer Zerstörungen im Laufe der Jahrhunderte trug sie zur Ausstrahlung und Entwicklung von Ponthieu bei und war der Ursprung der Stadt und des Hafens Abbeville (die Stadt der Äbte). Besichtigungen Der Belfried Der Belfried aus dem 12. Jahrhundert (der zugleich Tourismusbüro ist). Geführte Besichtigungen - Jeden Sonntag vom 7. Juli 2024 bis zum 25. August 2024 von 16:00 bis 16:40 Uhr. - Am 15. September 2024 von 16.00 bis 16.40 Uhr - Am 27. Oktober 2024 von 16.00 bis 16.40 Uhr. Hunde dürfen mit. Die Abteikirche von Saint-Riquier Die im Jahr 625 gegründete und mehrfach zerstörte und wieder aufgebaute Kirche wurde 1840 zum geschützten Denkmal erklärt. Ihre Fassade wurde Anfang des 16. Jahrhunderts im Stil der Flamboyantgotik errichtet. Neben den Flügeln und dem Abteigebäude kann man in dem Park um die Abtei drei Gebäude aus dem 19. Jahrhundert bewundern, von denen zwei das ländliche, landwirtschaftliche und handwerkliche Leben in der Picardie zu dieser Zeit veranschaulichen. Der etwa drei Hektar große Park beherbergt einen historischen Obstgarten, wie ihn Karl der Große in einem Kapitular forderte. So gibt es hier etwa 300 Obstbäume: Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pfirsich-, Pflaumen-, Kastanien-, Walnuss- und Haselnussbäume sowie etwa 100 Zierbäume. Derzeit werden in den Gärten der Abtei Skulpturen von Albert Hirsch ausgestellt. Freier Eintritt Besichtigung der Abteikirche Vom 1. April bis zum 31. Oktober ermöglicht ist der Zugang zur Abteikirche frei: montags bis samstags, außer an Feiertagen, von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:30 Uhr, sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr. Vom 1. November bis 31. März ist sie für die Öffentlichkeit geschlossen. Gottesdienst jeden Sonntag um 11:00 Uhr. Aber Saint-Riquier hat noch mehr zu bieten. Hier kann man gut essen: im Café de l'Abbaye , in La Grange oder im Restaurant Esprit Passion du Goût . Oder aber ... Lust auf einen Abend im Cafétheater ? Dann mal los ins Le Préô de Saint-Riquier, wo ihr gleichzeitig ein Getränk und einen herzhaften oder süßen Teller genießen könnt - oder warum nicht beides? 1 rue de l'École des filles +33 6 58 36 95 39 theatre-le-preo@laposte.net https://theatrelepreo.fr/ https://www.facebook.com/theatre.le.preo Trödel und Antiquitätenliebhaber? Antiquité de l’abbaye 1 place de l'Église (Platz der Kirche) +33 6 45 89 77 81 Begebt euch auf Erkundungstour. Ihr es nicht bereuen. Eure Kommentare Zurück Facebook

  • ACCOMMODATION | La Somme, mon Amour

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  • Unterirdische Stadt von Naours – Geschichte, Besuch & Erster Weltkrieg | La Somme, mon Amour

    Die unterirdische Stadt von Naours in der Somme: faszinierende Geschichte der Muches, Zuflucht im Ersten Weltkrieg und einzigartiger Ort in Nordfrankreich. Jetzt entdecken. DIE UNTERIRDISCHE STADT VON NAOURS Taucht mit mir ein in den Schoß der Erde, dorthin, wo Mythos und Geschichte verwoben sind. Man erzählt sich, dass die Höhlen von Naours schon im 9. Jahrhundert als Zuflucht vor den Wikingerüberfällen dienten. Doch mehr als ein bloßer Unterschlupf ist diese unterirdische Stadt ein wahres Steinschiff, das durch die Zeitalter gleitet. Folgt mir auf den Spuren jenes visionären Abtes, der sie dem Vergessen entriss, jenes Architekten einer Reise durch die Archipele der Vergangenheit. Die unterirdische Stadt von Naours: eine Wirklichkeit, so faszinierend wie die Legenden Auch wenn die These von Wikingereinfällen durch die Forschung nicht bestätigt werden konnte, ließ sich doch eindeutig nachweisen, dass im 15. Jahrhundert der Kreideabbau begann und ein Netzwerk von 28 Gängen mit 300 Kammern und Gemeinschaftsräumen entstand – von denen heute etwa die Hälfte besichtigt werden kann. Rund 2.000 Menschen konnten dort während kriegerischer Zeiten zusammen mit ihrem Vieh und ihren Ernten unterkommen. Die Bewohner organisierten diesen unterirdischen Komplex wie ein echtes Dorf: mit Straßen, Plätzen, Ställen, Wohnbereichen, Kapellen, Belüftungsschächten und Kaminen. Der Rauch wurde über ein ausgeklügeltes Lüftungssystem abgeleitet, sodass er in sicherer Entfernung der eigentlichen Feuerquelle austrat. So konnte man den Feind in die Irre führen. Dank dieses Systems der Muches – der „Verstecke“, wie sie im Picardischen genannt werden – konnte man sich im Falle von Gefahr sogar über mehrere Monate dort aufhalten. Von Flüchtlingen und Schmugglern: die „Muches“ im Wandel der Jahrhunderte Im Laufe der Jahrhunderte diente die unterirdische Stadt immer wieder als Zufluchtsort, etwa während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), einem Konflikt, der tief in religiösen Spannungen verwurzelt