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- STREIFZÜGE | La Somme, mon Amour
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- La Somme, mon Amour | Kultur, Natur, Entdeckungen
Entdecken Sie die Somme: Kulturelle Schätze, vergessene Geschichten, Natur, Kulinarik und authentische Begegnungen... Ein Blog verliebt in eine lebendige Region. Choisir la langue Sprachauswahl Choose your language Choisir la langue Sprachauswahl Choose your language Choisir la langue Sprachauswahl Choose your language Choisir la langue Sprachauswahl Choose your language A blog for anyone who loves unexpected, little-known destinations. Delicious places to eat, charming places to stay, local recipes, and portraits of the people who make this region so special – and much more besides. Follow me. Let me introduce you to my Somme: a corner of France that is rich, vibrant and utterly captivating. My Somme. Discover it – you won’t forget it. NOT ALL ARTICLES ARE AVAILABLE IN ENGLISH YET – WORK IN PROGRESS Thank you for your patience and understanding! From Farmhouse to Memorial: The Incredible Story of Louis and Antoinette Thuillier’s Photographs During the First World War, thousands of soldiers passed through Vignacourt, where Louis and Antoinette Thuillier photographed them in the courtyard of their farm. But behind the uniforms, Antoinette captured the men themselves – their smiles, hopes, doubts and fleeting moments of carefree happiness. After the war, some 4,000 glass plates were stored away in the farmhouse attic, where they would lay undisturbed for almost a century. Today preserved at the Australian War Memorial in Canberra and accessible in Vignacourt, they tell another story of the Great War: the humanity behind the uniforms. Read the article – World War I, Chapter 1 Two Couples, a Century Apart: The Thuillier Farm in Vignacourt More than a century ago, Louis and Antoinette Thuillier photographed the Australian soldiers stationed in Vignacourt during the First World War. A century later, Donna and Michael Fiechtner, two retired Australian teachers, fell in love with the old Thuillier farm. They left Brisbane and settled in Vignacourt with a project that may sound a little crazy and yet is undoubtedly wonderful: rescue this historic home from ruin. Their adventure, full of twists and turns, will take readers up into the attic of the old farm, where a real treasure was discovered a few years ago. Donna and Michael are planning to turn the farm into a guesthouse with an adjoining café, creating a place where people can come together and remember. A story of a more than century-old friendship between France and Australia, where yesterday and today often blur. Read the article – World War I, Chapter 2 You might also enjoy my article about Camping d’O. Legal notice I’d love to hear from you! Do you enjoy my website? Did you particularly enjoy an article? Would you like to share your own memories or discoveries of the Somme with me? Don’t hesitate to get in touch – I’d be delighted to hear from you! Feel free to contact me at: Catherine da Silva-Pedersen I look forward to hearing from you! 😊 La Somme, mon Amour Follow me on Instagram #wix @la_somme_mon_amour Load More
- Terrassen des Bords de Somme | La Somme mon Amour
Fahren Sie mit Guillaume Willemot auf der Somme: Eine zauberhafte Bootsfahrt zu Geschichte, Natur und Poesie. Die Terrasses des Bords de Somme – ein Erlebnis der besonderen Art. Zurück Les Terrasses des Bords de Somme Die schwimmenden Terrassen der Somme Die Ufer der Somme offenbaren ihren unbekannten Charme: eine wilde Natur, geprägt von industriellem und kulturellem Erbe. In Amiens heißt es: „An Bord!“ zu einer Fahrt auf dem Wasser, begleitet von Guillaume Willemot, einem leidenschaftlichen Fährmann und inspirierten Erzähler, der den Fluss mit seiner Liebe zur Geschichte, zur Natur und zur Poesie lebendig werden lässt. Ein Ufo, ein Solarfloß und ein Geschichtenerzähler am Flussufer Machen wir uns auf den Weg, um die Somme flussabwärts von Amiens zu entdecken. Treffpunkt: die Ingenieurschule UniLaSalle in Amiens. Anfang der 1990er-Jahre entworfen, erinnert das Gebäude mit seinen futuristischen Formen, ein Werk der Architekten Jean Dubus und Jean-Pierre Lott, an eine fliegende Untertasse. Mein Guide verspätet sich leicht. Kein Problem, ich nutze die Zeit, um die Stimmung des Ortes auf mich wirken zu lassen. Heute Morgen zieht ein ständiger Strom von Fußgängern, Radfahrern und E-Scooterfahrer vorbei. Langsam kämpft sich die Sonne durch den milchigen Himmel. In der Ferne sitzen zwei Kormorane auf den Pfeilern eines Fischpasses und beobachten die Umgebung, vielleicht auf der Suche nach einem zappelnden Frühstück. Am Himmel kreischen Möwen. Ihre Rufe, die laut und zahlreich die Umgebung dominieren, erinnern daran, dass das Meer in Fluglinie nicht weit entfernt ist. Das Warten hat ein Ende: Stolzer Fährmann, Guillaume Willemot steuert die Cyrus – eine Anspielung auf Cyrus Smith, die Hauptfigur aus Jules Vernes Roman Die geheimnisvolle Insel. Auch das andere Boot der Flotte trägt einen literarischen Namen: Le Bonaventure, benannt nach Bonadventure Pencroff, einem weiteren Protagonisten des Romans. Guillaume legt an und vertäut sein Floß, eines von zwei solarbetriebenen Elektrobooten, die die junge Flotte der Terrasses des Bords de Somme bilden. Leicht gebräunt, wodurch seine stahlblauen Augen noch durchdringender wirken, bittet „Guillaume von den Somme-Ufern“ – wie er sich gern nennt – um Entschuldigung für seine Verspätung. Mit wenigen Handgriffen stellt er Werbefahnen und einen Kundenstopper auf, die auf das Unternehmen hinweisen, das er und sein Freund Grégory Sabatier gegründet haben. Vom Stadtleben zur Naturgewandheit Guillaume stammt aus Douai und kommt im Jahr 2000 nach Amiens, wo er das Lycée Robert de Luzarches besucht. Später arbeitet er als Cutter, verlässt die Stadt eine Zeit lang, kehrt aber 2017 zurück. Zu diesem Zeitpunkt schlägt er einen völlig neuen Lebensweg ein und wendet sich der Natur zu. Er engagiert sich im Verein Esprit des marais und begegnet dort bald seinem späteren Mitstreiter bei den Terrasses des Bords de Somme: Grégory Sabatier, Versicherungsmakler im Bereich Baufinanzierung. Gemeinsam starten sie ihr nachhaltiges Projekt: Die Gestaltung von Gärten auf der Île Sainte-Aragonne – der Beginn eines Weges, getragen von der Liebe zur Natur und einem tiefen Sinn für menschliche Verbundenheit. Die wilde Schwester der Hortillonnages erwacht Im Jahr 2023 keimt die Idee auf, den Unterlauf der Somme südlich von Amiens bekannter zu machen – jene wilde Schwester der berühmten Hortillonnages, die der Mensch ab dem 12. Jahrhundert zähmte. Zwei Jahre sollte es dauern, bis dieser Gedanke zur Reife gelangte und sich in ein ausgereiftes Projekt verwandelte: Bootsfahrten auf der Somme, die sich ständig weiterentwickeln und weit über bloße geführte Touren hinausgehen. Denn auf den Floßbooten der beiden Freunde ist auch Platz für gesellige Aperitifs, für kreative Workshops zu so unterschiedlichen Themen wie Reflexologie, Blumengestaltung, Aquarellmalerei oder für die Herstellung von Apfelsaft, und vieles mehr. Auch wenn sie meist den unteren Kanalabschnitt der Somme befahren, durchqueren Guillaume und Grégory mit ihren Booten bisweilen auch die Caroline-Schleuse, deren zweihundertjähriges Jubiläum im August 2025 gefeiert wurde. So ist es schon vorgekommen, dass sie ein frisch vermähltes Paar samt Hochzeitsgesellschaft vom Parc Saint-Pierre bis zum Gasthaus Pré Porus an den Ufern der Somme, mitten in den Hortillonnages, führen, denn Guillaume und Grégory verstehen es, sich anzupassen – und immer wieder zu überraschen. Von der Stadt ins Grüne, ein Fluss mit tausend Gesichtern Feierlich am 1. Mai 2025 eröffnet, sind die „Terrasses des Bords de Somme“, auf Deutsch die Terrassen der Somme-Ufer, das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen der Stadt, dem Département, der Region und den Studierenden der Ingenieurschule UniLaSalle. Vor dieser Schule – eine schöne Ehrung – haben Guillaume und Grégory ihren Anlegesteg angelegt, von dem aus sich die Kathedrale und der Perret-Turm in der Ferne abzeichnen. Nachdem Guillaume seine Vorbereitungen abgeschlossen hat, bittet er mich an Bord. Er ist ein unermüdlicher Erzähler, und ein wandelndes Lexikon, wenn es um das historische, natürliche und kulturelle Erbe jener Stadt geht, die Jules Verne einst zu seiner Wahlheimat machte. Wir legen ab und erreichen schon bald die Stelle, an der die alte Somme nach links