war. Nach dieser Epoche dienten die „Muches“ den Salzschmugglern als Versteck. Dort versteckten sie sich vor den „Gabelous“, jenen königlichen Abgesandten, die den Auftrag hatten, die staatliche Salzsteuer – die Gabelle – einzutreiben. Diese Steuer war im Norden Frankreichs besonders hoch und galt als extrem ungerecht. Sie führte immer wieder zu Aufständen und wurde schließlich am 1. März 1790 von der verfassunggebenden Nationalversammlung unter Ludwig XVI. endgültig abgeschafft. Mit dem Verschwinden des Salzschmuggels gerieten auch die „Muches“ zunehmend in Vergessenheit. Der Abt und die vergessene Stadt Erst 1887 wurde die vergessene unterirdische Stadt durch einen leidenschaftlichen Historiker und Archäologen wiederentdeckt: den Abbé Ernest Danicourt (1846–1912), Pfarrer von Naours von 1885 bis zu seinem Tod im Jahr 1912. Er hatte archäologische Forschungen zur gallorömischen Präsenz in der Umgebung begonnen. Mit Hilfe der Dorfbewohner entdeckte er den Eingang zum Steinbruch von Naours. Von der Bevölkerung weiterhin unterstützt, widmete er sich über mehrere Jahre hinweg der Räumung der Gänge und legte dabei Alltagsgegenstände, Tierknochen, Fossilien und Münzen frei – es ist sogar von der Entdeckung von zwanzig Goldmünzen die Rede. Er arbeitete an der Identifizierung der verschiedenen Räume und benannte die Galerien zur besseren Orientierung nach den Straßen an der Oberfläche. Das Lebenswerk des Abtes Danicourt fand am 3. Juli 1893 seine Anerkennung, als sich im unterirdischen Stadtkomplex von Naours Mitglieder dreier gelehrter Gesellschaften versammelten: der Société française d’archéologie , der Société d’émulation d’Abbeville und der Société des antiquaires de Picardie . Eine Gedenksäule erinnert noch heute an dieses Ereignis. Sie trägt die Inschrift: „Zur ewigen Erinnerung – 3. Juli 1893 – Der Archäologenkongress Frankreichs, zur 60. Sitzung in Abbeville versammelt, begibt sich zur Besichtigung der Kirche und der unterirdischen Anlagen.“ Darunter folgen die Namen der Kongressteilnehmer. Aus einem vergessenen Ort wurde somit ein anerkanntes Kulturerbe. Unter der Leitung von Ernest Danicourt, der sich bis zu seinem Tod für die Erhaltung, Gestaltung und Aufwertung der Anlage einsetzte, wurde die unterirdische Stadt ab dem Jahr 1906 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1915–1918: Die unterirdische Stadt, eine Zuflucht für alliierte Soldaten Während eines Großteils des Ersten Weltkriegs lag das Dorf etwa 30 Kilometer vom Frontverlauf entfernt und wurde zu einem Rückzugsort für Soldaten, die im Département Somme stationiert, auf Urlaub oder auf dem Durchmarsch waren. Ab 1915 wurde die unterirdische Stadt für sie zu einem Ort der Erholung, einer Art „Ferienziel“, wo Briten, Australier, Kanadier und Neuseeländer Ablenkung und eine kurze Flucht vor dem Schrecken des Krieges suchten. Zwischen 1915 und 1918 hinterließen sie etwa 3.000 Graffiti: Namen, Dienstnummern, Regimenten, Daten, Herkunftsorte oder persönliche Botschaften – die im Jahr 2014 vom Archäologen Gilles Prilaux vom INRAP (Institut national de recherches archéologiques préventives) wiederentdeckt wurden. Ein Interpretationszentrum, das diesen Soldaten auf der Durchreise gewidmet ist, wurde 2015 eröffnet. Es empfängt die Besucher am Ausgang der Grotten und vermittelt Einblicke in den Alltag dieser Männer, die in Naours ein paar Augenblicke Leichtigkeit und Sorglosigkeit suchten – wie zahlreiche ausgestellte Fotografien belegen. Das Zentrum hat zudem dazu beigetragen, dass Nachkommen alliierter Soldaten Spuren ihrer Vorfahren wiederfinden konnten. Die Stadt im Zweiten Weltkrieg: ein Kapitel mit vielen offenen Fragen Die Nutzung der Grotten während des Zweiten Weltkriegs ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Einige Berichte sprechen davon, dass die Briten zu Beginn des Krieges dort ein Treibstofflager eingerichtet hätten. Die Deutschen wiederum sollen die Anlagen ab etwa 1941 bis 1943 als Munitionsdepot und später als Verteidigungsbasis genutzt haben. Diese Annahmen gelten jedoch als unsicher, da es an belastbaren Belegen fehlt. So bleibt dieses Kapitel in der Geschichte der Grotten von Naours weitgehend im Dunkeln – und wartet noch darauf, weiter erforscht zu werden. 33 Meter unter der Gegenwart Die unterirdische Stadt von Naours mit ihrer Geschichte und besonderen Atmosphäre hat die Kraft, selbst jemanden zu verzaubern, der – wie ich – enge Räume nur schwer erträgt. Ich muss gestehen: Wäre ich nicht von meiner Freundin Élisabeth eingeladen worden, hätte ich garantiert immer wieder einen Grund gefunden, mich vor diesem 33 Meter tiefen Abstieg in die kühle Erde zu drücken. Man betritt die unterirdische Stadt durch ein Häuschen. Links davon ist eine Stele aus dem Jahr 1898 den wissenschaftlichen Disziplinen gewidmet ist, die bei den Forschungen in der unterirdischen Anlage zum Einsatz kamen. Hinter der Tür des schlichten Fachwerkbaus aus Ziegelstein blickt der Besucher direkt auf das Porträt von Abbé Danicourt, das über einem mehrstufigen Treppenabgang hängt – ein Anblick, der rasch alle Vorstellungen von bodenlosen Abgründen zerstreut. Unten wirken die Kreidewände so stabil, dass man das Gewicht der Tonnen von Gestein über sich rasch vergisst. Die Luftschächte, auch wenn sie keinen Blick in den Himmel erlauben, haben ebenfalls etwas Beruhigendes. Man beginnt sich vorzustellen, wie die Menschen damals hier lebten, auf der Flucht, in diesen zwar begrenzten, aber schützenden Räumen. Mit dem Abt Danicourt durch die Zeitalter Die unterirdische Stadt ist eine wahre Zeitmaschine, die uns bis in ferne prähistorische Epochen entführt. Der Abt Danicourt hatte es sich bei seinen Ausgrabungen zur Aufgabe gemacht, verschiedenste Fossilien sichtbar zu machen, die er mit schwarzer Farbe umrahmte, damit dem Besucher auf seinem „Streifzug durch die Zeitalter“ kein einziges Detail entgehen würde. Hier und da ergänzte er seine Funde mit kleinen Texten – oft mit einem Hauch von Poesie. So liest man etwa: „Inocerame von besonders anmutiger Form“, als Beschreibung einer versteinerten Meeresmuschel, oder: „Form von Schornstein A und oberer Galerie B, die in einen zweiten Luftschacht C münden, durch den der Rauch über den Schornstein D des Häuschens des Müllers abgeleitet wurde, um den Feind zu täuschen“ – eine beschriftete Illustration am Eingang eines Kanals, sowie: „Das Monster-Pfeilerwerk – Gesamthöhe 22 Meter, Fundament 60 Kubikmeter“, eine Notiz über das Tragewerk der Rotunde – eines weiten Raumes, über dem eine Marienstatue wacht. Die Decke dieses Saals bildet der Boden einer falschen Kapelle, die man von außen zwischen den Baumwipfeln am Hang erkennt. Der Spaziergänger wird draußen vergeblich nach einem Weg zu diesem Bauwerk suchen – das in Wahrheit keines ist und dennoch seinen ganz eigenen Zauber entfaltet. Nach so viel Weite führt der Weg durch einen niedrigen Gang – nur 1,60 Meter hoch –, den man nur gebeugt passieren kann, als verneige man sich vor der Geschichte. Man gelangt dann zu einem Raum, in dem sich ein kleiner Obelisk erhebt – Erinnerungszeichen an das Treffen der drei gelehrten Gesellschaften in Naours, mit den Namen der Teilnehmer des Kongresses von 1893. Auch andere Zeitebenen melden sich hier zu Wort: Von Abbé Danicourt sorgsam eingefasste Fossilien zeugen vom uralten Charakter des Ortes, während die Graffiti alliierter Soldaten und hie und da eine Mohnblume, oder gar ein ganzer Kranz, an eine jüngere Vergangenheit erinnern. Zeit wird hier fast zu einem Raum – scheint nicht mehr unüberwindbar. Viele Besucher vertiefen sich lange in diese vielschichtige Spurensuche durch die Geschichte. Wer dem "Andrang" entkommen möchte, braucht sich nur zur sogenannten ‚Ahnenhalle‘ und danach zur Quergalerie mit dem Christus am Kreuz zu begeben. Daran schließen sich das Museum alter Handwerksberufe und schließlich das Interpretationszentrum an, das uns allmählich wieder an die Gegenwart heranführt. An dessen Wänden hängen Porträts und Fotografien junger Männer, die lachend in die Kamera blicken, Schneeballschlachten ausfechten, Bockspringen spielen oder auf Bäume klettern – mit einer kindlichen Unbekümmertheit und Leichtigkeit, als tobte der Krieg nicht nur wenige Kilometer entfernt. Und an der Oberfläche … Es fällt schwer die unterirdische Stadt zu verlassen, wo die Vergangenheit so greifbar scheint, ohne sich zu wünschen, eines Tages erneut darin einzutauchen. Draußen überrascht die sommerliche Wärme und holt den Besucher nach und nach in die Wirklichkeit zurück. Ein Spaziergang durch den Park führt zunächst zu einem reizenden Wassermühlenhäuschen, flankiert von einem kleinen Teich und einer Miniaturinsel mit einer einzelnen Palme. Weiter geht es zu einem kleinen Streichelzoo mit Bauernhoftieren und einem Spielplatz. Dort erinnern Rutschen, Schaukeln und Kletternetze in Insektenform daran, dass auch die Entomologie zu den auf der Stele erwähnten wissenschaftlichen Disziplinen zählt. Einige Treppenstufen weiter, entlang eines Kletterwaldparcours und schattiger Wege, erreicht man schließlich eine Anhöhe, auf dem sich zwei hölzerne Bockwindmühlen erheben. Obwohl sie „importiert“ wurden – die eine stammt aus Linselles im Norden Frankreichs, die andere aus dem belgischen Stavele – erinnern sie auf dem Hügel „du Guet“ stolz an eine längst vergangene ländliche Kulturlandschaft. Erfüllt von all den Eindrücken