fließt. Wir, aber, fahren weiter auf dem Somme-Kanal, der 1827 unter König Karl X. vollendet und eröffnet wurde. Allmählich verblasst das urbane Umfeld, und wir gleiten beinahe lautlos über den Fluss, einzig begleitet vom leisen Plätschern des Wassers und dem Gesang der Vögel. Links und rechts säumen Pappelreihen das Ufer, stolz aufgerichtet wie Soldaten, die unserem Boot ehrerbietig Spalier stehen. Auf dem Treidelpfad kommt uns ein Paar entgegen. Guillaume grüßt sie herzlich – sie waren bereits mal auf den „Terrassen“ unterwegs. Zur Rechten ziehen die Gemeinschaftsgärten von Saint-Maurice an uns vorbei, ein buntes Mosaik aus zahllosen Schrebergärten. Weiter hinten schieben sich, halb versteckt im grünen Dickicht, stattliche Häuser und der kleine Glockenturm des Friedhofs La Madeleine ins Blickfeld – ein stiller Gruß an Jules Verne , der hier unter einer Statue von Albert Roze ruht, bezeichnend betitelt: Auf dem Weg zur Unsterblichkeit und ewigen Jugend. Links passieren wir die Insel Sainte-Aragonne, und ihr gegenüber, an der Mündung der Selle in die Somme, scheint die „Kathedrale“ auf einem sattgrünen Kissen zu ruhen: So wird die ehemalige Dampfmaschinenhalle mit ihrer imposanten Glasfassade genannt, einst das pulsierende Herz der Cosserat-Samtfabrik. Ein Stück weiter legen Kinder in orangefarbenen Kanus an. Wir winken den jungen Kajakfahrern und ihrem Trainer zu, bevor wir an der Schleuse von Montières wenden. Guillaume erklärt mir, dass die Gäste, die möchten, hier aussteigen können, um den reizvollen Rückweg zu Fuß am Ufer entlang zurückzugehen. Wir jedoch nehmen wieder Kurs ostwärts. Ausklang einer heiteren und wohltuenden Flussfahrt Wir gleiten unter der Eisenbahnbrücke von Montières-les-Amiens hindurch, deren genietete Struktur unweigerlich an die Werke Gustave Eiffels erinnert. In der Ferne ragen bereits die Kathedrale und der Perret-Turm auf, stille Wegweiser zurück in die Stadt, die wir für einen Moment ganz vergessen hatten. Drei Angler winken uns aufgeregt zu: Ihr Kescher hat sich vom Stiel gelöst. Die schwarze Metallstange treibt wie ein Schilfrohr im Wasser, kurz davor, ganz zu versinken. Mit sicherer Hand steuert Guillaume das Boot heran, fischt das Teil geschickt aus dem Fluss und schleudert es im hohen Bogen ans Ufer zurück – fast wie ein Speer. Dankbarer Applaus vom Ufer; einer der Männer zeigt uns stolz seinen Fang – ein Barbe, wie er meint. Wir setzen unsere Fahrt fort, bis zur Schleuse Caroline, und während wir langsam darauf zusteuern, erzählt mir Guillaume – Stadtmensch mit grünem Herz und großer Liebe zu „seinem“ Fluss – deren Geschichte. Zurück am Bootsanleger warten bereits die nächsten Passagiere auf den Bootsmann und Geschichtserzähler, von dem ich mich nun verabschiede – nicht ohne ihm herzlich für die zauberhafte Fahrt auf dem Wasser zu danken, die selbst die bootsführenden zu erheitern, zu entspannen und zu erfrischen vermag. Victor Hugo – ein feinfühliger Beobachter der Uferlandschaften der Somme Wie mir Guillaume erzählte, war es ein Brief Victor Hugos an seine Frau Adèle, der ihn besonders berührt hatte. Darin schildert der große Schriftsteller seine Dampferfahrt zwischen Amiens und Abbeville – ein poetisches Zeugnis, das seinen Weg in das Herz meines bootsfahrenden Guides gefunden hat, dessen Liebe zu den Ufern der Somme keine Grenzen kennt. Arras, 13. August 1837 – Victor Hugo schreibt: […] Gestern Morgen bin ich mit dem Dampfschiff entlang der Ufer der Somme von Amiens nach Abbeville gefahren. In dem Moment, als ich an Bord stieg, ging die Sonne in einem dichten Nebel auf, aus dem sich die gewaltige Silhouette der Kathedrale abhob – ganz ohne Details, nur im Umriss sichtbar. Es war prachtvoll. Es gibt kaum etwas Lieblicheres als die Ufer der Somme: nur Bäume, Wiesen, Weiden und reizvolle Dörfer. Meine Augen haben dort ein Bad im Grünen genommen. Nichts Großes, nichts Erhabenes, sondern eine Vielzahl kleiner flämischer Gemälde, die aneinander anschließen und einander ähneln: Das Wasser fließt ganz knapp unter die Ufer, zwischen Böschungen voller Schilf und Blumen, und überall kleine glückliche Weiden mit dichtem Gras und schönen, nachdenklich wirkenden Kühen, auf die ein warmer Sonnenstrahl fällt, zwischen den hohen Pappeln hindurch. Ab und zu hält man an einer Schleuse; und während diese kleine Arbeit verrichtet wird, ächzt die Dampfmaschine wie ein müdes Tier. Les Terrasses des bords de Somme Anleger am Quai de la Somme Vor der Ingenieurschule UniLaSalle 14, Quai de la Somme 80000 Amiens Telefon: +33 7 81 47 94 56 E-Mail: info@bords-de-somme.fr Internet: www.bords-de-somme.fr Facebook: Les Terrasses Des Bords De Somme Instagram: terrasses_des_bords_de_somme Eure Kommentare Facebook Zurück
- Airaines in der Somme: Rundgang, Priorat und Geschichte | La Somme mon Amour
Ein Spaziergang durch Airaines: mittelalterliches Priorat, historische Denkmäler, Türme von Luynes und stille Natur im Herzen der Somme. Zurück zu Lieblingsorte Zum Kapitel 1 STREIFZUG DURCH AIRAINES Zum Kapitel 2 LE PRIEURÉ D'AIRAINES Anker 1 Teilen 1. STREIFZUG DURCH AIRAINES Die Straßen von Airaines, einem bezaubernden Dorf im Département Somme, dessen Ortskern bis heute ein reges Geschäftsleben bewahrt hat, sind von Denkmälern gesäumt, die an die Kriege erinnern, welche der Region unermessliches Leid zufügten und sie lange Zeit in Fleisch und Seele gezeichnet zurückließen. Hier vermischen sich die schmerzhaften Spuren der Geschichte mit dem ruhigen Charme der Gegenwart. Die in Stein gemeißelten Namen und Figuren erinnern an die Leben, die der Krieg forderte, und an den Wert des Friedens. Doch Airaines ist ebenso reich an sakralen Bauwerken, historischen Zeugnissen und einladenden Gassen, die zum Flanieren einladen. Kommen Sie mit auf einen Streifzug durch dieses reizvolle Dorf und genießen Sie einige Augenblicke der Stille am Wasser. Die Rue Saint-Denis und die Erinnerung an Hauptmann N’Tchoréré Starten wir in der Rue Saint-Denis 5, vor einem Mühlstein, der zu einem Brunnen umgewandelt wurde. Wenige Schritte weiter erinnert das erste Denkmal an den Einsatz afrikanischer Soldaten in Frankreich. Es ist Hauptmann N’Tchoréré gewidmet und ruft ein erschütterndes Kapitel am Ende des sogenannten „Sitzkriegs“ in Erinnerung: Seine Truppen hatten sich bis zum 7. Juni tapfer verteidigt, wurden anschließend gefangen genommen und von der deutschen Wehrmacht unter Missachtung des Kriegsrechts erschossen. Die Kirche Saint-Denis – Zeugin bewegter Zeiten Gegenüber dem Denkmal erhebt sich auf einer Anhöhe die Kirche Saint-Denis im Stil der Flamboyant-Gotik. Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet und überstand bereits die Wirren der Französischen Revolution. Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 diente sie einen Tag lang als Gefängnis für zweiundzwanzig Einwohner vom benachbarten Dorf Longpré-les-Corps-Saints, die gegen die preußischen Truppen zu den Waffen gegriffen hatten. Bereits am folgenden Tag kamen sie wieder frei. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Kirche unversehrt, obwohl Airaines zu rund 80 Prozent zerstört wurde. Ein idyllischer Abstecher: die Ruelle Mérin und die Überreste der Mühle Nun folgen wir der Rue de l’Hospice und biegen rechts in die Ruelle Mérin ein. Auf den ersten Blick wirkt die schmale Gasse unscheinbar, doch sie führt zu einer kleinen Brücke über einen malerischen Bach. Sein klares, flaches Wasser plätschert über ein Kiesbett. An heißen Sommertagen möchte man am liebsten die Füße hineinhalten. Stattdessen gönnen wir uns eine kurze Rast auf der niedrigen Mauer der kleinen Grünfläche am Wasser. Einst trieb der Bach das Rad einer Mühle an, die 2022 durch einen Brand schwer beschädigt wurde, bevor sie restauriert werden konnte – wie es der damalige Bürgermeister vorgehabt hatte. Durch die Fenster der Ruine zeichnen sich vor azurblauem Himmel die Bäume ab, die das Gebäude inzwischen überwuchert haben. Im Inneren erkennt man ein Gewirr aus verkohlten Balken und Zahnrädern. An der Außenseite des Nebengebäudes erinnern nur noch die mit filigranem, vom Feuer zerfressenem Zierwerk eingefassten Sprossen der Tür an den Brand. Wer hineinblickt, taucht ein in die stille Dunkelheit eines verwaisten Hauses. Eine fast verblasste Reklame: die Rue de l’Abbé Perdu und das alte Priorat Am Ende der Gasse steigen wir nun den schmalen Weg hinauf und folgen der Rue de l’Abbé Perdu zum ehemaligen Priorat. Entlang der Backsteinmauer, die den Garten umgibt, lässt sich auf ganzer Länge noch eine alte Werbeaufschrift „PERNOD FILS“ erkennen. Die