kann der Besucher sich vor der Heimreise in der Brasserie des Muches erfrischen oder in der Souvenirboutique stöbern, die unter anderem die gläsernen Mohnblumen einer lokalen Kunsthandwerkerin in den Mittelpunkt stellt. Um mehr über den Ersten Weltkrieg in der Somme zu erfahren, lohnt sich ein Besuch des chinesischen Friedhofs in Nolette sowie des Interpretationszentrum Vignacourt 14-16 . Dezember 2025 Kurze Einführung der drei gelehrten Gesellschaften, deren Fachleute und fachkundige Laien sich 1893 in Naours versammelten und der unterirdischen Stadt zu wissenschaftlicher Anerkennung auf nationaler und regionaler Ebene verhalfen. Damit legten sie den Grundstein für die spätere Aufwertung dieses Kulturerbes. 1. Société française d’archéologie Gründung: 1834 durch den normannischen Archäologen, Historiker und Philanthropen Arcisse de Caumont. Als gemeinnützig anerkannt. Zielsetzung: Erforschung und Bewahrung von Denkmälern und Kulturgütern sowie deren Vermittlung durch wissenschaftlich hochwertige Publikationen. Die Gesellschaft gibt jährlich ein Bulletin sowie vierteljährlich die Tagungsberichte ihres Kongresses heraus. Website: www.sfa-monuments.fr 2. Société d’émulation d’Abbeville Gründung: Am 13. Vendémiaire des Jahres VI (4. Oktober 1797) durch mehrere Persönlichkeiten der Stadt, darunter Eugène Pioger (erster Vorsitzender), Jules Boucher de Crèvecœur (Vater von Jacques Boucher de Perthes, der als Pionier der Prähistorik in Frankreich gilt) und Adrien Tillette de Mautort. Zielsetzung: Förderung der Literatur, Wissenschaft und Kunst, mit besonderem Fokus auf lokaler Geschichte, Geografie und Archäologie, insbesondere der Stadt Abbeville und ihrer Region. Die Gesellschaft veröffentlicht regelmäßig Werke und ein jährliches Bulletin. Website: www.societe-emulation-abbeville.com/présentation 3. Société des antiquaires de Picardie Gründung: 1836 durch Historiker und Archäologen aus Amiens. Zielsetzung: Erforschung von Kunst und Geschichte der Picardie und der picardischen Sprachräume von den Ursprüngen bis in die Gegenwart. Seit 1851 als gemeinnützig anerkannt. Die Gesellschaft zählt heute rund 180 Mitglieder. Sie war maßgeblich an der Gründung des Musée de Picardie beteiligt und schenkte es 1869 der Stadt Amiens. Ihre Forschungsergebnisse werden in den „Mémoires“ und „Bulletins“ veröffentlicht. Website: Société des Antiquaires de Picardie Facebook: Société des Antiquaires de Picardie Instagram: @societedesantiquairesdepicardie Praktische Informationen für Besucher (Cité souterraine de Naours) Juli–August: täglich von 10:00 bis 18:30 Uhr geöffnet April, Mai, Juni, September: 10:00–17:30 Uhr (Wochenenden bis 18:30 Uhr) Februar–März: 10:00–16:30 Uhr 1. Oktober bis Ende der Allerheiligenferien (Zone B): 10:00–17:30 Uhr Geschlossen: montags außerhalb der Hochsaison Jährliche Schließung: von Ende der Allerheiligenferien (Zone B) bis 31. Januar Gruppenbesuche ab 15 Personen möglich – nur mit Voranmeldung Feiertage geschlossen: Ostermontag, 1. Mai Letzter Einlass: 1,5 Stunden vor Schließung Geführte Besichtigungen und Audiogeführte Besichtigungen Audioguide verfügbar in folgenden Sprachen Französisch, Englisch, Niederländisch, Deutsch, Spanisch und Französischer Gebärdensprache (alle Sprachen jeweils in Versionen für Erwachsene und Kinder erhältlich). Empfehlungen Temperatur in der Grotte: 9 °C → warme Kleidung empfohlen. Schwaches Licht → ggf. Taschenlampe oder Smartphone mitnehmen. Cité souterraine de Naours 5 rue des Carrières 80260 Naours – Frankreich 📞 Tel.: +33 3 22 93 71 78 📧 E-Mail: contact@citesouterrainedenaours.fr 🌐 Website: www.citesouterrainedenaours.fr 📘 Facebook: Cité souterraine de Naours 📷 Instagram: @citesouterrainedenaours Kommentare Teilen Zurück

  • Impressum. Mentions légales| La Somme, mon Amour

    Mentions légales La Somme, mon Amour. Impressum, La Somme mon Amour. Home IMPRESSUM Angaben gemäß § 5 TMG (Telemediengesetz): Catherine da Silva-Pedersen Millau-Promenade 5 32105 Bad Salzuflen Deutschland Kontakt: Telefon: +49 176 22175538 E-Mail: deutsch@ins-franzoesische.de Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Catherine da Silva-Pedersen Millau-Promenade 532105 Bad Salzuflen Deutschland Haftungsausschluss: 1. Haftung für Inhalte Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. 2. Haftung für Links Unser Angebot enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. 3. Urheberrecht Die durch die Seitenbetreiber erstellten Inhalte und Werke auf diesen Seiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Alternative Streitbeilegung: Die Europäische Kommission stellt eine Plattform zur Online-Streitbeilegung (OS) bereit: https://ec.europa.eu/consumers/odr/ .