einst weißen Buchstaben heben sich heute nur noch schemenhaft von dem verblichenen blauen Hintergrund ab. Hinter dem kleinen Park erreichen wir schließlich das Priorat von Airaines, das im Jahr 1130 gegründet wurde. Hoch über Airaines: die Türme von Luynes und die bewegte Geschichte der Burg Die letzte Etappe unseres Spaziergangs führt hinauf zu den Türmen von Luynes auf einer Anhöhe über dem Tal. Von der einstigen Burg, die von tiefen Wassergräben umgeben war, welche heute mit dichtem Gras bewachsen sind, sind nur noch zwei Toranlagen und einige Reste der Ringmauer erhalten. Ein Blick in die Geschichte offenbart die wechselvolle Vergangenheit dieses Hügels, der bereits in römischer Zeit von einem Wachturm gekrönt war und später immer wieder zerstört und neu errichtet wurde. Die heute sichtbaren Türme stammen von der Restaurierung aus dem Jahr 1620 unter Charles-Philippe d’Albert de Luynes. Danach begann der allmähliche Niedergang der Burg, der schließlich im Zweiten Weltkrieg seinen Abschluss fand. Obwohl dieser Ort mit blutigen Ereignissen verbunden ist – etwa mit der von Luynes im Auftrag König Ludwigs XIII. veranlassten Ermordung Concinis, des Marschalls d’Ancre –, strahlt er heute nichts mehr von jener Gewalt aus. Im Gegenteil: Hinter den Toranlagen öffnet sich eine weitläufige, nahezu kreisrunde Wiese, die an schönen Tagen zum Picknick oder einfach zum Verweilen einlädt. Genau dazu möchte ich Sie nun, am Ende unseres Spaziergangs durch Airaines, einladen. Teilen NACH OBEN 2. Le Prieuré d'Airaines „Alle Gäste, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus selbst. Jedem erweise man die ihm gebührende Ehre.“ Kapitel 53 der Regel des heiligen Benedikt. Prieuré Im Schatten der prächtigen Kathedrale von Amiens liegt ein weitgehend unbekannter Ort: das Priorat von Airaines – schlicht in seiner Erscheinung, reich an Geschichte. Getragen von einer Gemeinschaft leidenschaftlich engagierter Menschen und Jahr für Jahr belebt durch hochkarätige Ausstellungen, lädt dieser Ort zum Innehalten und Entdecken ein. Hier entsteht ein stiller Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Spiritualität und künstlerischer Schöpfung. Ich hatte das Priorat bereits einige Jahre zuvor anlässlich der Ausstellung Chagall und die Bibel besucht. Wirklich ans Herz gewachsen ist es mir jedoch erst 2024, als ich Michel Paysants Neulesung des Isenheimer Altars entdeckte. Die Ausstellung des Jahres 2025 führte den Besucher auf den Spuren der Passion. Folgen Sie mir an diesen außergewöhnlichen Ort. Ein Umweg, der alles veränderte Mit etwas Glück begegnet man bei einem Besuch im Prieuré einem älteren Herrn mit sanfter Stimme und ruhigen Gesten. Gibt man ihm Gelegenheit, teilt er bereitwillig kleine Geschichten und Anekdoten über diesen ehrwürdigen Komplex: ein Konventsgebäude und eine romanische Kirche, erbaut um 1135 – das älteste Bauwerk des Départements Somme, noch älter als die Kathedrale von Amiens, deren Bau erst 1220 begann. Er weiß auch viel zu berichten über die zahlreichen Ausstellungen, die hier seit 1978 stattgefunden haben. Vielleicht erzählt er sogar, wie alles begann: Ende der 1970er-Jahre, auf dem Rückweg aus Le Havre, stieß er zufällig auf ein Hinweisschild zum Priorat von Airaines. Neugierig folgte er der Spur – und war tief erschüttert von dem Anblick, der sich ihm bot. Einst dem Kloster Cluny angegliedert, war das Priorat, längst verlassen von seinen benediktinischen Erbauern, durch die Jahrhunderte schwer gezeichnet: 1422 von den Burgundern zerstört, im 16. Jahrhundert wieder aufgebaut, während der Französischen Revolution verkauft und in eine landwirtschaftliche Nutzung überführt. Doch der Anblick der verfallenen Schönheit ließ den zufälligen Besucher nicht mehr los. Er setzte alles daran, den Ort zu retten. So entstanden Les Amis du Prieuré (Die Freunde des Priorats), ein engagierter Freundeskreis, der seither von Mai bis Ende September Ausstellungen, Konzerte und Vorträge organisiert. Wo sich Kunst, Glaube, Humanismus und Menschlichkeit begegnen Namhafte Künstler wie Vasarely, Manessier, Dalí, Soulages, Miró oder Chagall waren hier bereits vertreten. Die Ausstellung von 2024 – Die Neulesung des Isenheimer Altars von Michel Paysant – vereinte Kunst und Technik: Die Augenbewegungen des Malers wurden aufgezeichnet und bildeten die Grundlage für Werke von großer Intensität, die mich an verschlungene Ariadnefäden erinnerten. In diesem Jahr steht der Kreuzweg im Mittelpunkt – interpretiert von vier Künstlern: Sergio Ferro, Nicolas Alquin, Jacques Pasquier und Pierre Fichet. Gleich am Eingang empfängt die Besucher eine Kreuzigungsdarstellung: ein mächtiger Christus aus Eichenholz, das Haupt im Tode geneigt, dem Weltlichen abgewandt, verwundet an Leib und Seele. Er markiert den paradoxen Auftakt zum inneren Weg, den die Ausstellung eröffnet. Direkt dahinter hängt die erste Station von Sergio Ferro – Darstellungen körperlicher, gesichtsloser Qualen von besonderer Ausdruckskraft. Seine Werke sind im Erdgeschoss ausgestellt, wo man unter einem Fenster folgenden Text des französischen Schriftstellers, Dichters und Kalligraphen chinesischer Herkunft François Cheng lesen kann – Worte, die tief mit unserer heutigen Zeit mitschwingen: „In diesen Zeiten allgegenwärtigen Elends, blinder Gewalt, Natur- und Umweltkatastrophen könnte es unpassend, ja geradezu provokant erscheinen, von Schönheit zu sprechen. Fast ein Skandal. Doch gerade deshalb erkennen wir: Im Gegensatz zum Bösen steht die Schönheit – als das andere Ende jener Realität, der wir uns stellen müssen. Ich bin überzeugt, dass es unsere dringende und dauerhafte Aufgabe ist, diese beiden Geheimnisse zu betrachten, die die äußersten Pole des lebendigen Universums bilden: auf der einen Seite das Böse, auf der anderen die Schönheit. Was auf dem Spiel steht, ist nichts Geringeres als die Wahrheit der menschlichen Bestimmung – eine Bestimmung, die auf den grundlegenden Bedingungen unserer Freiheit beruht.“ Farben des Leidens, Formen der Stille Im ersten Stock sind Werke von Jacques Pasquier zu sehen – Ölbilder, Gouachen, Radierungen und Lithografien. Für ihn ist es eine Rückkehr, denn bereits 1985 war ihm eine Ausstellung gewidmet. In seinen Werken werden Farben zu Worten, während die Formen auf das Wesentliche reduziert sind: Sie spiegeln das Leiden Jesu und seiner Gefährten, aber auch die Grausamkeit und Perversion seiner Peiniger wieder. Der zweite Stock war den Werken Pierre Fichets gewidmet, deren rein abstrakte Bildsprache dem Betrachter einen weniger unmittelbaren Zugang eröffnet. Letzte Station, jenseits der Zeit Nach dem Rundgang lohnt sich ein Besuch der Kirche, die an das Ausstellungsgebäude angrenzt, ein Ort noch weiter von der Unruhe der Welt abgeschieden. Hier lässt man sich von der Kühle des Steins umfangen, dessen glatte Oberfläche beinahe zum Berühren einlädt. Nichts stört die Stille. Der Raum ist nahezu leer, nur das Taufbecken aus dem 11. Jahrhundert und das Grab des Pfarrers von Airaines (†1774) sind noch erhalten – letzteres mit einer schlichten, aber rührenden Inschrift, die von der Zuneigung seiner Gemeinde zeugt. Drei Werke von Jacques Pasquier sind in der Kirche ausgestellt, darunter ein Christus am Kreuz hinter dem Altar. Die Wände tragen Spuren von Feuchtigkeit, an einer Stelle hat die Zeit den Putz durchbrochen, Spinnweben glitzern im Licht vor den Fenstern – und doch atmet alles hier noch den Geist der Erbauer: die Schöpfer eines Raumes von wohltuender Schlichtheit. Ein Raum, in dem der Mensch sich geborgen fühlt – wie in der Handfläche seines Schöpfers. Man verlässt diesen Ort gestärkt, nachdem man für einen Augenblick die Nöte der Menschheit vergessen durfte. Nach dem Ausstellungsbesuch im Prieuré lohnt sich ein Spaziergang durch Airaines, mit einem Besuch der Dorfkirche und einer Pause in der Bäckerei Le fournil de la vallée. (9 avenue du général Leclerc). Juli 2025 Prieuré d’Airaines 8 place de l’Abbaye 80270 Airaines Telefon: +33 3 22 29 45 05 E-Mail: contact@prieure-airaines.fr Website: www.prieure-airaines.fr Öffnungszeiten der Ausstellung Mai, Juni, September: Samstags, sonntags & an Feiertagen von 14:30 bis 18:00 Uhr Juli & August: täglich von 14:30 bis 18:00 Uhr Eintritt: 5 € (frei für Kinder unter 15 Jahren) Teilen NACH OBEN
- Macarons d'Amiens | La Somme, mon Amour
Macarons, Amiens, Naher Osten, Mandeln, Tradition, Legende, Katharina von Medici, regionale Varianten, Spezialität, Ei, Honig, Aprikosenkonfitüre, Apfelkonfitüre, Bittermandel, Konditoreien, Schokoladenmanufakturen, Confiserien, macarons d’Amiens, gourmandise, origine, Moyen-Orient, amande, tradition, légende, abbaye de Cormery, Catherine de Médicis, Rabelais, variantes régionales, spécialité amiénoise, œuf, miel, confiture d’abricot, confiture de pomme, pâtisseries, confiseries, Trogneux. MACARONS D'AMIENS Die Macarons, eine Delikatesse, die die Jahrhunderte überdauert hat, kleiden sich in den unterschiedlichsten köstlichen Gewändern. Wer kennt nicht die Pariser Macarons, diese bunten, süßen Scheiben, deren dünne Außenschicht die Zähne knacken, um lustvoll in das weiche Innere bis in ihr cremiges Herz vorzudringen? Aber genug, denn heute möchte ich einen Macaron vorstellen, der der breiten Öffentlichkeit vielleicht etwas weniger bekannt, aber genauso exquisit ist: der Macaron von Amiens (von dem ich euch am Ende ein Rezept liefern werde). Der Ursprung des Macarons ist unklar. Vielleicht stammt er aus dem Nahen Osten, wo Mandeln angebaut wurden und das Backen eine uralte Tradition hatte. Zumindest behauptet eine Legende es. Seine Spuren finden sich jedoch bereits 791 in den ringförmigen Macarons der Abtei von Cormery (im Département Indre-et-Loire, etwa 30 km von Tours entfernt), dann im mittelalterlichen Italien, dessen Verbindung zum Orient bekannt ist, und am Hof von Katharina von Medici, die ihn 1533 am französischen Hof einführte, als sie nach Frankreich reiste, um den zukünftigen König Heinrich II., den sie ehelichen sollte, zu treffen. Es war jedoch Rabelais, der sie 1552 in seinem Vierten Buch zum ersten Mal erwähnte. Macarons gibt es in vielen regionalen Varianten: aus Joyeuse, aus Nancy, aus dem Baskenland..., die, sicher lecker sind aber nicht unser Thema sind. Heute beschäftigen wir uns nämlich mit den Macarons aus Amiens. Seit dem 16. Jahrhundert in Amiens hergestellt, besteht diese Spezialität aus Mandeln, Ei und Honig, und wird je nach Konditor mit Aprikosen- oder Apfelkonfitüre, Bittermandel usw. verfeinert. Gute Adressen Das Haus Jean Trogneux (1 Rue Delambre) gehört sicherlich zu den berühmtesten und ältesten Vertretern des Macarons aus Amiens. Sein Macaron-Rezept wurde 1872 von Jean-Baptiste Trogneux entwickelt und ist seitdem unverändert geblieben. Das Haus Trogneux, das zahlreiche Filialen in der Picardie besitzt und dessen Know-how 1992 mit dem Grand Prix für die beste regionale Spezialität auf der internationalen Süßwarenmesse gekrönt wurde, erlangte ab 2017 aufgrund der Medienpräsenz des Ehepaars Macron landesweite Bekanntheit: Brigitte Macron, eine geborene Trogneux, ist nämlich eine direkte Nachfahrin von Jean-Baptiste. Täglich außer sonntags von 9.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Show'Colat Vasseur (5 Rue Henri IV) , eine Schokoladen- und Konfektmanufaktur, wurde 2019 am Fuße der Kathedrale eröffnet. Neben Macarons gibt es hier natürlich auch alle Arten von Pralinen und Schokolade, und man kann außerdem an Workshops teilnehmen. Geöffnet dienstags bis samstags von 10:00 bis 13:00 Uhr und von 14:00 bis 19:00 Uhr. Im Au Petit Poucet (34 Rue de la République) , einem Teesalon, der dienstags bis sonntags von 8:00 bis 19:30 Uhr geöffnet ist, kann man hausgemachte Macarons probieren. Dieser Konditor und Feinkosthändler ist seit 1956 in Amiens ansässig. Täglich außer montags von 8:00 bis 19:30 Uhr geöffnet. Bei Nature de cacao (11 Rue de Metz) bieten Stéphane Bisson und sein Team von leidenschaftlichen Fachleuten alle Arten von Leckereien an: Gebäck, Schokolade und natürlich Macarons d’Amiens. Geöffnet montags bis freitags von 8:00 bis 19:00 Uhr, samstags von 7:00 bis 19:00 Uhr und sonntags von 8:00 bis 12:30 Uhr. Der Teesalon Les spécialités de Quesnois-le-Montant (6 Rue des Vergeaux) ist dienstags bis samstags von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Es handelt sich um eine Filiale des Hauses Fréville, den Meister des Gâteau Battus. Zutaten - 250 Gramm gemahlene Mandeln - 60 Gramm Zucker - 60 Gramm Puderzucker - 3 Esslöffel Honig - 2 Eiweiß und 1 Eigelb - 2 Esslöffel Aprikosen- oder Apfelkonfitüre/-gelee - Einige Tropfen Vanille-Extrakt - Einige Tropfen Bittermandel-Extrakt Alle Zutaten vermischen, bis ein homogener, leicht klebriger Teig entsteht, der an Marzipan erinnert. In Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 4 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Teig zu einer Rolle mit einem Durchmesser von 4 cm formen und in 1,5 bis 2 cm dicke Scheiben schneiden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit Eigelb bestreichen. Im vorgeheizten Backofen bei 160 °C etwa 20 Minuten backen. Sie können in einer Metalldose aufbewahrt werden. Ein Fest für die Geschmacksknospen! Eure Kommentare
- RESTAURANTS Mes restaurants préférés dans la Somme. Lieblingsrestaurants an der Somme. | La Somme, mon Amour
Offrez-vous un séjour original à bord d’un bateau à quai à Eaucourt-sur-Somme. Calme, nature, panier petit-déjeuner, plats locaux & accueil chaleureux vous attendent chez Sealov. Erleben Sie eine besondere Nacht auf einem Boot in Eaucourt-sur-Somme. Ruhe, Natur, Frühstückskorb, regionale Speisen und herzliche Gastfreundschaft erwarten Sie bei Sealov. Enjoy a unique boat stay in Eaucourt-sur-Somme. Peaceful setting, nature, breakfast basket, local dishes & warm hospitality await you at Sealov. RESTAURANTS Zurück Chez François Le Croquembouche L’Aérodrome de la Baie de Somme Le brewpub la Filature La Mangeoire Le Vieux Noyer Aux Marches de la baie Ich empfehle auch Abbeville Le Bord de mer Muscheln und Meeresfrüchte direkt aus Le Crotoy essen, ohne an die Küste fahren zu müssen. Täglich außer mittwochs 4 place de Verdun Tel.: +33 3 22 28 05 96 Le Petit Bistrot Schmackhafte Hausmannskost aus frischen Produkten - oft mit einem Hauch von indischen oder sri-lankischen Gewürzen. Freundlicher und lächelnder Empfang. Dienstag bis Samstag von 8.30 bis 19.00 Uhr geöffnet. Vormittags und nachmittags Bar, mittags Brasserie. 15 place Max Lejeune Tel.: +33 3 22 24 24 13 Mail: lepetitbistrot80100@gmail.com Bar du Commerce Eine nette Bar mit einer großen Terrasse im Herzen der Stadt. Ein effizienter und schneller Service und sehr freundliche Kellner. Hier kann man einen Croque-Monsieur, ein Sandwich, einen Salat oder einen Kuchen genießen und dazu ein kühles Getränk oder einen sehr guten Espresso trinken. Ich kann das Café nur wärmstens empfehlen. Täglich außer sonntags von 8.00 bis 20.30 Uhr geöffnet. 4 place Max Lejeune Tel.: +33 3 22 24 27 91 Fort-Mahon-Plage Les Délices Seit mehr als 50 Jahren. Ich ging schon als Kind dorthin. Spezialitäten aus dem Norden und der Somme-Bucht mit lokalen und hausgemachten Produkten. Vor kurzem in den Gault und Millau aufgenommen. Ich empfehle die Miesmuscheln in Sahnesauce (ich weiß, das ist eine Obsession!). Täglich mittags und abends geöffnet. 1318 avenue de la Plage Tel.: +33 22 23 40 23 Mobil: +33 6 11 76 17 77 La Nouvelle Vague La Nouvelle Vague auf der Avenue, die zum Strand führt. Frische, lokale und saisonale Produkte fließen in die Zusammensetzung einer schmackhaften Küche ein. Köstliche Fish and Chips und sehr gute Muscheln mit Sahne und Maroilles. Das Personal ist zuvorkommend und der Service schnell. Die große, von großen Sonnenschirmen beschattete Terrasse ist mit Kies bedeckt, was nicht nur schön aussieht, sondern auch akustisch angenehm ist. Täglich mittags und abends geöffnet. 1305 avenue de la Plage Mobil: +33 6 09 64 35 35 Saint-Riquier Café-Restaurant de l'Abbaye Lokale Gerichte, hausgemachte Produkte. Eine mit Blumen geschmückte Terrasse. Meine Madeleine de Proust, die nach einem unglücklichen Besitzerwechsel ihre Seele wiedergefunden hat. Auch wenn sie nicht mehr regelmäßig die Muscheln zubereiten, deren Geheimnis sie einst besaßen, lohnt es sich, dort zu essen. Täglich ab 7.00 Uhr geöffnet. 12 place de L'Église 80135 Saint-Riquier Tel.: +33 3 22 28 81 14
- La Brocante du Bricoleur | La Somme, mon Amour