  • Le moulin de Bussus-Bussuel : patrimoine vivant au cœur de la Somme. Die Mühle von Bussus-Bussuel: lebendiges Kulturerbe in der Somme | La Somme, mon Amour

    Près d’Abbeville, le moulin Vaillant-Tellier restauré par des passionnés. Régulièrement ouvert au public en été, on le verra donner de vigoureux tours d'ailes et l’on pourra rencontrer les gens derrière ce beau projet. In der Nähe von Abbeville, die Vaillant-Tellier Mühle von einem Verein leidenschaftlich restauriert. Im Sommer regelmäßig für die Öffentlichkeit zugänglich, kann man sie dabei beobachten, wie sie kräftig ihre Flügel schwingt und dabei die Menschen hinter dem Projekt kennenlernen. Zurück VAILLANT-TELLIER-MÜHLE Die Mühle Vaillant-Tellier – eine Geschichte fast vom Winde verweht Zufälle sind geschickte Wegweiser – so auch an jenem Tag, als ein spontaner Abstecher zu einer alten Mühle nicht nur Türen zu einem liebevoll restaurierten Erbe öffnete, sondern auch zu den Geschichten jener, die es bewahren. Bussus-Bussuel, der stille Charme eines Dorfes zwischen Vergangenheit und Gegenwart Zufällige Begegnungen sind oft die besten. Auf dem Rückweg von der Brocante de l’Abbaye in Saint-Riquier hatte ich beschlossen, einen Abstecher nach Bussus-Bussuel zu machen, um mir dort die Mühle anzusehen, die ich ein paar Tage zuvor gesehen hatte, als ich auf der Landstraße nach Abbeville fuhr. Das Dorf, das ich durchquere, ist eine Allegorie der vergehenden Zeit: Neue, alte und sehr alte Häuser wechseln sich ab. Alles strahlt Ruhe aus. Um zur Mühle zu gelangen, muss man eine schmale, von kleinen grasbewachsenen Böschungen gesäumten Straße entlangfahren. Eine überraschende Begegnung am Wegesrand Als ich ankomme, bin ich überrascht, einige Autos am Straßenrand parkend und kleine Gruppen von Leuten vorzufinden. Ich fahre rechts ran und stolpere von einer Überraschung in die nächste. Ein Auto hält mit heruntergelassenem Fenster auf gleicher Höhe: "Es ist selten Deutsche hier zu treffen", ruft mir der Fahrer mit einem Lächeln in perfektem Deutsch zu. Ich erkläre ihr, dass ich Französin bin, dass die Somme seit meiner Geburt meine Zweitheimat ist, und dass ich einen Blog gerade mache, um das kulturelle Erbe und die Natur dieser Region bekannter zu machen. Von da an geht alles Schlag auf Schlag. Er erklärt mir, dass er bereits Ende der 1970er Jahre Gruppen zur Mühle und zur Kapelle Notre-Dame d’Hémimont, einer ehemaligen Einsiedelei, brachte, die damals beide verfallen waren. Bei der Gelegenheit spielte er den Eremiten und brachte so den Leuten die Geschichte des Ortes näher. Luc Abend, Ehrenvorsitzender und Gründer des Vereins der Freunde der Kapelle und der Mühle, hegte damals den Wunsch, dieses Erbe eines Tages restauriert zu sehen, ein Kunststück, das ihm unter anderem mit Hilfe des heutigen Bürgermeisters, Mathieu Doyer, gelang. Die Mechanik einer beseelten Vergangenheit Die Mühle war ursprünglich nur eine Ruine, die ihre Besitzerin, Monique Tellier, eine Nachfahrin des letzten Müllers, der Gemeinde schenkte. Ihr Wunsch, die Mühle zu erhalten, wurde mehr als erfüllt, denn heute, etwa drei Jahrzehnte später, bietet die Mühle dem Wind stolz ihre Decker-Flügel an. Ihre metallverkleideten Rahen glänzen in der Sonne und erinnern an alte, glänzende Flugzeuge, als würde sich die Mühle bereit machen davon zu fliegen. Auch wenn im Laufe der Jahre, die es brauchte, um dieses Ergebnis zu erzielen, verschiedene Akteure aufeinander folgten, war Luc Abend eine Konstante des Projekts. Ich habe Glück, denn er fragt Dominique, der für den Antrieb der Flügel zuständig ist – eine Kunst, falls man nicht möchte, dass die Mühle in Flammen aufgeht, wenn man sie zum Stillstand bringen will –, ob er mir das Innere zeigen würde, was er gerne tut. Über Müllertreppen gelangen wir in den zweiten Stock, wo die Mühle buchstäblich unter ihrem 26 Tonnen schweren "abnehmbaren Hut" steht, den man bei Bedarf einfach hochheben und auf den Boden legen kann. Das auf Schienen montierte Dach wird mithilfe einer Kurbel in den Wind gedreht. Wo Geschichte, handwerkliches Können und Gemeinschaftsgeist aufeinandertreffen Es war der flämische