Recyclingläden, Recyclerie Brocante du Bricoleur, Heimwerker, Menschen mit Behinderungen, Ersatzteile, Bücher, Kleidung, Möbel, Filme, CD, Reparatur, Obsoleszenz, Spendenprinzip, Integration, sozial, ökologisch, kulturell, recyclerie, ressourcerie, brocante, bricoleur, handicap, inclusion sociale, soutien, livres, vêtements, meubles, films, recyclage, réparation, obsolescence programmée, dons, Flixecourt, insertion professionnelle. Zurück LA BROCANTE DU BRICOLEUR Wiederverwertung mal ganz anders In einer Zeit, in der immer mehr Recyclingbetriebe und -läden entstehen, setzt die Brocante du Bricoleur (auf Deutsch Recyclingbetrieb Trödelmarkt des Heimwerkers) ein inspirierendes Beispiel. Seit über fünfundzwanzig Jahren verbindet sie soziale Integration, ökologisches Bewusstsein mit einer Kultur der Wiederverwertung. Begegnung mit einem Team, das sich mit Herzblut einer ebenso menschlichen wie nachhaltigen Mission verschrieben hat. Arbeiten trotz Handicap – gelebte Inklusion Ich werde von Matthieu Descamps und Séverine Henriette empfangen, zwei Sonderpädagogen, die zusammen mit dem Produktionsarbeiter Didier Hure das dreiköpfige festangestellte Team des Recyclingladens bilden. In der Küche, wo Séverine, Matthieu und ich am Tisch Platz nehmen, sind ein junger Mann und eine junge Frau mit der Reinigung eines Porzellanservices beschäftigt. Die achtzehn Menschen mit Behinderung, die hier teilweise ihr ganzes Arbeitsleben lang beschäftigt werden, wurden im Rahmen eines Hilfs- und Unterstützungsvertrags angestellt. Dadurch erhalten sie ein Gehalt, eine Beschäftigungsprämie sowie eine Beihilfe für Erwachsene mit Behinderungen. Niedrige Preise mit vielfältiger Wirkung Ursprünglich bot die Brocante du Bricoleur Ersatzteile für Kunden, die alles Mögliche selbst reparierten: von der Motorsense über die Waschmaschine bis hin zum Fahrrad. Im Laufe der Zeit, mit Einzug der Digitalisierung und der geplanten Obsoleszenz, haben die Menschen immer weniger repariert, wie mir meine beiden Gesprächspartner mit einem Anflug von Bedauern erklären – daher die Entwicklung des Sortiments. Der Recyclingladen arbeitet nach dem Spendenprinzip, wodurch hier die Preise besonders niedrig gehalten werden können. Die Brocante du Bricoleur wirkt auf unterschiedlichen Weisen: sozial, da sie dazu beiträgt, Menschen mit Behinderung sozial und beruflich zu integrieren; ökologisch, da sie die Lebensdauer von Gegenständen verlängert; kulturell, da sie Buch-, Film- und Musikabteilungen betreibt. Vom Rasenmähermotor bis zum Taschenbuch – ein ständig wachsendes Sortiment Ich genieße es regelmäßig, dort zu stöbern, denn durch die ständige Erneuerung der Bestände entdeckt man immer wieder neues und stößt nicht selten auf Dinge, die Erinnerungen wecken: An Reisen, Familientreffen, längst vergangene Moden... Der Recyclingladen bietet alles Mögliche: Möbel, Bücher, Spielzeug, Geschirr, Dekoartikel, Kleidung, Haushaltsgeräte, Fahrräder, Zubehör für die Gartenarbeit, Werkzeuge oder auch Leuchten, aber auch immer wieder Dinge wie Stuhlbeine, Glasstopfen für Karaffen, Tee- und Kaffeekannendeckel, Reißverschlusssets, kurz: Teile, die nützlich sein können und die man sonst nirgends findet. Die Möbelabteilung, die hier noch vor zehn Jahren die stärkste war, ist inzwischen auf den sechsten Platz gerutscht. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde ein Luftdruckstrahler angeschafft. Die Begeisterung für abgebeizte Möbel ist groß. Langfristig könnte sogar auf Anfrage abgebeizt werden – das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Zurzeit muss der geeignete Raum dafür noch geschaffen werden. Und das ist nicht das einzige Projekt. Ein letztes Foto vor dem Abschied – und die Geschichte geht weiter Bevor ich mich wieder auf den Weg mache, frage ich, ob ich ein Foto vom Team machen darf. Diejenigen, die nicht möchten, begleiten uns nicht. Die anderen posieren vor der Buchhandlung – meiner Lieblingsabteilung. Ich danke ihnen allen, insbesondere Séverine und Matthieu, dass sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu diesem Ort zu beantworten, den ich sehr mag und von dem ich überzeugt bin, dass seine Entwicklung bei weitem nicht zu Ende ist. Ich hoffe, dass man auf dessen Regalen noch lange Zeit nützliches und schönes findet, ganz nach dem Motto der Brocante du Bricoleur: „Werft nichts weg, was man noch gebrauchen kann“. Recyclerie La Brocante du Bricoleur 23 rue du haut de Condé 80890 Condé-Folie Tel.: +33 3 22 31 82 26 E-Mail: esat.brocante@orange.fr Facebook: Recyclerie Brocante du Bricoleur Öffnungszeiten Mittwochs und samstags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 17.00 Uhr. Tag der offenen Tür an einem Sonntag im Juni von 9.00 bis 18.00 Uhr. Abgabe (von Möbeln, Gegenständen, Büchern usw.) während der Öffnungszeiten. Entrümpelungen: Abholung nach vorheriger Absprache. Eure Kommentare Facebook Zurück
- Crêpes essen in Amiens bei La Mangeoire. Manger des crêpes à Amiens à la crêperie La Mangeoire | La Somme, mon Amour
La plus vieille crêperie d’Amiens. Le goût authentique du fait-maison, de produits frais et bio, le tout avec un personnel aux petits soins encadré par une vraie Bretonne. Ouvert en continu. Die älteste Crêperie in Amiens. Der authentische Geschmack von hausgemachten Speisen, frischen und biologischen Produkten – alles serviert von einem aufmerksamen Team, geführt von einer echten Bretonin. Durchgehend geöffnet. Zurück LA MANGEOIRE Die älteste Crêperie in Amiens, gegründet 1972. Für mich ein Hauch Nostalgie. Unermüdlich und leidenschaftlich – Françoise Le Bris ist eine außergewöhnliche Gastronomin. An der Spitze von „La Mangeoire“, der ältesten Crêperie Amiens, vereint diese diskret elegante und beeindruckend effiziente Frau Anspruch, Menschlichkeit und Liebe zum Beruf. Ein Rückblick auf einen Lebensweg, der von Leidenschaft, dem Sinn für Gutes und Geschmack … und einem guten Stern geleitet wurde. Die Kunst, den Trubel des Alltags mit Gelassenheit zu meistern Françoise Le Bris ist eine vielbeschäftigte Frau, die aber weiß, sich Zeit zu nehmen, um Gäste zu empfangen. Sie empfängt mich in ihrem Büro im oberen Stockwerk von La Mangeoire. Ihr Telefon klingelt. Schnell nimmt sie den Anruf einer Kundin entgegen, die wissen möchte, ob sie am Nachmittag zum Essen kommen kann. Kein Problem, das Restaurant ist durchgehend geöffnet. Françoise legt auf und konzentriert sich wieder auf unser Gespräch. Diese Konzentration widmet sie jeder ihrer Aufgaben, was sie nicht daran hindert, flüchtige Blicke auf ihr Telefon zu werfen, wenn Nachrichten tönend eintrudeln. Alles, in ihrem Handeln ist anmutig und präzise, ohne Schnörkel, und vor allem verliert diese Frau mit gemessenen Gesten und von Kopf bis Fuß elegant trotz der zu erledigenden Büroarbeit, der Termine und anderer anstehender Aufgaben niemals ihre Gelassenheit und handelt mit einer ansteckenden Ruhe. Alles ist so organisiert, dass sie trotz ihres engen Zeitplans nie den Eindruck erweckt, man müsse sich hetzen. Zurück zu den Wurzeln einer unermüdlichen und entschlossenen Bretonin Vor etwas mehr als sechs Jahren, auf Drängen ihrer Kinder, die fanden, sie könne vielleicht etwas kürzertreten, entschied sich die energische Bretonin, in ihre Heimatregion zurückzukehren, nach vierzehn Jahren als Restaurantbesitzerin und Bio-Weinhändlerin in einem zauberhaften Rahmen nahe dem Schloss Compiègne. Leichter gesagt als getan, wenn man wie sie den Beruf im Blut hat. „Man muss leidenschaftlich sein“, erklärt sie mir, „jedes Detail zählt: die Einkäufe, die Hygiene, der Empfang, die richtigen Mitarbeiter finden, den passenden Arbeitsrhythmus für sie festlegen.“ Françoise hat nicht nur einen Sinn für gute Dinge, sondern auch für die Menschen. Es scheint, als könne sie einen durchschauen; sie ist keine Frau, der man etwas vormachen kann – dazu ist sie zu erfahren. Sie betont, dass man Psychologie braucht, um ein Team zu formen und zu führen. So wie sie erzählt, kommt mir bei ihr eher das Wort Menschlichkeit in den Sinn, so sehr scheint ihr das Wohlbefinden der Menschen um sie herum – ebenso wie das ihrer Gäste – am Herzen zu liegen. Es ist diese Leidenschaft, die sie wieder einholte, als sie, während sie damals über den Verkauf ihres Restaurants in der Oise nachdachte, eine Ausbildung zur Crêpemeisterin in Rennes absolvierte, mit dem Hintergedanken ein Haus am Meer zu kaufen, wo sie während der Touristensaison Galettes zubereiten würde. Doch das Schicksal hatte andere Pläne für sie. Amiens – überrascht von der Liebe auf den ersten Blick Françoise, die durch ihr Gourmetrestaurant jahrelang kaum Freizeit gehabt hatte, machte damals einen Ausflug nach Amiens, einer Stadt, die sie seit fünfzehn Jahren nicht mehr besucht hatte. „Es war ein Schock“, erzählt sie. „Dort hatte Gilles de Robien gewirkt“ – eine Formulierung, die viele Einwohner und Besucher von Amiens wählen, wenn sie über den früheren Bürgermeister sprechen, der das Stadtbild nachhaltig geprägt hat. Durch sein Wirken wurde Amiens offener, heller und einladender. Dieser Besuch verzauberte sie nicht nur, sondern war auch ein Zeichen der Vorsehung, denn La Mangeoire stand zum Verkauf. Es war Schicksal: Der Weg zu einem neuen Abenteuer stand offen. Tradition, gepaart