Zimmermann Eric Vanleene, der der Vaillant-Tellier-Mühle ihren Mechanismus und ihre Flügel zurückgab. Dies war das letzte Projekt dieses Belgiers, der eine lange internationale Karriere als Mühlenrestaurator vorzuweisen hat. Selbst in einer Mühle geboren, hat er in Bussus-Bussuel ein Stück seiner Vergangenheit hinterlassen: Er hat ein aus einer Mühle seiner Familie stammende Spinnrad von 1871 miteingebaut. Diese Mühle selbst war bei einem Brand zerstört worden. Die Zähne und die Bremse des Mechanismus sind aus weißem Holz von Eschen aus der Umgebung gefertigt – alles Bäume, die damals durch eine Krankheit eingegangen wären. Es war eine Art, sie nicht ganz sterben zu lassen. Mehrere Restaurierungskampagnen waren nötig, um alles fertigzustellen. Die Mühlesteine liegen draußen im Freien und es ist nicht geplant, sie wieder in Betrieb zu nehmen. Wir gehen wieder nach unten. Im ersten Stock erklären mir die Herren, dass der Raum gelegentlich als Versammlungsort dient, wo man auch Essen mitbringt und so einen geselligen Moment in einem jahrhundertealten Rahmen verbringt, da die Mühle aus dem 17. Jahrhundert stammt. Ich danke ihnen für ihre Freundlichkeit und wir trennen uns. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen. Moulin Vaillant-Tellier 80135 Yaucourt-Bussus Geöffnet jeden ersten Samstag im Monat. Hier spricht man auch Deutsch und Englisch. Facebook: Association AHM (für mehr Informationen zu den Veranstaltungen) Eure Kommentare Zurück Facebook

  • Kulturerbe. Patrimoine | La Somme, mon Amour

    Des balades au fil des traditions, des coutumes, des monuments, du folklore, bref de ce qui constitue la richesse de la Somme. Mon regard sur cette belle région. Streifzüge durch Traditionen, Bräuche und das Kulturerbe der Somme. Mein persönlicher Blick auf diese schöne Region. Zurück KULTURERBE Die Mühlen der Somme Die Mühle Vaillant-Tellier Die drei Kapellen Cosserat gestern und heute Bleu de Cocagne Carmel - Abbeville Schloss von Picquigny Tourismusbüro Nièvre et Somme Kapelle Saint-Corneille in Le Hamelet Prieuré d'Airaines La Demeure Rue 1. Die Heilig-Geist-Kapelle 2. Der Belfried 3. Das Caudron-Museum

  • Bleu de Cocagne Histoire de l'industrie textile. Geschichte der Textilindustrie. | La Somme, mon Amour

    Restaurierung, Maschinen, Textilgeschichte, industrielle Revolution, Webstuhl, Druckmaschine, Graveur, Kunsthandwerk, Handwerk, Technologie, textile, Conservatoire, savoir-faire, innovations, textiles, Picardie, patrimoine, Cosserat, Bleu de Cocagne, restauration, machines textiles, Yves Benoît, maître d’art, inventions, velours, impression textile, toile de Jouy, école Boulle, Jules Verne, création contemporaine, patrimoine industriel, mécénat, artisanat, innovation textile, design textile. BLEU DE COCAGNE Conservatoire des savoir-faire et des innovations textiles de Picardie Konservatorium für textile Fachkompetenz und Innovationen der Picardie Zurück Begegnung mit dem textilen Erbe der Picardie In Amiens lässt der Verein Bleu de Cocagne die textile Exzellenz der Picardie neu aufleben – durch die Bewahrung einzigartiger Maschinen, die Weitergabe seltener Handwerkskünste und ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Innovation. Anlässlich der Tage des offenen Denkmals begab ich mich auf die Spuren des berühmten Samtfabrikanten Cosserat und entdeckte dabei das Konservatorium für textiles Wissen und textile Innovationen in der Picardie. Diese faszinierende Reise durch Industriegeschichte, lebendiges Kulturerbe und zeitgenössische Kreativität fand wenig später eine besondere Vertiefung: in einer inspirierenden Begegnung mit Yves Benoît, dem Vorsitzenden von Bleu de Cocagne. Die Mühle Passe-Avant: Wie alles begann Am 22. September, während einer Führung im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals, entdeckte ich die Industriebrache Cosserat und den Verein Bleu de Cocagne. Die äußerst interessante Führung war jedoch recht technisch, weshalb ich mehr über den Verein und das Konservatorium für textile Fertigkeiten und Innovationen der Picardie erfahren wollte. So traf ich an einem Dienstag im Oktober Yves Benoît, früher