mit Exzellenz und menschlicher Wärme So setzt diese Crêperie, die älteste Amiens, die nur wenige Schritte von der Kathedrale entfernt liegt und wo meine Eltern, mein Bruder und ich früher regelmäßig vor unsere Abendbesuche in der Eishalle gingen, nach vier oder fünf Besitzerwechseln eine Tradition fort, die mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist, da sie 1972 gegründet wurde. Für Françoise Le Bris ist Qualität ein Leitmotiv, das sich in den Bio-Produkten und der hausgemachten Küche, die ihre Handschrift sind, widerspiegelt: Bei ihr wird alles, vom Gemüse bis zur (köstlichen) Vinaigrette, über die Crème Chantilly, fest, sahnig und dezent gesüßt, und den Salzkaramell täglich im Restaurant hergestellt. Nichts entgeht ihr. Sie weiß, dass ein Restaurant ein Ganzes ist, denn wie sie mir zu Beginn unseres Gesprächs erklärte, muss alles stimmen: die Qualität, der Geschmack, der Empfang, die Hygiene und die Kompetenz des Personals, das während des Mittags- und Abendtrubels hin und her wirbelt, dabei stets darauf achtet, Ratschläge zu geben oder zu warten, wenn nötig, auch wenn das Restaurant voll ist – ein Kunde darf nie gedrängt werden – und immer mit einem kleinen Scherz oder einem freundlichen Wort auf den Lippen auf die Wünsche der Gäste eingeht. Ein erfülltes Leben – und immer noch voller Träume Françoise hat zweifellos ihr Projekt erfolgreich umgesetzt. Sie, die täglich drei Stunden fährt, um nach Hause zu kommen, ohne jemals die Autobahn zu nehmen, die sie verabscheut – außer vielleicht bei sehr schlechtem Wetter –, bevorzugt die Nebenstraßen, die ruhiger sind, wo man langsamer sein kann; vielleicht um den hektischen Rhythmus ihres Berufs zu kompensieren, den sie beinahe sieben Tage die Woche ausübt und den sie erst aufgeben möchte, wenn die Lust nachlässt. Ihr nächster Termin rückt näher. Am Schluss unseres Gesprächs kommt sie ein wenig ins Träumen von einem Haus am Meer, wo sie gärtnern würde, eine andere Leidenschaft, durch die die selbstangebauten Kräutern der Crêperie zugutekommen, von Reisen, für die ihr die Zeit fehlt, vom Kochen, einer weiteren Leidenschaft, von Spaziergängen, die sie liebt, oder – auch wenn ihr Sohn sie nicht ernst nimmt – vom Kauf eines Wohnmobils, um mit ihren vier Katzen, zwei häuslichen Kartäusern und zwei abenteuerlustigen Europäern loszuziehen. All das sind im Moment nur Ideen, in einer noch undeutlichen Zukunft, denn die Frau, die mir anvertraut, dass sie schon vor ein paar Jahren in Rente hätte geheh können, ist derzeit nicht bereit, ihre Leidenschaft für die Gastronomie aufzugeben. Für mich steht fest, Françoise vermittelt den Eindruck, dass sie selbst in tausend Leben noch voller Projekte stecken würde. La Mangeoire 3, Rue des Sergents 8000 Amiens Tel.: + 33 3 22 91 11 28 Facebook: Crêperie La Mangeoire Täglich durchgehend geöffnet (süß und herzhaft) von 11:30 bis 22:00 Uhr Eure Kommentare Zurück Facebook
- Antiquités et curiosités à la Brocante de l’Enclos Picard Antiquitäten und Kuriositäten bei der Brocante de l'Enclos Picard | La Somme, mon Amour
Flanieren und kleine Schätze entdecken bei der Brocante de l’Enclos Picard in Bellancourt. Chiner et découvrir de petits trésors à la Brocante de l'Enclos Picard à Bellancourt. BROCANTE DE L'ENCLOS PICARD Zurück An einem glühend heißen Nachmittag in der Picardie habe ich in Bellancourt einen Trödelmarkt mit historischem Flair entdeckt. Zwischen einfachen Fundstücken und kleinen Schätzen hat mich Benoît Maupin durch diesen ganz besonderen Schauplatz geführt – eine Kulisse voller Charme und Geschichte, die alle Liebhaber des Stöberns und einer unverfälschten Atmosphäre verzaubern wird. Ein erfrischender Zwischenstopp bei flirrender Hitze Mittwochnachmittag, 33 Grad, hier eher selten, ich komme in Bellancourt an. Das Tor des Brocante de l’Enclos Picard ist offen. Ein Mann in Jeansbermuda und gerippten Unterhemd kommt aus seinem Schuppen, wo er mit Büchersortieren beschäftigt war. "Der kühlste Ort", erklärt er mir. Die Hitze ist drückend und unerträglich, aber mein sehr freundlicher Gegenüber lädt mich ein, ihm zu folgen, nachdem ich ihm erklärt habe, dass ich einen Blog über die Region schreibe. Eine Spielwiese für Schatzsucher Der Hof ist voller bunt zusammengewürfelter Gegenstände, ein Ort, den man als fröhliches Durcheinander bezeichnen könnte, den man unbedingt zum Flanieren aufsuchen sollte, wo man so manche kleine Schätze finden kann. Das Anwesen ist Teil des ehemaligen Domaine de l’Enclos Picard, ein Gut, das sich früher bis zur Dorfmitte erstreckte. Hier stehen auch noch ein paar Nebengebäude aus Backstein und ein Schweinestall, die älter sind als das Haupthaus von 1763. Allein die sind schon einen Besuch wert. Von historischen Denkmälern zur Leidenschaft für Trödel Benoît Maupin, von Beruf Steinmetz, verliebte sich in das Anwesen, das er 2005 erwarb. Seitdem hat er das imposante Gebäude aus weißem Stein aus dem Jahr 1763 teilweise restauriert. Dieser auf historische Gebäude spezialisierte Kunsthandwerker machte sich 2008 selbstständig. Die großen Garagen auf dem Grundstück boten sich für seine Tätigkeit an. Nachdem er 2019 Konkurs angemeldet hatte, vergingen einige Jahre und vor zwei Jahren beschloss er, einen Trödelmarkt zu eröffnen: Er hatte den Platz und der der Beruf hatte ihm schon immer gefallen. Er bringt es auf den Punkt: "Ich bin Trödler aus Leidenschaft". Er restauriert nicht, sondern verkauft seine Ware, so wie er sie erworben hat, was die erschwinglichen Preise erklärt und es ihm ermöglicht, sein Sortiment regelmäßig zu erneuern. Kommt voller Neugier und lasst euch erobern Vorzelte, Zelt, Gebäude, alle Flächen zusammen ergeben eine überdachte Ausstellungsfläche von etwa 500 Quadratmetern, auf der Möbel, Geschirr, Werkzeuge, Bücher, Spielzeug, Nützliches, Dekoratives und Elektrogeräte (getestet und mit dreimonatiger Garantie)… ausgestellt sind. Und Benoît steckt noch voller Projekte: Die beiden Vorzelte sollen zu einem überdachten Außenbereich verbunden und ein Themengebäude für alte Handwerksberufe errichtet werden. Wer gerne auf Schnäppchenjagd geht, wird hier gewiss nicht enttäuscht sein. Brocante de l’Enclos Picard Hausräumungen vom Keller bis zum Dachboden 3 route Nationale 80132 Bellancourt Tel.: +33 7 87 37 81 06 Facebook: Brocante de l'enclos Picard Die Öffnungszeiten haben sich seit dem 1. August geändert: Der Trödelmarkt ist mittwochs und freitags nachmittags, samstags den ganzen Tag und jeden zweiten Sonntag geöffnet. Unter der Woche nach Vereinbarung. Es empfiehlt sich aber auf Facebook zu schauen, um sicher zu gehen. Eure Kommentare Zurück Facebook
- Carmel | La Somme, mon Amour
Karmelitenkloster, Abbeville, ehemalige Kapelle, Museum, Bienenstöcke, Reliquiensammlung, goldene Gewänder Marie-Antoinette, historische Gärten, Duftgarten, carmel Abbeville, rue des Capucins, ancienne chapelle, musée trésors sacrés, rucher, jardin des senteurs, anémones japonaises, cloître, Jésus-Maria, Anne de Jésus-Maria, reliquaires, Révolution française, robes Marie-Antoinette, Notre-Dame de Monflières, jardins historiques, patrimoine religieux, tranquillité, histoire carmélites. CARMEL – ABBEVILLE Zurück Eine Welt der Stille: Das ehemalige Karmelitenkloster von Abbeville Versteckt hinter einer schlichten Fassade in der Rue des Capucins liegt der ehemalige Karmelitenkloster von Abbeville. Ein Ort der Stille und Geschichte, an dem sakrale Schätze bewahrt werden und die Natur inmitten der Stadt blüht. Ein verborgenes Juwel in der Rue des Capucins Den Eingang des ehemaligen Karmelitenklosters von Abbeville in der Rue des Capucins 34-36 kann man leicht übersehen. Es scheint, dass dieser weithin weltentrückten Ort unbekannt ist. Treten wir durch das Tor, folgen wir dem gepflasterten Weg zur ehemaligen Kapelle, die heute ein Museum und Zufluchtsort für sakrale Schätze ist, welche die umliegenden Städte und Dörfer nicht mehr schützen können. Zwischen Andacht und Natur – der Garten des Karmels Sobald man das Tor passiert, führt ein gepflasterter Weg in den Hof der ehemaligen Kapelle, die heute als Museum dient und eine Zuflucht für sakrale Schätze bietet, die die umliegenden Städte und Dörfer nicht mehr in der Lage sind zu schützen. Eh man sie hier ausstellte, fristeten einige von ihnen lange Zeit ein Schattendasein in Banktresoren. Rechts führt eine Öffnung in der Ziegelmauer zu den Bienenstöcken, während ein Durchgang am Ende des gepflasterten Weges den Blick auf den Hof der „Bouquetterie“, der Blumenbinderei, freigibt, mit seinen japanischen Anemonenbeeten