Färber und Samtveredler, der sein Beruf in Amiens, in der Nähe der Passe-Avant- Mühle, ausübte. Dort nahm der 1998 gegründete Verein seine Aktivitäten auf, die sich zunächst auf die Restaurierung der Mühle aus dem 15. Jahrhundert konzentrierten. Die Arbeiten wurden im unteren Bereich von Bleu de Cocagne durch Spendenaufrufe und im oberen Bereich von der Stadt finanziert. Das Bauwerk hatte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Nutzungen: Als Getreidemühle bis ins 19. Jahrhundert diente es später der Mehlproduktion und ab dem 20. Jahrhundert der Färberei. Heute soll es eine Schauvitrine für Textil und Samtveredelung werden. Dewas, Cosserat, Choquard: Eine Tradition der Erfinder Yves Benoît, Meilleur Ouvrier de France (Bester Handwerker Frankreichs) 2010 und Maitre d’Art*, empfängt mich heute in der ehemaligen Tischlerei von Cosserat in der Rue Maberly 200, wo seit 2006 Bleu de Cocagne ansässig ist. Anfang der 2000er Jahre orientierte sich der Verein neu und widmete sich der Forschung, Bewahrung und Restaurierung des mit den großen Erfindungen der Region im Textilbereich verbundenen materiellen Kulturerbes. Die Neuausrichtung ging auf eine Schenkung der Erben von Raymond Dewas (1903–1997) zurück. Dieser hatte in den 1930er Jahren den Webstuhl mit kontinuierlicher Zuführung erfunden, der es ermöglichte, ohne Webschützen auszukommen. Dadurch konnte die Arbeit ohne Unterbrechung durchgeführt, Energie eingespart und der Lärmpegel gesenkt werden. Noch heute arbeiten 80 Prozent aller Webstühle weltweit nach seinem Verfahren. Dieser Autodidakt aus Amiens, der das Lycée de la Providence vor dem Abitur verlassen hatte und sich in der Möbelsamtfabrik Jourdain weiterbildete, einem kleinen Unternehmen, das sein Vater 1920 gekauft hatte, meldete an die 450 Patente an. Dewas arbeitete im Verborgenen. Das machte auch das Unternehmen Cosserat, das seine eigenen Maschinen entwickelte, um die Herstellungstechniken vor Diebstahl zu schützen. So arbeiteten die „Kreativen“, wie Philippe Choquard, der 1965 als Schneidemechaniker bei Cosserat anfing und die Nähmaschinen der Firma weiterentwickelte unter strenger Wahrung ihrer Geheimnisse. Ein lebendiges Konservatorium – Vom Gemeinschaftsgeist getragen Fachliches Sponsoring, regionale Zuschüsse zur Restaurierung und Wartung der Maschinen – 80 Prozent davon stehen unter Denkmalschutz – sowie die Zusammenarbeit mit Berufsschulen, was das Lernen für die Schüler sowohl praktisch als auch kulturell bereichert, und das Engagement der 90 Mitglieder, von denen zehn vor Ort und zwei in der Verwaltung ehrenamtlich tätig sind (darunter vier ehemalige Cosserat-Mitarbeiter), sowie private Spenden ermöglichen dem Konservatorium seine Aktivitäten durchzuführen. Neue Perspektiven für die alten Cosserat-Gebäude Die von der Stadt zur Verfügung gestellten alten Cosserat-Gebäude sind Teil eines ambitionierten Projekts: Bleu de Cocagne plant dort eine Werkstatt, eine Künstlerresidenz, einen Kinderatelierbereich, eine Bibliothek mit Archiv, eine Cafeteria mit angrenzendem Verkaufsraum sowie ein Präsentationsareal für Maschinen. Diese sollen durch einen Außenbereich verbunden werden, um den Übergang zwischen Verkaufsraum und Museumsbereich zu erleichtern. Zu den ausgestellten Maschinen gehören Webstühle verschiedener Epochen, darunter ein zirkulärer Saint-Frères-Webstuhl aus den 1950er-Jahren zur Herstellung von Jutesäcken, sowie eine Druckmaschine, von der Yves Benoît mit großem Stolz erzählt. Die Wiedererweckung eines Kupfer-Kolosses Yves Benoît, dessen Sohn Benoît – einst sein Schüler, inzwischen wie er selbst auch Maître d’art* – die königliche Manufaktur Bonvallet in dem historischen Gebäude direkt gegenüber der Vereinigung Bleu de Cocagne leitet, erzählt mir die Geschichte der Kupferzylinder-Druckmaschine, der letzten ihrer Art in Europa und, wie er mit einem Anflug von Stolz hinzufügt, „vielleicht sogar der Welt“; ein Koloss, der eine ganze Halle für sich beansprucht. Diese monumentale Maschine aus dem Jahr 1928 hat Bleu de Cocagne 2011 in Tournon-sur-Rhône, im Departement Ardèche, vor der Verschrottung gerettet. Um die schlafende Schönheit, die damals für den Transport zerlegt werden musste, wieder zum Leben zu erwecken, waren 15.000 Arbeitsstunden nötig. Ein Betonfundament wurde vom Unternehmen Lhotellier kostenlos gegossen und ein elektrisches Steuerpult konnte dank der 8.000 Euro finanziert werden, die durch die Stimmen der Internetnutzer beim Allianz-France-Wettbewerb „Das Schönste Museum Frankreichs“ in der Kategorie Hauts-de-France gewonnen wurden. Schließlich wurde 2023 der erste Probedruck durchgeführt. Die Toile de Jouy: Zwischen Tradition und junger Kreativität Unter ohrenbetäubendem Lärm dreht sich ein fein graviertes Zylinder auf der imposanten Maschine. Das Druckmotiv erzählt die Geschichte des Ballons von Gonesse, des ersten Aufstiegs eines Ballonfahrers am 27. August 1783 auf dem Champ de Mars in Paris. Dieser Ballon aus mit wasserdichtem Lack beschichtetem Taft war mit Wasserstoff gefüllt. Unter dem Jubel einer großen Menschenmenge erhob er sich in die Lüfte und landete in Gonesse, etwa zwanzig Kilometer Luftlinie entfernt. Dort wurde er von Bauern angegriffen, die von der „monströsen Bestie“ entsetzt waren und sie mit Mistgabeln „erlegten“. Die traditionell monochromen Motive des Toile de Jouy stellten historische Ereignisse dar, aber auch Szenen aus der Mythologie, Pastoralszenen oder Szenen aus philosophischen oder literarischen Werken. Sie zeigten jedoch auch exotische Szenen. So präsentiert mir Yves Benoît eine bezaubernde japanische Stoffbahn mit feinstem Dekor und Farbverläufen. Bleu de Cocagne, das bereits vierzehn Zylinder aus dem 19. Jahrhundert besitzt, organisierte einen Wettbewerb für die Gestaltung neuer Motive bei der Ésad (Hochschule für Kunst und Design in Amiens) und der École Boulle in Paris, um der Toile de Jouy einen neuen Platz in unserer Zeit zu verschaffen. Das prämierte Dekor, entworfen von einer Schülerin der École Boulle und inspiriert vom Jules Vernes Welt, wurde einem Graveur anvertraut, der die am besten geeignete Technik für die Herstellung des Zylinders wählen sollte, um den besten 3D-Effekt zu erzielen. Das schafft eine Verbindung zur Vergangenheit und veranschaulicht perfekt die Aufgabe des Maître d’Art* Yves Benoît: Bewahren, anpassen mit modernen Techniken und weitergeben. Die Weitergabe erfolgte in diesem Fall an einen 35-jährigen jungen Mann namens Johan, dem Herr Benoît sein Wissen und Können vermittelt hat und der nun in der Lage ist, selbstständig mit der Maschine zu arbeiten. Die Freude, diesen Kreis geschlossen zu sehen, ist auf dem Gesicht des Wissenshüters und -vermittlers abzulesen, von dem ich mich nun verabschiede, allerdings nicht ohne ihm zuvor herzlich dafür zu danken, dass er sich die Zeit genommen hat, mich zu empfangen und sein wertvolles Wissen mit mir zu teilen. Weitergeben heißt bewahren: Vom Maître d’Art zum Schüler * Die 1994 in Frankreich geschaffene Auszeichnung „Maître d’Art“ (Kunstmeister) wird vom Kultusminister auf Lebenszeit an Kunsthandwerker verliehen, die über seltene Fachkompetenzen verfügen und diese weitergeben möchten. Seit Einführung wurden 149 Kunstmeister in 101 Handwerksberufen ernannt. Diese Auszeichnung ehrt leidenschaftliche Handwerker für die Einzigartigkeit ihres Könnens, ihren außergewöhnlichen Werdegang und ihr Engagement für die Erneuerung der Kunsthandwerke. Nach der Ernennung ist jeder Maître d’Art verpflichtet, sein Wissen an den Schüler weiterzugeben, mit dem er zusammen ausgewählt wurde. Drei Jahre lang wird seine Werkstatt zum bevorzugten Ort der Weitergabe. Er erhält eine jährliche Zuwendung und wird pädagogisch vom Institut** begleitet. ** Siehe https://www.maitredart.fr/ (auf Französisch) Besichtigungen Nach Reservierung im Rahmen der Journées du patrimoine (Tage des Kulturerbes) und der Journées européennes des métiers d’art (Europäischen Tage des Kunsthandwerks). Besichtigungen für Gruppen und Schulklassen nach vorheriger Reservierung. Bleu de Cocagne 200 rue Maberl 8000 Amiens Reservierung unter: +33 6 07 71 68 93 E-Mail: bleu.de.cocagne@gmail.com Website: bleudecocagne.org Eure Kommentare Facebook Zurück

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