und dem kleinen ausgetrockneten Becken, ein Ort, dessen Ruhe und Vegetation die gärtnerische Tradition des Karmels in der Stadt ahnen lassen. Der Garten wechselt zwischen Bereichen, die zur Meditation einladen oder dem Anbau von Obst, Gemüse und Blumen dienen, was den Karmelitinnen eine fast autarke Existenz ermöglichte. Darin eingebettet, findet man auch einen Innenhof, wo kleine Buchsbaumhecken zu Gebetsspaziergängen umrundet werden können oder einen Kreuzgang mit einem Baum in seiner Mitte, wie eine Aufforderung zum Loslassen. Blumen, Früchte, aromatische Kräuter, eine Bank an einer Wegbiegung, um dem Rascheln des Bambushains, wie einem glitzernden in der Sonne und im Wind rauschenden Bach, zu lauschen. Alles hier lädt zum Kommen und Immerwiederkommen ein, um Ruhe zu finden, sich mit einem Buch auf die Wiese niederzulassen oder einfach durch die Alleen auf den Spuren der Mönche und Nonnen vergangener Jahrhunderte zu schlendern. Geschichte und Tradition des Carmel de Jésus-Maria Der Carmel de Jésus-Maria, benannt nach der ersten ehrwürdigen Schwester Anne de Jésus-Maria, die 1636 mit einem Dutzend Karmelitinnen aus Amiens nach Abbeville kam, wurde erst am 10. August 1821 von den Nonnen bezogen. Sie folgten auf die Kapuziner, von denen sie das Kloster abkauften und deren während der Revolution zerstörten Kapelle wieder aufbauen ließen. Sie blieben dort bis 1998, als sie, aufgrund ihrer geringen Anzahl und ihres hohen Alters, mit anderen Gemeinschaften zusammengelegt wurden. Die Stadt erwarb daraufhin die 9.000 Quadratmeter große Anlage. Kostbarkeiten hinter Klostermauern Nur die Gärten und die Kapelle sind derzeit zugänglich (der Rest wird restauriert), aber sie lohnen den Besuch. Die Kapelle beherbergt unter anderem die Reliquiensammlung von Longpré-les-Corps-Saints, aber auch zwei goldene Gewänder, die von Rose Bertin aus einem goldenen Stoff gefertigt wurden, ein Geschenk der Königin Marie-Antoinette als Dank für die Geburt ihrer Tochter Marie-Thérèse-Charlotte. Ursprünglich kleideten diese Gewänder die Statue der Jungfrau mit Kind in der Kapelle Notre-Dame de Monflières (siehe Rubrik „Touren/Die drei Kapellen“) in der Nähe von Abbeville. Da sie sehr kostbar sind, wurden sie durch prächtig verarbeitete, aber weniger kostspielige Stoffkleider ersetzt. Ein süßer Abschluss – die Bienenstöcke des Karmels Am Ende eures Besuchs, warum nicht einen Abstecher zu den Bienenstöcken machen? Im ehemaligen Duftgarten gelegen, von der Kapelle und hohen Ziegelmauern geschützt und in der Nähe von üppig blühenden Parks und Gärten, stehen die Bienenstöcke des Karmels. Sie tragen die Namen ehemaliger Karmelitinnen: Marie-Ange, Marguerite, Catherine, Thérèse… Eine charmante Verbindung zur Vergangenheit. Eure Kommentare Ancien monastère du carmel de Jésus-Maria 34-36 Rue des Capucins 80100 Abbeville Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag von 14:00 bis 18:00 Uhr Freie Besichtigung – kostenlos Führungen Preis: 4 €/Erwachsener Informationen/Reservierungen: Besucherservice +33 3 22 20 29 69 Der Karmel-Honig ist unter anderem in La Brûlerie , 13 rue du Pont d’Amour in Abbeville, erhältlich. Facebook Zurück
- Le Croquembouche, de la cuisine maison. Le Croquembouche, hausgemachte Küche | La Somme, mon Amour
Le Croquembouche, un restaurant à l’ambiance familiale et une cuisine maison du terroir aux touches innovantes. Végétariens bienvenus. Das Croquembouche ist ein Restaurant mit familiärer Atmosphäre und bietet eine regionale Hausmannskost mit innovativen Akzenten. Vegetarier willkommen. Zurück LE CROQUEMBOUCHE Manchmal reichen ein Geruch, eine Textur oder ein Geschmack aus, um Erinnerungen zu wecken. Das Croquembouche, ein kleines Theater der Aromen und kulinarischen Emotionen, hat mich in die sorglosen Tage der Kindheit zurückversetzt und meine Geschmacksknospen verzaubert. Besucht es, um dort einen genussvollen Moment zu erleben, den man unbedingt ausgiebig teilen sollte. Eine Reise ins Schlemmerland der Kindheit Als ich mich zum Mittagessen aufmachte, ahnte ich nicht, welch ein Genuss mich im Croquembouche erwartete: nicht nur wurde ich 200 Meter katapultiert, sondern gleich ein paar Jahrzehnte in die Vergangenheit. Nach einem köstlichen vegetarischen Burger, aus einem luftigen Falafel, einer Scheibe Ziegenkäse in leckerer Sauce, alles in einem hausgemachten Brioche-Brötchen, bestellte ich mir, – obwohl ich eigentlich kein ausgesprochener Dessert-Fan bin – ein knuspriges Praliné-Schokoladen-Krokantgebäck. Schon der erste Bissen versetzte mich in die Rue du Maréchal Foch versetzt, in jenen Teesalon, in den mich meine Eltern früher oft mitnahmen. Längst gibt es ihn nicht mehr – zunächst wich er einem Camaïeu-Laden, der wiederum heute einem Herrenausstatter Platz gemacht hat. Ich erinnere mich an eine verlockende Auslage voller Köstlichkeiten und die Nougatine-Tasse, gefüllt mit Mokkakuchen, die ich immer bestellte – weniger wegen des Mokkas, sondern vielmehr wegen des herrlich knackigen Krokants, den der damalige Konditor so meisterhaft herstellte. Und genau diese Nougatine habe ich heute auf meinem Teller wiedergefunden: Zart unter den Zähnen knackend unterstreicht sie den Schmelz der Praliné-Schokoladenmischung durch einen dezent nussigen und subtil karamellisierten Wirbel – und löst dabei eine Flut von Erinnerungen aus. Es war einmal ein Teesalon... Das Croquembouche hat etwas von einem Teesalon mit seiner Vitrine voller Leckereien, die das Auge verführen, sobald man durch die Tür tritt. Das war auch das Konzept, als es Ende 2012 eröffnet wurde. Damals war nur ein kleiner Mittagstisch geplant, aber die Gäste entschieden anders. Also beschlossen die Besitzer, Estelle und Mathieu Thévenin, das Mittagsangebot zu erweitern - zur Freude von Feinschmeckern und Naschkatzen. Im Laufe der Jahre wurde aus der Teestube ein Restaurant. Mathieu arbeitet in der Küche während Estelle sich zusammen mit einer Kellnerin und einem Kellner um den Service kümmert. Selbst wenn das Restaurant voll ist, spürt man keinen Stress; das Servicepersonal sorgt aufmerksam in einer familiären Atmosphäre, die dem Paar am Herzen liegt, für das Wohl der Gäste. Leidenschaft für Kulinarik und Qualität Estelle und Mathieu stammen aus der Region, aber ihr Weg führte sie auch nach Kanada und in die Schweiz. Während der drei Jahre, die Mathieu auf der anderen Seite der Alpen verbrachte – damals als Chef-Patissier in einem Gourmetrestaurant –, entwickelte er eine Leidenschaft für das Kochen, eine Liebe, die sich in seiner Suche nach Rezepten und seiner Offenheit für Neues widerspiegelt. Für Estelle und ihn steht die Qualität an erster Stelle: Also gibt es bei ihnen frisches Fleisch und frischen Fisch, so regional wie möglich, sowie Biogemüse von „Antoine et le Haricot Magique“ (Antoine und die magische Bohne), einem Gemüsebauer aus dem etwa 15 km entfernten Tœufles. Die Kunst der saisonalen Küche Im Croquembouche finden man im Winter weder Spargel noch Erdbeeren. Stattdessen setzen die Zwei auf saisonale Produkte, die Mathieu in Gerichten verarbeitet, die Lust auf mehr machen und perfekt veranschaulichen, dass jede Jahreszeit Schätze bereithält, um köstliche Speisen zu zaubern. Genau das macht die Vorfreude auf die Wiederkehr der Jahreszeiten, ähnlich dem Gefühl damals, als wir als Kinder mit freudiger Ungeduld auf Weihnachten warteten. Für Mathieu bilden Frische und Saisonalität das Fundament seines Handwerks. Und man spürt, wie sehr er engagiert ist: So zum Beispiel hat er auch dieses Jahr wieder während der „Woche des Geschmacks“ in der Schule seiner jüngsten Tochter mitgewirkt. Das Geschmacksempfinden zu schulen, ist ihm ein wichtiges Anliegen, doch die Aufgabe ist herausfordernd – daher fängt man am besten früh damit an, wie er findet. In diesem Jahr half er den Kindern bei der Herstellung von Rote-Bete-Johannisbeer-Marshmallows. Der Seiltänzer am Herd Bei unserem ständigen Drang immer alles vor der Saison haben wollen, ohne je mehr darauf Acht zu geben, was wir wirklich kaufen, haben wir dann nicht vergessen, was authentische Geschmäcker sind? Die industrielle „Küche“ führt schließlich zu einer Neutralisierung, die allen Geschmäcker vermischt und verwischt. Der Koch gleicht dann einem Seiltänzer: Er muss die geschmacklichen Vorurteile überwinden und dabei grundsätzlich offen für alles sein. Wenn ein Gast nach einem vegetarischen Gericht fragt, ist das ganz einfach, erklärt Mathieu. Die vegane Küche hingegen ist etwas anspruchsvoller, aber eine rechtzeitige Vorankündigung genügt. Herausforderungen nimmt er gerne an. Die Zukunft mag der pflanzlichen Kochkunst gehören, doch ist es besser, sie nicht gleich beim Namen zu nennen, sondern anders darüber zu sprechen, den Gast damit träumen zu lassen und seine Neugierde zu wecken, anstatt ihn mit Worten abzuschrecken, die heute noch oft Widerstand hervorrufen. Deshalb gehen Estelle und Mathieu Schritt für Schritt vor, passen sich an, experimentieren, probieren und korrigieren ihren Kurs immer wieder. Die Zukunft: Träume und Realität in Einklang bringen Wie sehen sie ihre Zukunft? Das Restaurant selbst stellt sie vor einige Herausforderungen: Toiletten im Untergeschoss, die Küche im Obergeschoss und eine relativ kleine Terrasse. Dennoch ist es schwierig, ein passendes Ladenlokal zu finden, und zwei Angebote sind ihnen bereits entgangen. Die Suche geht also weiter. Trotz alledem hindern die kleinen Widrigkeiten des Alltags sie nicht daran, die Gaumen ihrer Gäste zu erfreuen, die hier stets mit großer Herzlichkeit empfangen werden. Für den Moment sind sie zufrieden, einen Rhythmus gefunden zu haben, der es ihnen ermöglicht, das Restaurant mit ihrem Familienleben zu vereinbaren – für sie ein unverzichtbarer Aspekt. Gut zu wissen Estelle und Mathieu benannten ihr Lokal zwar nach dem Restaurant, in dem sie in Kanada gearbeitet hatten, aber ein Croquembouche bezeichnet dennoch einen Kuchen aus zu einer Pyramide getürmten, mit Vanillecreme oder Schlagsahne gefüllten Windbeuteln, die von knusprigem Karamell zusammengehalten werden. Le Croquembouche 3 Place Jacques Becq 80100 Abbeville Tel.: +33 3 60 04 23 53 Facebook: Le Croquembouche Öffnungszeiten Dienstag-Donnerstag von 12.00 bis 14.00 Uhr Freitag und Samstag von 12:00 bis 14:00 Uhr und von 19:00 bis 21:30 Uhr Eure Kommentare Zurück Facebook
- Deutscher Soldatenfriedhof Bourdon Somme – Zweiter Weltkrieg Gedenkstätte | La Somme, mon Amour
Der deutsche Soldatenfriedhof von Bourdon in der Somme: Gedenkstätte des Zweiten Weltkriegs mit über 22.000 Gefallenen. Geschichte, Architektur und Besuch. Zurück DEUTSCHER MILITÄRFRIEDHOF VON BOURDON Der deutsche Soldatenfriedhof von Bourdon ist eine Nekropole, eine „Stadt der Toten“, in der ein Volk kleiner Kreuze still aufragt. Ihr Weiß spiegelt sich in den Stämmen der Birken wider. Kreuze und Bäume stehen wie ein stiller Wald, in dem das Lebendige über das Tote wacht. Über den Gräbern, in denen 22.187 gefallene Männer ruhen, bewegen sich die Zweige sanft im Wind. Das Andenken an den jungen Toten lebt an diesem Ort weiter – im Rascheln der Blätter, im Gesang der Vögel und im diskreten Kommen und Gehen der Besucher. An der Schwelle des Erinnerns Geht man die von Linden gesäumte Allee hinauf, lässt man allmählich die Welt der Lebenden hinter sich. Zuerst durchschreitet man den Bogen eines rechteckigen Gebäudes, in dessen rechtem Flügel die Register der Gefallenen aufbewahrt werden – endlose Namenslisten junger Männer, die nie altern durften. Draußen setzt sich der von Bäumen gesäumte Weg fort bis zu acht sanften Stufen, die auf eine kleine Esplanade vor der Rotunde, der Halle des Gedenkens, führen. Gegenüber, flankiert von zwei mächtigen Bäumen, die wie Wächter erscheinen, erhebt sich eine schwere Tür aus dunklem Metall, die darauf wartet, vom Besucher aufgestoßen zu werden. Geschmückt mit einem zwölfzackigen, von einem Kreis umschlossenen Stern und überragt von einer Sonnenuhr, die das Einweihungsjahr des Pavillons – 1966 – trägt, bildet sie den Übergang in die Sphäre zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Mutter Der Übergang in das Reich der Verstorbenen hatte bereits mit dem Durchschreiten des ersten Torbogens begonnen; hier, sobald man die Schwelle überschritten und die Tür sich hinter einem geschlossen hat, setzt er sich fort, mit dem Gang durch einen dunklen Korridor, der den Schritt für einen Moment ins Wanken bringt. Am Ende zeichnet sich der Sockel einer Statue aus weißem Stein ab, schlicht in ihren Linien, die sich nach und nach offenbart, je weiter man auf den kreisförmigen Raum zugeht, der vom natürlichen Licht eines Okulus und sechs senkrechter Schlitze erhellt wird. Sie – diese Statue – ist die Mutter, die um ihre Kinder weint, die Augen halb geschlossen, die Hände auf die Enden ihrer Haube gelegt, wie in einer unmöglichen Umarmung. Ihre monumentale Gestalt widerspiegelt die Unermesslichkeit ihres Schmerzes, den die Schlichtheit ihres Gewands und die Schwere ihrer Züge, gezeichnet von zu vielen Tränen, noch verstärken. Die Gegenwart der Abwesenden Zu ihren Füßen stehen ein Leuchter mit einer großen Kerze und ein Halter für kleine Gedenkkerzen; rings um den Sockel liegen Fotos, Postkarten, kleine Gegenstände: ein dunkelgrauer, vom Meer glattpolierter Stein, graviert zum Gedenken an einen Verstorbenen, ein weißes Holzkreuz, eine Kastanie. Unter den Karten finden sich Worte des Bedauerns für einen Mann, den man nie gekannt hat und an den man sich doch wendet. Der Tod hat die Grenzen der Zeit ausgelöscht. So begegnet hier manch ein Besucher einem Großonkel, einem Vater oder einem Großvater, längst verstorben doch in der Erinnerung gegenwärtig – Nahestehende in Momenten der Unbeschwertheit und des Glücks abgelichtet: eine Frau mit ihrem Kind, ein Paar in einem Boot, jeder mit dem Blick in eine andere Richtung, als wollten sie die stille Freude festhalten, noch beieinander zu sein; ein Brautpaar mit ernstem Gesichtsausdruck; ein junger Mann in Zivil, aus dessen Jackentasche ein Füllfederhalter ragt – vielleicht träumte er davon, Schriftsteller zu werden –; eine Gruppe Kinder, überragt von einer Frau mit strengem Gesicht; ein lächelnder junger Soldat. Sie alle sind auf Fotografien vereint, die ehrfurchtsvoll zu Füßen der untröstlichen, menschlichen Madonna niedergelegt wurden. Die schlichte Rotunde ist in einem sanftem Licht und einer Stille, die zum Innehalten anregen – eine , über den Wert des Friedens und über seinen Preis nachzudenken. Ein Wald aus Kreuzen Zwei Türen führen zu einem äußeren, kreisförmigen Gang. Der grasbewachsene Streifen entlang der Mauer ist mit Grabsteinen besetzt, von denen jeder – wie die Kreuze des Friedhofs – mehrere Namen trägt. Ein gepflasterter Weg, gesäumt zu beiden Seiten von Reihen von Grabstätten und den Blick in der Ferne auf ein großes Eisenkreuz lenkend, führt zu einer zweiten Mauer, die sich zu einer grasbewachsenen Allee öffnet. Diese durchquert eine terrassierte Landschaft, übersät mit weißen Kreuzen, verstreut unter dem Blätterdach eines schützenden Birkenwaldes, dessen leises Rauschen allein die Stille unterbricht. Die Kreuze, alle einander gleich, tragen hier und da Spuren eines Besuchs: zwei kleine Vögel aus Ton, das Foto eines Verstorbenen, ein einfacher Stein, ein Strauß Blumen – oder andere bescheidene Zeichen einer wach gebliebenen Erinnerung. Versöhnung Der Besuch endet am Fuß des mächtigen Eisenkreuzes, das schon von der Rotunde aus sichtbar war und sich am äußersten Ende des Friedhofs in den Himmel erhebt. Je näher man im kommt, desto weiter öffnet sich der Blick auf das weite Tal der Somme, wo der Fluss und seine zahllosen Seen zwischen Grün und Dörfern glitzern. Sommer wie Winter scheint hier die Zeit stillzustehen – so tief ist der Friede, der diesen Ort durchdringt. In solcher Stille regt sich unweigerlich ein Gefühl der Versöhnung, ein Verlangen nach Vergebung. November 2025 Der Architekt: Paul Schmitthenner (1884–1972) Geboren im Elsass als Sohn eines deutschen Vaters und einer elsässischen Mutter, war er Architekt und Universitätsprofessor. Nachdem er der Nationalsozialistischen Partei beigetreten war, wurde er für kurze Zeit einer der führenden Architekten des Dritten Reiches, distanziert sich aber 1941 von der monumentalen Architektur. Nach dem Krieg widmete er sich ausschließlich bis zu seinem Tod der Architektur. Der Bildhauer: Gerhard Marcks (1889, Berlin – 1981) Von den Nationalsozialisten als „entarteter Künstler“ gebrandmarkt, wurde Marcks 1933 von der Kunstgewerbeschule in Halle entlassen und mit einem Ausstellungsverbot belegt. Nach dem Krieg nahm er seine Lehrtätigkeit in Hamburg wieder auf, die er bis 1950 fortsetzte, und widmete sich danach bis zu seinem Tod ausschließlich der Bildhauerei und der Grafikkunst. Um ein wenig tiefer in das Thema einzutauchen Nachruf von Gerhard Marcks für Paul Schmitthenner Besuch bei Gerhard Marcks - Ein Dokumentar der ARD Deutscher Soldatenfriedhof von Bourdon 14 Rue du 8 Mai 1945 80310 Bourdon Telefon: +33 3 22 51 59 72 Email: mairie-de-bourdon@orange.fr Geöffnet: vom 1. Januar bis zum 31. Dezember Kommentare Teilen Zurück



